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Alt 19.01.2011, 15:25   #16
Satan_666
Inventar
 
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so negativ würde ich das nicht sehen. im gegenteil: für mich geht das im moment alles eh viel zu schnell. anstatt dass man sich bemüht, eine technik wirklich ausreifen zu lassen, doktort man schon an neuen ideen rum, noch bevor die vor-variante überhaupt lebensfähig ist.

wenn dem 3D ein früher tod beschieden ist, dann wegen dem extremen drang, immer schneller weiter zu forschen. weil irgendwann werden einfach die kosten nicht mehr hereinspielbar sein, weil sich kaum jemand mehr getraut, in eine neue technik zu investieren, sprich die geräte auch zu kaufen.

obiges beispiel wäre typisch: wenn das publik wird, dass man schon die nächste generation von 3D-TV im visier hat, noch bevor das "jetzige" system überhaupt spruchreif ist, wird das jetzige system wohl kaum jemand kaufen.

und das mit der 3D-technik beim film generell: das ist nur eine frage der zeit. wie lange hat man gebraucht, bis man draufgekommen ist, dass man den ton beim tonfilm auch für etwas ganz anderes benützen kann als lediglich die gesprochenen kommentare der schauspieler zu übertragen? heute macht der ton an einem guten film sicher an die 30 bis fast 50% des erfolges aus. ebenso mit der farbe: eine zeitlang hatte man den eindruck, es würde sich um einen bunt- und nicht um einen farbfilm handeln. dass bestimmte farben zum falschen zeitpunkt den film schaden können, ist heute längst bekannt.

und es braucht nun mal seine zeit, bis sich diese erkenntnisse allgemein durchsetzen. massiv enttäuscht worden bin ich eigentlich vom film toy story 3, wo ich mir gerade von den disney-studios - der lange zeit in sachen neuentwicklungen der vorreiter schlechthin war - deutlich mehr erwartet.

ich sehe diese entwicklung eher so wie das digitale aufpeppen eines streifens. vorreiter wie jumanjii oder stargate etc hatten mal einen hype ausgelöst. nicht bald danach hatten viele filme derartiges eingebaut und heute ist es selbstverständlich. aber die tatsächliche kunst ist es, das ganze so zu machen, dass der betrachter das gar nicht mitbekommt, was real ist und was nicht.

die gefahr, die ich persönlich sehe und was mir extremes kopfzerbrechen bereitet: die eigentliche handlung und das schauspielerische talent wird dabei komplett auf der strecke bleiben. je detaillierter das bild auf der leinwand ist, umso weniger raum bleibt für meine eigene fantasie übrig. und 3D wird die entwicklung in die falsche richtung leider beschleunigen.
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