Eines vorweg:
Um die Passivhausförderung zu erhalten kann durchaus in den Richtlinien des jeweiligen Landes enthalten sein, dass Installation und Verwendung von Elektro-Direktheizungen verboten sind. Doch nicht alles was verboten ist ist auch sinnhaft

Die nachträgliche Installation ist bei den paar Watt an Strombedarf die benötigt werden leicht möglich. Das Stromversorgungsnetz des Hauses hat damit kein Problem.
Mir geht es nicht darum jedem Passivhausbesitzer eine Elektro-Direktheizung einzureden, sondern aufzuzeigen, dass es - im ersten Moment klingt´s pervers, ich weiss - aus ökologischer Sicht oftmals sinnvoll ist auf die Elektro-Direktheizung als Zusatzheizung zu setzen.
Nehmen wir mal an das Einfamilien-Passivhaus ist sinnvoll gebaut, sprich es ist ausreichend Speichermasse sowohl in
wärmetechnischer als auch in
hygroskopischerHinsicht gegeben.
Ein Passivhaus bedingt eine quasi
luftdichte Bauweise, damit darf kein "gewöhnlicher" Ofen installiert werden. Informationen
hier und
hier - siehe auch pdf
Eine Lüftungsanlage sowohl für Zu-als auch für Abluft ist im Passivhaus Bedingung und dabei wird gleich die Wärme der Abluft genutzt. Sinnvoll ist der Einsatz eines Querstromlüfters, da er gegenüber dem Kreuzstromlüfter ein deutlich höherer Wirkungsgrad besitzt sowie eine Vorwärmung bzw -kühlung der Zuluft z.b. durch im Erdreich verlegte Rohre auch um einer möglichen Vereisung des Luftwärmetauschsystems zu entgehen.
Beim Passivhaus wird angenommen, dass es die für´s Wohlfühlen benötige Wärme selbst produziert, daher der
Name Sind jetzt zuwenige Wärmequellen vorhanden bzw zu effizient (Menschen, Lichtquellen, Verwendung von Kochstellen etc) bzw der Wärmebedarf besonders gross (einige fühlen sich bei 18 Grad am Wohlsten, andere bei 25) so kann eine Zuheizung durchaus notwendig sein.
So ich mich im gängigen Einfamilienhaus-Grössenbereich bewege wird die ab und an benötigte Zuheizung weit unter 1000 Watt liegen, meist im Bereich von einigen hundert Watt.
Bei der elektrischen Zuheizung ist die Möglichkeit gegeben direkt im Lüftungssystem zuzuheizen und auf diese Weise das ganze Haus zu versorgen mit dem Nachteil das es nicht raumweise aktiv regelbar ist oder mittels Elektro-Direktheizkörpern genau dort Wärme einzubringen wo sie momentan von Bedarf ist und dies auch effektiv zu steuern.
Vereinfacht ausgedrückt: Strahlungspanele werden genau dort montiert wo sie benötigt werden. Es wird beinah kein Platz benötigt, es fällt kaum Installationsaufwand an und kaum Kosten (ein wenig mehr wenn optisch schöne und strahlungstechnisch gute Marmorheizpanele verwendet werden)
Für einen Holzofen oder Pelletsofen (es gibt nur ganz wenige Hersteller die geeignetes bauen) ist der Installationsaufwand viel höher. Beim Hausbau ist ein Kamin vorzusehen der mit der geringen Leistung zurande kommt, es ist eine geeignete Zuluftzufuhr vorzusehen, Lagerraum für das Heizmaterial sowie für den entstehenden Abfall(bis hin zu den Entsorgungskosten).
Das Haus gehört entsprechend grösser gebaut, die dafür verwendeten Baumaterialien benötigen in der Herstellung etliches an Energie, die Wärmeenergiegewinnung so kleiner Feuerstätten ist extrem ineffizient - deswegen werden auch Pufferspeicher und zusätzliche Heizkörper empfohlen.
All dies belastet die Umwelt schon beginnend mit der Produktion von Kamin, Ofen, etc und aus ökonomischer Sicht(Heizungskomponentenlebensdauer ist anzunehmen mit 15 bis allerhöchtens 40 Jahren mit entsprechender Entsorgungsproblematik) rechnet es sich genausowenig wie die Verschrottung eines 13 Jahre alten Autos damit stattdessen ein neuer Wagen produziert wird der vielleicht 3 Liter auf hundert Kilometern weniger verbraucht, von ökonomischen Sichtweise braucht man gar nicht sprechen.
Andere Einflussfaktoren wie: ein loderndes Feuer, das Knacken von Holz, diese Atmosphäre oder E-Smogbelastung die je nach Elektrosensibilität der Bewohner bei der Auswahl der Heizung eine Rolle spielt.