Wenn man alles mit dem Intellekt erfassen will, dann gibt es damit nur ein Problem:
Es gibt verschiedene Formen des Denkens, genauso wie es verschiedene Formen der Intelligenz gibt.
In dieser Hinsicht hinterfragen sich ja glücklicherweise die Forscher mittlerweile selbst.
Früher war das ein elitärer Zirkel, und wer da nicht genau die eine Form des "richtigen Denkens" gut beherrscht hat, der hat nicht dazugehört.
Heute weiß man, daß es mehr gibt als nur z.b. das maximale Speichern von Wissen und auswendig irgendwelche Bücher heruntersagen zu können.
Oder das möglichst gute Verstehen logischer oder mathematischer Zusammenhänge.
Das sind Dinge, die wahrscheinlich männlichen Wissenschaftlern eingefallen sind.
Genau diese Art des Denkens führt aber letztenlich auch zu einem absoluten Übergewicht der Körperlichkeit.
Soll heissen, für den angeblich aufgeklärten Menschen bleibt dann letztendlich nur der Körper.
Man kann ja angeblich alles auf irgendwelche chemischen Grundstoffe im Körper zurückführen.
Das führt dann wiederum zu einem Körperkult bis hin zu einer wahren Hysterie wenns darum geht, jung und schön sein zu müssen.
Jeder, der da nicht mitkann oder mitwill, ist dann plötzlich nichts mehr wert.
Wenn man aber zu reflektieren anfängt, dann weiß man auch instinktiv, daß das nicht alles gewesen sein kann.
Man überlegt dann hoffentlich, was man wirklich braucht, um glücklich zu werden.
Das Ergebnis wir dann wahrscheinlich irgendwann sein:
Man möchte als Mensch um seiner selbst Willen geliebt werden.
Und nicht weil man so viel Geld hat.
Oder bei den Frauen weil sie z.b. so eine große Oberweite hat.
Denn so eine Betrachtungsweise ist letztendlich für den Menschen entwürdigend.
Oder anders gefragt:
Wenn man einen Menschen an seinem Sterbebett fragt, was ihm wirklich wichtig war.
Was wird er dann sagen ?
Sicher nicht, daß er einen IQ von 150 gehabt hätte.
Oder das er so und so viel Geld verdient hätte.
Oder irgendwelche Details über seinen Körper oder den Körper anderer Menschen.
Nein, es geht um Beziehungen und Menschen die einem wichtig sind.
Alle diese Dinge kann man aber leicht aus den Augen verlieren, wenn man die Wissenschaft sozusagen vergöttert.
Und es hilft dabei auch nicht, wenn man die Wissenschaft an die Stelle der Kirche treten lässt oder irgendwelche herabsetzenden Kommentare über die Kirche macht.
So einfach ist das nicht, man sollte nicht eine Sache, die vielen Menschen wichtig ist, als böse brankdmarken und abhaken.
Denn man kann alles so oder so für sich selbst nehmen oder auch nicht.
Nur weil viele Menschen die Ziele oder Ideale der verschiedenen Religionen mißbraucht haben, heisst das nicht, daß die religiösen Bewegungen nicht wichtig sind.
Solange man nicht mit Gewalt gezwungen wird, irgendwas zu tun oder zu glauben, würde ich das jetzt nicht als so schlimm sehen.
Schlimm wirds erst dann, wenn man sein Leben nicht mehr so leben kann wie man es für richtig findet, weil irgendjemand ein Dogma aufstellt.
Oder wenn man von rücksichtslosen Menschen umgeben ist, die sich um nichts und niemand kümmern. Die im Gegenteil "über Leichen" gehen, nur damit sie das kriegen, was sie wollen. Und denen es nur darum geht, ein möglichst einfaches Leben zu haben, auch wenn dabei "ein paar Kollateralschäden" enstehen.
Das ist das wahre Problem unserer Zeit, nicht eine tolerante Religion.
|