Lou, die Frage ist doch nach der Nachhaltigkeit und Entwicklungsperspektive eines Systems.
Wenn kurzfristige Gewinnmaximierung ohne Bedacht auf Folgekosten für hunderte Generationen (Beispiel Atomkraft) zur Regel wird, ist doch logisch, wie schnell so ein super System wieder zugrunde gehen kann.
Es ist einfach ein Irrtum zu meinen, in der Privatwirtschaft gebe es gewissenhaftere Geister als beim Staat. Niemandem wird so genau auf die Finger geschaut bzw. unterliegt so vielen Regelungen wie der Staat selbst.
Damit will ich auch einem weiteren möglichen Mißverständnis vorbeugen: ich gehe überhaupt nicht davon aus, dass die Manager von Betrieben > 10.000 Mitarbeitern zum Großteil "böse" Absichten hätten.
Man ist bei der Leitung eines Unternehmens schließlich verpflichtet, alle legalen Möglichkeiten zur Gewinnmaximierung auszuschöpfen. Weit blickendes verantwortliches Verhalten zahlt sich nur aus, wenn auch alle anderen dazu gezwungen sind, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Solange Möglichkeiten der Plünderung bestehen, werden sie gnadenlos ausgenützt werden, selbst wenn der eine oder andere Manager es vielleicht besser wüsste.
Und je schwächer Staaten sind (siehe Afrika) umso mehr greift die Plünderung um sich.
Dass ein "starker" Staat automatisch besser ist, will ich damit natürlich genauso wenig sagen (siehe China, Russland oder z.T. bisher auch die USA).
Im Grunde hat eigentlich niemand ein glaubwürdiges Rezept, wie Wirtschaft und Staat am besten harmonieren sollten, vielleicht sind gewisse Staaten aber durchaus als Vorreiter anzusehen, wenn dortige Bürger mehrheitlich als zufrieden wahrnehmbar sind, die Umwelt noch einigermaßen intakt ist und dieser ganze Luxus nicht nachweislich auf der Plünderung anderer besteht. Soviel ich heute weiß, entspricht z.B. Neuseeland ansatzweise dieser Vorstellung.
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