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Zitat von wfw
Klar müssen wir hinter unserer Interessenvertretung stehen - nur ist das für mich die Arbeiterkammer. Und nicht ein freiwilliger Verein wie der ÖGB.
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Du vergisst leider, dass die Arbeiterkammer bei den Arbeitnehmern den selben Ruf genießt, wie alle Institutionen, die zwangsweise Geld von der Bevölkerung bekommen. Siehe das typische Beispiel des ORF, wo hier nicht wenige motzen und sich darüber beschweren, dass sie dafür Geld berappen müssen, sobald sie ein empfangbares Rundfunkgerät besitzen. Zwang ist bei den einfachen Leuten noch nie gut angekommen, auch wenn es per Definition nur zu ihrem Besten passiert.
Genau aus DEM Grund verweigert die AK die Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite - weil ein FREIWILLIGER Anschluss an einen privaten Verein einfach mehr Eindruck macht als die AK mit ihren Zwangseinnahmen.
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Zitat von wfw
Und wie erklärst, daß z.B. die Gewerkschaft der Privatangestellten in manchen Branchen viel für die Arbeitgeber (35 h-Woche, Erhöhungen,...) erreicht, während dieselbe Gewerkschaft z.B. bei den Wirtschaftstreuhändern seit 15 Jahren keine Ist-Erhöhung geschafft hat??
Dabei sind das genau die selben Verhandler...
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Na, was glaubst, warum das so ist?
Es gibt Branchen (allen voran die Arbeiterschichten wie Metaller oder Elektroindustrie) oder auch die damals eher den intelligenten Arbeitnehmern wie Angestellten und Beamten haben es schon immer verstanden, sich zu organisieren. Dort sind gar 90 oder mehr Prozent der Arbeitnehmer bei der Gewerkschaft - und entsprechend hoch fällt natürlich deren Mandat aus.
In der IT-Branche, wo jeder Dodel glaubt, er könne es sich mit SEINEM Chef besser richten als es die offiziellen Verhandler der Gewerkschaft tun, dort sind vermutlich zwischen 5 und 8 Prozent der Arbeitnehmer bei der Gewerkschaft. Klar lachen hier die Arbeitgeber die Verhandler aus, wenn maximal 8 Prozent hinter dem Team stehen.
Wenn ich daran denke, dass ich im Oktober im wiener Austria-Center war zu einer IT-Mitarbeiterversammlung und dann von etwa 50.000 betroffene lediglich 2.500 Leute ihr Geschick selber in die Hand zu nehmen bereit sind, dann muss ich sagen: recht geschieht uns.
Wenn es heißt: Streiken, dann sind die Metaller überwiegend mit Begeisterung dabei, die Arbeit nieder zu legen - und die Arbeitgeberseite weiß das ganz genau und deswegen vermeiden sie den direkten Konfrontionskurs. Wenn es aber im IT-Bereich heißen würde: Streiken, dann wäre das mit Sicherheit ein Flop ersten Grades - und auch DAS weiß die Arbeitgeberseite, weswegen sie bei uns einfach ein sehr, sehr leichtes Spiel haben.
Aber warum ist das so? Unsere Arbeitgeber shicen uns Jahr für Jahr auf den Kopf und wir sagen offensichtlich auch noch Danke!