Hallo,
kein Problem mit den Fragen...
> 1. hat jeder flughafen seine eigene MRVA, wenn
> ja, wo kann man sich da informieren.
nicht jeder Flughafen, sondern jeder Radarsektor hat eine eigene MRVA. Die Sektorengrenzen, in denen unterschiedlich hohen MRVAs gelten können schon sehr klein sein. Wichtig ist nur, daß die MRVA deutlich (mind. 1000' oder 2000') über dem höchsten Punkt liegt! Die MRVA-"Sektoren" müssen übrigens nicht mit den FIR oder den Grenzen übereinstimmen, für die ein bestimmter Lotse zuständig ist. Ich glaube, sie sind kleiner.
> 2. darf man nachdem man praktisch die landebahn
> (wegen sich ändernden windverhältnissen) > gewechselt hat, am schluss aus dem circling
> approach wieder einen straigth in auf die "neue"
> landebahn machen?
> Also z.B: EDDM/MUC, man macht Straight in auf
> 26L, der Wind dreht, und man macht ein circling
> (also sozusagen eine "halbe" platzrunde) man
> fliegt nun die 08R an, wird man nun das ILS der
> 08R benutzen (also straight in auf 08R)?
Jein, aber eher nein. Du verwechselts wieder die Begriffe, glaube ich. Wenn du - nach einem Instrumentenanflug am Circling Minimum den Flughafen in Sicht hast, dann darfst du im Prinzip nach Sicht auf jeder Bahn landen (vorausgesetzt natürlich, der Tower-Lotse genehmigt das).
Was du aber NICHT tun darfst, ist von dort aus einen neuen Instrumentanflug beginnen. Das geht ja auch gar nicht. Die Platzrundehöhe ist etwa 1500', die Höhe, in der du in EDDM das ILS anschneidest ist 5000'. Insofern ist auch das Wort "straight in" nach einer Platzrunde nicht angebracht. Du fliegst eben die Platzrunde wie gewohnt - nach Sicht - um dann nach sind in den kurzen Endteil einzudrehen. Der Endanflug ist logischerweise "straight in", man will ja die Bahn treffen.
In München wirst du aber nie eine Platzrunde fliegen, um auf der entgegengesetzen Bahn zu landen. Das ist im Vergleich zum ILS viel zu ungenau. Außerdem kann man dann die Maschinen gar nicht mehr staffeln.
Wenn der Wind dreht, merkt das Tower rechtzeitig und verwendet einfach ab einem bestimmten Zeitpunkt das ILS 08R.
> 3. Darf man nach einem straight in, nach
> wechselden windverhältnissen auch den kurs
> beibehalten und die landebahn überfliegen um
> dann eine 180° kurve zu fliegen um die
> entgegengesetzte landebahn anzufliegen?
Also, die Windverhältnisse werden sich kaum während deines Anfluges ändern. Insofern weißt du schon zu Beginn deines Instrumentanfluges (!), daß du einen Circling Approach fliegen mußt.
Wenn du daß tust, darfst du nicht die Landebahn überfliegen.Zum einen können auf der Bahn noch Abflüge stattfinden, wenn du im Gegenanflug bist. Zum anderen kannst du nach dem Überfliegen keine 180°-Kurve mehr fliegen. Deswegen fliegst du ja die Platzrunde auf einem Parallelkurs.
Um es noch mal zusammenzufassen: einen Visual Circling Approach kannst du eigentlich nur dann erwarten, wenn aus Windgründen eine Bahn aktiv ist, für die es keinen geeigneten Instrumentenanflug gibt. Prominente Beispiele sind Salzburg und Innsbruck sowie Lugano. In Salzburg kann bei Nordwind die 34 aktiv sein. Es gibt keinen Instrumentanflug, da direkt im Süden ein Berg steht. Insofern fliegt man den ILS-16 Anflug, um bei einer bestimmten Höhe nach Sicht weiterzufliegen.
Markus