Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 01.03.2009, 02:39   #42
The_Lord_of_Midnight
Gesperrt
 
Registriert seit: 26.10.1999
Beiträge: 19.154

Mein Computer

Standard

Also was ich derzeit z.b. nicht wirklich verstehe ist, wenn jemand 1% bekommt und das als schlechtes Ergebnis abtut.
In der derzeitigen Lage ist es schon ein gutes Ergebnis, wenn möglichst viele Leute ihren Arbeitsplatz behalten.
Das meine ich mit Vernunft und beide Seiten sehen.
In solchen Momenten die Arbeitgeberseite als ausbeuterisch hinzustellen, finde ich unpassend.
(Und ja, natürlich schenken sie nichts her und natürlich gibts ausbeuterische Arbeitgeber).

Und ja, ich glaube schon, daß ich den derzeitigen Zustand der kollektivvertraglichen Erhöhungen verstehe.
Genau weil das seit Jahrzehnten so ist, haben sicher auch viele Leute in der IT keine Hoffnung, daß ihnen das ganze was bringt.

Den Kommentar, daß ich das unmögliche will oder daß es an meiner Person liegt, hättest dir auch sparen können.
Wie gesagt, ich habe sehr wohl den Eindruck, daß man bei der Gewerkschaft viele Leute hat, die nur die Anliegen des kleinen Mannes sehen und alle anderen bereits unbewusst der "Ausbeuterseite" zurechnen.
Ich weiß auch sehr wohl, daß die Gewerkschaft wichtig für die Arbeitnehmer ist, sonst wäre ich nicht seit Angebinn meines Arbeitslebens Mitglied und würde seit Jahrzehnten den Grenzbeitrag einzahlen.
Aber wie gesagt, gerade auch solche Kommentare wie deine fügen dem ganzen eine bittere Note hinzu und sind sicher auch ein Grund, warum nicht alle Leute hinter der Gewerkschaft stehen.

Klar fühlt sich der "Hackler" wohl, wenn von der Gewerkschaft das "heroische Bild des Arbeiters" gezeichnet wird und jeder Verhandlungserfolg direkt in seine Tasche geht.
Nur musst du auch verstehen, warum vielleicht bei den IT'lern deswegen weniger Begeisterung herrscht.
Ich kenne die Situation aus eigener Erfahrung, weil ich von Anfang an genau in der Branche tätig bin.
Natürlich könnte man sagen, viele IT'ler sind so dumm und so geldgierig, so wie du es eben auch machst.
Nur das ist zu wenig, damit schafft man genau die Fronten, die wir nicht brauchen und mit der sich die Gewerkschaft nur selbst schadet.

Aber ich bin ja nicht der einzige aus der IT hier.
Vielleicht traut sich ja auch jemand anders ein freies Wort zu sagen ?
Das ist nämlich das nächste Problem, kritische Stimmen gegenüber der Gewerkschaft können sehr schnell zu einem großen Problem werden.
Das kann dann auch zu Mobbing führen, denn dann fühlen sich gleich ein paar bemüßigt, den "Verräter" in seine Schranken zu weisen.

Ich persönlich habe aber sicher nichts gegen die Gewerkschaft.
Mich stören nur ein paar Dinge, und sowas muss man ansprechen, nur dann kann man für potentielle Mitglieder wieder attratkiver werden und wieder an Größe und Stärke gewinnen.
Was die Leute heute sicher nicht brauchen sind große Arbeitskämpfe, wo man das halbe Land lahmlegt.
Das ist das nächste Thema, wo sich sicher viele negative Meinungen oder sogar großer Zorn aufbauen.
Man kann nicht Unbeteiligite und Unschulidge schädigen und dann auf ein positives Image hoffen.
Denn so einfach ist das nicht mehr mit Gut und Böse, und das wissen die Leute heute mehr denn je.
Wir werden auch aufgeklärter heutzutage, auch wenn dem jetzt manche widersprechen werden.
The_Lord_of_Midnight ist offline   Mit Zitat antworten