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Alt 26.03.2002, 11:05   #3
jak
Inventar
 
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Standard Teil 3

ISTOE: Wann waren Sie das letzte Mal in Österreich?

WERNER RYDL: Vor zirka 5 Jahren hatte ich mein letztes persönliches
Treffen mit den Finanzgranden in dem Ort Purbach. Dort hatte ein
Baumeister, der den Flughafen in Wien baute, eigens eine Villa nur für
Granden der Hochfinanz kostenlos bereitgestellt, wo diese mit
Prostituierten aus Bratislava und Weinen aus dem Burgenland bedient wurden.
Finanziert wurde das durch Bauaufträge am Flughafen, die er von der
österreichischen Finanzelite zugespielt bekam. Steuernachforderungen an ihn
die einfache Steuerprüfer aufdeckten hat der Sektionschef persönlich fast
vollständig eliminiert. Das waren aber nur die kleinen tagesaktuellen
Fische.

ISTOE: In Österreich können Finanzbeamte Bauaufträge vergeben?

WERNER RYDL: Im speziellen Fall war mein Sektionsleiter aus dem
Finanzministerium im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft an
milliardenschweren Auftragsvergaben beteiligt.

ISTOE: Wer waren die vielen Österreicher, die bei Ihrer Protestaktion in
Brasilien anwesend waren?

WERNER RYDL: Das waren über 60 Österreicher, die eigentlich unfreiwillig
bei der Protestaktion in Brasilien anwesend waren. Ich habe diese Personen
bereits vor mehreren Wochen aus 16.500 Österreichern ausgewählt und zum
Karneval 2002 nach Brasilien eingeladen. Zum Abschluss mussten Sie dann bei
meiner Protestaktion anwesend sein. Alle konnten sich noch einige
Geldbündel an österreichischen Banknoten aus dem Feuer ziehen und damit
nach Österreich zurückkehren. Das war notwendig zum Nachweis für
österreichische Behörden, denn österreichische Notare haben den
Zeugendienst für diese Protestaktion verweigert.

ISTOE: Und Ihre österreichischen Geschäfte machte niemand nach?

WERNER RYDL: Nein, das haben wir verhindert. Nachdem ich mich inoffiziell
verbündet hatte mit den höchsten Finanzstellen in Österreich, mussten wir
eben Nachahmer meiner Geschäfte fernhalten. Gelungen ist uns das, indem wir
die bekannten Geschäfte fälschlicherweise kriminalisierten. Normale
Anzeigen anfangs bei der Justiz halfen nichts, denn die Staatsanwälte
konnten ja nichts Kriminelles feststellen. Erst als wir einen Staatsanwalt
überreden konnten, dass wir bei der Finanz die hochkomplexe Anklageschrift
selber formulieren würden, stimmte dieser im Zuge eines kleinen
Gegengeschäftes zu.

ISTOE: Und was sagen dazu die österreichischen Richter?

WERNER RYDL: Das war auch nicht so einfach, einen österreichischen Richter
zu finden, der mit hoher Wahrscheinlichkeit diese Anklage im Sinne der
Anklage erledigt. Aber nachdem wir einen unserer Ansicht nach geeigneten
Richter ausgesucht hatten, brauchten wir nur noch den mit dem passenden
Anfangsbuchstaben geführten Angeklagten voranzustellen und schon war das
Problem gelöst.

ISTOE: Also man kann sich sogar in Österreich den Richter aussuchen?

WERNER RYDL: Selbstverständlich!

ISTOE: Und wie ging dieser Schauprozess aus?

WERNER RYDL: Der läuft noch, aber ich konnte die Herren der Finanz in
Österreich davon überzeugen, dass die Angeklagten im Zuge einer
Verurteilung doch die tatsächlichen Opfer aus diesem System seien. Deshalb
haben sie zugestimmt, dass wir jedem Angeklagten, der durch das Gericht auf
Grund der falschen Daten der Finanzbehörde verurteilt wird, für jeden Monat
einer unbedingten Verurteilung eine steuerfreie Entschädigung von 40.000,-
EURO pro Strafmonat zukommen lassen werden und pro Verhandlungstag eine
Verdienstentschädigung von 2.500,- EURO.

ISTOE: Unglaublich! Und was berichten die österreichischen Medien darüber?

WERNER RYDL: Was für Medien? Nahezu alle Medien in Österreich erhalten
jährlich eine staatliche Presseförderung aus dem Finanzministerium. Wir
haben Medienverbot für diese Causa erteilt, sonst streichen wir denen
diesen überlebenswichtigen Zuschuss. Nach 24 Verhandlungstagen vor Gericht
mit 18 Angeklagten und der angeblich größten Schadenssumme seit bestehen
dieser Republik war noch kein einziger Journalist im Verhandlungssaal oder
hat jemals ein Medium darüber berichtet. Das Maulkorb funktioniert perfekt.


ISTOE: Mir fehlen die Worte......in Brasilien gibt es auch ein
Mehrwertsteuersystem. Ist das österreichische "System" hier in Brasilien
möglich?

WERNER RYDL: Nein. Viele Staaten dieser Welt haben das
Mehrwertsteuersystem. Die USA hatte genau ein Jahr lang die österreichische
Form, bis der Gesetzgeber über den eigentlichen Zweck dieser Form dahinter
kam und den Misstand behob, durch eine gesetzliche Regelung, der
allgemeinen Endbesteuerung.
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