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Alt 25.08.2001, 15:40   #2
Hurricane
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7. Highwater (For Charlie Patton)
Akustischer Old-time Country-Blues mit vielen Instrumenten, deutlich auch
Banjo (Larry?). Dies ist ein weiteres absolutes Highlight der CD mit intensiv
schönem Gesang Dylans. Der Rhythmus klingt wie eine heftig stampfende
Dampf-Lokomotive, stilistisch an "16 Horsepower" erinnernd. Kommt sicher auf eine der Singles? Das Stück ist Charlie (oder wohl richtiger Charley?) Patton gewidmet, der ca. 1889 in Edwards, Mississippi, geboren wurde und am 28.4.1934 in Indianola, Mississippi, starb. Obwohl nur vier Sessions von ihm aufgenommen wurden, gilt er als einer der einflußreichsten Musiker des
Delta-Blues (Country-Blues) und gibt wie kein anderer den Stil der
Geburtsstunde der Bluesmusik wider. Er scheint großes Vorbild für Dylan zu
sein (etwa, weil er in seinem kurzen Leben acht Frauen hatte?!). Er war -
ähnlich wie viel später Jimmy Hendrix - berühmt dafür, seine Gitarre auch
hinter seinem Hals oder zwischen den Beinen virtuos zu spielen. Erst ca. fünf
Jahre vor seinem Tod wurde er durch seine Eigeninitiative "entdeckt"
(Paramount Record Company). Seine bekanntesten Stücke, alle von der ersten Session (1929), sind: "Pony Blues", "A Spoonful Blues" und "High Water Everywhere" (Hier hat Dylan seinen Titel "geklaut"! Pattons Lied handelt von der Mississippi-Flutkatastrophe von 1927).

8. Moonlight
Lässig-jazzig, langsame Schnulze im Stil von Vorkriegs-Barmusik mit
Country-Anleihen, ein wenig an Dylans "Return On Me" ("Sopranos 2" - Album, 2001) erinnernd. Wunderbar Dylans intensive Stimme, unbedingt ein weiteres Highlight der CD! Grandios auch der superlangsame Schluß (dort nur Gitarre: Charlie?).

9. Honest With Me
Ein weiterer heftiger Blues-Rock, der wie eine perfekt gelungene
Live-Darbietung wirkt, vor allem Dank der super Slidegitarre im alten
Blues-Stil! Würde ich auch gern live und im Plankenstein-Keller hören.

10. Po' Boy
Etwas jazzige Country-Ballade mit ganz ungewöhnlichem, sehr gekonntem
Gesangsstil Dylans. Super! Enthält eventuell die Zeile "... when my mother
died ...", ein weiterer Hinweis, wie sehr Dylan sich mit dem Tod seiner
Mutter beschäftigt?

11. Cry Awhile
Das experimentellste und ungewöhnlichste Stück der CD, da der heftig
stampfende Blues-Rock immer wieder ganz plötzliche und unerwartete
Rhythmus-Wechsel erfährt (Wirkt im ersten Moment wie ein CD-Fehler!). Deshalb werden viele diesen Song gar nicht, andere dagegen aber sehr mögen (Ich zähle mich eindeutig zu den letzteren). Wieder sehr gute Slidegitarre (wer?). Ich hoffe sehr, dass ich dieses Stück live erleben darf (und wiederum in der Plankenstein-Disko!).

12. Sugar Baby
Wie auf einigen älteren Dylan-Alben als letztes Stück, findet sich hier eine
melodische Schnulze vom Feinsten! Dylans Stimme wirkt magisch-intensiv, der altmodische sphärisch-verträumte Klang der akustischen Musik ist wunderbar und wird durch einige Instrumente erzielt, die auf Dylan-Alben bisher eher selten sind (Akkordeon, Dulcimer?, ...?). Möglicherweise spielt ein
Gastmusiker hier auch Mundharmonika (oder ist es doch die Orgel oder das
Akkordeon?). Jedenfalls ein abschließendes Highlight der CD.

Soweit meine ersten ganz subjektiven Eindrücke von Dylans neuer CD, die ich für musikalisch (auch inhaltlich??) für mindestens so gut wie TOOM halte; der Verkaufserfolg wird meines Erachtens sogar höher sein.

Einige Hinweise noch abschließend, die wir mündlich erhielten: In der
Zeitschrift "L. A. Future" soll zum Erscheinen der CD eine Cover-Story
erscheinen. Kann sich da jemand darum kümmern? Die hätte ich natürlich gern (Website habe ich noch nicht gesucht). Ab 5.10. soll Dylan zum Promoten der CD in den USA touren, danach angeblich in Europa (?!). Zum Erscheinen der CD soll Dylans Sony-Website völlig umgestaltet sein
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