@TLF: Was ist die LFT?

nee im Ernst.
Ansonsten kann ich Peter nur bestätigen, denn die Kontinuitätsgleichung gilt immer (sogar in kompressibler Strömung). Man sollte die Bilanzhülle natürlich nicht genau an Vorder- und Hinterkante platzieren sondern weiter stromauf und -ab wo ungestörte Strömung anliegt. Somit gilt auch Bernoulli - die einfache Überlegung mit Länge der Ober- und Unterseite ist eher eine triviale Darstellung um jedermann einen leichten Zugang zu verschaffen. Für kompressible Strömungen gibts auch noch einen extra Bernoulli mit wo die Dichteänderung enthalten ist.
Die Darstellung, daß die Geschwindigkeiten an der Hinterkante gleich sind, kommt aus der Potentialtheorie, welche Reibungseffekte vernachlässigt. Dadurch gibt es auch keine Grenzschicht und keinen Profilwiderstand.
Normalerweise wäre also ein Staupunkt vorn unten an der Nase und der andere oben ein Stück vor der Hinterkante. Laut Potentialtheorie können aber keine scharfen Kanten umströmt werden - und genau solch eine stellt die Profilhinterkante dar.
Um das unter einen Hut zubekommen, sieht die Theorie so aus, daß beim Anfahren noch kurz die Hinterkante von unten zum Staupunkt auf der Oberseite umströmt wird. Das ist der Anfahrwirbel, der gegen den Uhrzeigersinn dreht (wenn wir von links anströmen lassen). Sobald sich nun eine kontinuierliche Umströmung des Profils einstellt, wandert der Staupunkt nach hinten - genau auf die Hinterkante, wo die Strömung mit gleicher Geschwindigkeit und der Richtung der Hinterkante abfließt (Kuttasche Abflußbedingung). Und wer bringt den Staupunkt dahin? Eine Zirkulation (Wirbel), die sich um das Profil einstellt, deren Drehsinn dem des Uhrzeigers entspricht. Anhand der Stärke dieser Zirkulation um das Profil wird i.d.R. analog Bernouilli (jedoch ganz anderes Rechenverfahren) der Auftrieb berechnet (Biot-Savart, Kutta-Joukowski, Prandtlsche Traglinien und Tragflächentheorie). Diese Zrikulation ist auch Grund für den induzierten Abwind, der den effektive Antrömwinkel bestimmt, damit den Auftriebsvektor neigt und zum induzierten Widerstand führt. Dieser Abwind (bzw. dessen Impuls) entspricht aber nicht dem Auftrieb - das ist doch Schwachsinn. Natürlich gilt das dritte Newtonsche Axiom - meiner Meinung nach sind allerdings die entgegengestzten Kräfte in den unterschiedlichen Druckkräften um das Profil zu finden, die wiederum aus den Anziehungskräften der Lufteilchen resultieren.
Aber nochmal zurück zu der Abströmung an der Hinterkante. In der Realität haben wir Reibung und diese führt dazu, daß die Geschwindigkeiten nicht wirklich 100% gleich an der Hinterkante sind. Es bildet sich für eine gewisse Zeit eine Trennschicht (Seperation). Außerdem ist die Strömung vor der Hinterkante schon meist abgelöst oder zumindest turbulent, so daß sich dort ein Totwassergebiet befindet ... über dessen Geschwindigkeit zu disskutieren meinen Horizont und den Sinn des Forums sprengt.
Darum finde ich den zitierten Artikel dumm (nicht Dich Hahnski)

. Wieso eine vereinfachte Darstellung wiederlegen, wenn die Gegendarstellung genau so populärwissenschaftlich und streng genommen auch inkorrekt ist?
Happy landings
Simeon
PS: Sehe gerade ... schöne Bilder zur Zirkulation gibts in Peters Link - Kapitel 3.10)