Hi,
wenn ich mich recht zurück erinnere, bäumt sich die Cessna nicht besonders stark auf beim Ausfahren der Klappen, jedenfalls nicht wenn die Geschwindigkeit passt; sie steigt eher in sich, der englische Ausdruck "ballooning" passt sehr gut.
Was das Einfahren der Klappen beim Start nach gleichzeitigem "Dual Loss of Thrust" bei Boeing 757/767 betrifft: Das kann man getrost vergessen - die Flaps und Slats fahren nicht mehr! Beim A 320 fahren theoretisch noch die Slats, weil sie über die Hydraulik einer kleinen Ram Air Turbine noch angetrieben werden können, jedenfalls wenn nicht gleichzeitig die anderen Verbraucher in diesem System zuviel Hydraulik Leistung abziehen. Dann schließt nämlich ein Priority Ventil und die Slats und der hydraulisch angetriebene Notgenerator bleiben still stehen. Im Übrigen ist man auch zu langsam um auf den Zusatzauftrieb der Slats und Flaps verzichten zu können, und kurz nach dem Start kann man ja auch keine Höhe aufgeben um sie quasi gegen Geschwindigkeit einzutauschen.
Anders im Go-Around Fall, hier ist man schnell genug (vorausgesetzt man hat sich an die Procedure gehalten) um die Klappen EINE Stufe zurückzufahren. Bei Airbus heißt das Kommando auch nicht "Go-around!" sondern "Go-around, Flaps!", so als wäre es ein Wort. Mit vollen Klappen steigt es sich ja auch nicht gut. Wer sich an die "alte" Version der Cessna 172 erinnern kann: Sie hatte eine max. Klappenstellung von 40 Grad, die neuere Version nur noch von 30 Grad. Es hatten zuviele Piloten bei dem älteren Modell vergessen, im Go-around die Klappen eine Raste zurückzufahren und sind dann trotz Vollgas weiter gesunken - mit 30 Grad Klappen kann man in den meisten Fällen wenigstens die Höhe halten, irgendwann merkt man dann, dass man noch etwas vergessen hat.
Happy landings!
HP
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