Gerson,
mit den Alternates ist das so eine Sache.
<<, im fliegermagazin 01/2002 bin ich in einem bericht ("tabellen-kalkulation à la IFR") über etwas gestolpert, was ich nicht ganz verstehe. dort heißt es unter einem flugplanungsbeispiel: "für den flug zum alternate nimmt man einen direkten kurs". >>
Ok, wenn das Fliegermagazin dafür den Kopf hinhalten will, ich finde dieses Procedure nicht sehr schlau.
Nehmen wir mal die Situation an. Du fliegst einen Anflug auf den Flugplatz Frankfurt, must durchstarten und nach, sagen wir, Stuttgart diverten.
Nach dem Go Around fliegt man ja zunächst einmal das Procedure ab, das heisst, (Pisten 25) auf 4000 ft steigen und dann links nach Charlie. Dann muss von der ATC die Freigabe verlangt werden, auch das dauert. Danach folgt man dieser Route, die FRA-STR relativ gerade nach Luburg führen dürfte. Von dort muss man das Anflugverfahren und die Landung in STR mitrechnen.
Na dann rechnen wir mal. Das Fliegermagazin will also geraden Kurs nach STR. Ok, Great Circle von FRA nach STR sind 85 Meilen. Mit den Procedures wie erwähnt sind es sage und schreibe 121 Meilen! Das ist 40% mehr als das Routing des Fliegermagazins, mit einer Cessna z.B. knapp 20 Minuten mehr Flugzeit.
Brutaler wird es z.B. in Zürich mit Alternate Basel: Dort beträgt die Different schlappe 100% (ILS14/16 - ZUE - SAFFA - HOC - BLM - Approach 16).
Wer also nun eine Treibstoffkalkulation macht und sich dabei auf Great Circle verlässt, der kriegt bei einer echten Diversion Probleme.
Es gibt im Prinzip 2 Möglichkeiten, Alternates zu rechnen:
1. Man generiert Alternate Routes, d.h, man rechnet die effektive Strecke in Form eines Secondary Flight Plans. Einige Flugplaner können das, andere nicht.
2. Man setzt den Great Circle Index herauf, addiert also eine Distanzabhängige Anzahl Meilen zum Great Circle.
Methode 1 eignet sich vor allem für Flugplätze, die man immer wieder anfliegt, etwa den Heimflugplatz und seine Alternates plus die nächsten Destinationen.
Methode 2 eignet sich für alle anderen Operationen, oder aber auch für Alternates, die man nur in Ausnahmefällen(ganze Umgebung dicht) verwendet.
Für die Methode 2 verwende ich folgende Faktoren:
Distanz unter 100 NM: Add 80NM
Distanz unter 200 NM: Add 60NM
Darüber: Add 50NM.
Natürlich kann man auch einfach Prozentsätze zum Fuel dazuschlagen.
Damit kann man recht vernünftig eine Alternate Planung machen.
Gruss
Urs
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