Zitat:
Zitat von lalaker
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Intel hat das Geld und auch das Know How um Entwicklung voranzutreiben, dass diese aber nicht automatisch immer die Messlatte sind und vom Markt angenommen werden zeigt die Fehlentwicklung des P4 ...
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Auch das stimmt so nicht!
Richtig ist, dass der P4 rückblickend eine Fehlentwicklung war. Die Intel-Techniker hatten die Höhe der thermischen Hürden dieses Designs unterschätzt. So etwas kann passieren, aber es passiert nur dem Technologie-Vorreiter! Der Hintennach-Entwickler kann einige Fehler von vornherein vermeiden.
Falsch ist aber, dass der P4 vom Markt nicht angenommen wurde. Im Gegenteil, nie zuvor hatte Intel so viele CPUs verkauft! Intel hat sich am P4 dumm und dämlich verdient. Der P4 hatte zwar einen deutlichen Hang zum Eierkocher, aber davon abgesehen war er sehr zuverlässig und in Verbindung mit Intel-Chipsätzen bombenstabil und sehr leistungsfähig. Wie ich schon andernorts geschrieben habe, war diese Zuverlässigkeit der Grund, dass AMD trotz der Überlegenheit der Athlon-CPUs im Markt der großen Stückzahlen keinen Boden gut machen konnte. Die Hauptplatinen für Athlons waren überwiegend keine echte Konkurrenz für Intel. So blieb für AMD nur der Markt der Selbstbauer, wo der Athlon den P4 überflügelte. Aber kommerziell hat das Intel praktisch überhaupt nicht gekratzt.
Schlimmer fanden die Intel-Leute natürlich den nicht zu übersehenden Image-Verlust durch die Athlons. Daran hatten sie natürlich zu kauen. Auch als absoluter Marktführer sollte man es sich nicht leisten, dass ein kleiner Konkurrent einem zu lange auf der Nase herumtanzt. Und Intel hat seine Lektion gelernt. Sie haben den P4 mehr oder weniger eingemottet, still und heimlich das angeblich ausgereizte P3-Design mit neuen Fertigungstechniken wiederbelebt und zum großen Gegenschlag ausgeholt.
Während sich AMD für einige wenige Jahre sträflich nachlässig auf seinen Lorbeeren ausgeruht hat, war Intel nicht untätig und das Imperium hat beginnend mit der Centrino-Technologie gewaltig zurückgeschlagen. AMD brachte danach mehrere Jahre kein Bein mehr auf den Boden und erst in jüngster Zeit hat man im untersten und mittleren Segment wieder gute Argumente für AMD-Bestückung. Mit eigenen Chipsätzen und ATI-Graphik schaut die Zukunft gar ein wenig rosig aus. Aber sie müssen früher oder später auch wieder im oberen Segment etwas anbieten können, um nicht völlig als Billigausstatter zu enden.
