Bei allen Argumenten FÜR die NOLIMIT-Ladenöffnungszeiten sollte man aber auch ein Auge auf die Handelsangestellten werfen.
Hier müssen vorher unbedingt entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden. Damit meine ich nicht unbedingt jetzt mehr Geld, das ist sekundär, vielmehr die Möglichkeit vernünftiger Dienstpläne.
Meine besser Hälfte arbeitet im Handel. Er hat grundsätzlich kein Problem, zu jeder Tages/Nachtzeit zu arbeiten, der Großteil seiner Angestellten auch nicht. Im Zuge der Auseitungen der Öffnungszeiten in den letzten Jahren wurde jedoch NIE (oder kaum) zusätzlich Personal eingestellt, vielmehr wurden die Dienstpläne vom Arbeitgeber "gestreckt". D. h. Längere Pausen, unmögliche Schichten, etc.
Was bringt es einem Angestellten, wenn er 2 Stunden Pause hat, die aber nicht sinnvoll nutzen kann (gerade, wenn man in einem Shopping-Center arbeitet), man gibt höchstens Geld aus oder fadisiert sich. Dafür ist aber der ganze Tag für andere sinnvolle Tätigkeiten in der Freizeit "kaputt".
Derzeit entwickeln solche Bestrebungen (länger Offenhalten) eine gewisse Eigendymanik, die aber SELTEN im Interesse der dahinterstehenden Unternehmen stehen. Ich weis aus zuverlässigen Quellen, dass viele Unternehmen am liebsten die alten Regelungen hätten (ausg. in Tourismusgebieten), sie müssen aber mitziehen, weil eben ein Center oder eine Kette damit anfängt. An Umsatz bringt das ganze kaum etwas (ausg. wieder spezielle Tourismusgebiete), daher kann auch nicht in zusätzliches Personal investiert werden.
Übrigens, ich persönlich benötige diese langen Öffnungszeiten überhaupt nicht. Weder im Non-Food-Bereich und schon gar nicht in der Lebensmittelbranche.
lg Oliver
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