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Alt 19.04.2010, 15:33   #55
FranzK
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Na ja, Niki Laudas 180-Grad Kehrtwendung ist nicht ganz ohne Pikanterie. Die "völlig überzogene Maßnahme ohne jeglicher Daten" wurde am Freitag noch gut geheißen. Dabei würde ich meinen, dass gerade das Fehlen jeglicher aktueller Daten und in Zusammenhang damit das Fehlen von verbindlichen Erkenntnissen aus der Vergangenheit die Maßnahme rechtfertigen. Wer hätte denn die Verantwortung für auch nur einen Absturz übernehmen sollen?

Laudas heutige Meldung, dass der Pilot die Entscheidung vor Ort fällen soll, erscheint auch sehr gewagt. Der Pilot hat ohnehin schon im Idealfall bei Vorliegen aller relevanten Flugdaten enorm viel Verantwortung auf seinen Schultern. Und jetzt soll er noch zusätzlich empirische Abschätzungen über das Risiko beim Fliegen durch eine Aschewolke treffen?

Sehr auffallend ist für mich die Tatsache, dass das ganze Wochenende über eigentlich kein Wort über die angeblich größte Gefahr beim Durchfliegen der Aschewolke gefallen ist. Man hat Testflüge gemacht und berichtet, dass die danach untersuchten Turbinen dies ohne Schaden überstanden hätten. Zwei Tage vorher wurde von Luftfahrttechnikern verbreitet, die größte Gefahr stelle die Asche für die Geschwindigkeitsmesser dar. Die funktionieren nach dem Prinzip des Staudrucks und wenn sich da feine Asche anlegt und den Geschwindigkeitsmesser praktisch "verklebt", dann fallen alle automatischen Regelsysteme wie z.B. Autopilot aus und der Pilot muss "auf Gefühl" fliegen (ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie ein Pilot eine 747 "mit Gefühl" landen soll...). Davon hat man am Wochenende gar nichts mehr gehört...

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