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Alt 20.05.2007, 19:57   #163
Guru
 
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Zitat:
Original geschrieben von The_Lord_of_Midnight
Siehst du, und das ist eine fatale Gedankenlosigkeit.
Ich meine, wir müssten zumindest verstehen, wie viel wir wirklich zahlen.
Weil nur weil ich kein Unternehmer bin, heisst das doch nicht, das mich eine hohen Abgabenlast nicht interessieren muss.
Denn letztendlich hängt ja die Existenz meines Arbeitsplatzes auch von den Steuern ab.

Warum werden neue (auch hoch qualifizierte !) Arbeitsplätze vor allem in den "kosteneffektiven Ländern" geschaffen ? Zumindest wann immer das möglich ist ?
Sollte man sich dieser Zusammenhänge nicht zumindest bewusst sein ?
Anstatt zu sagen, ich bin sowieso fix angestellt, mir kann sowieso nix passieren für den Rest des Lebens ?
Die Dienstgeberabgabe ist doch nur ein Teil der Kosten eines Unternehmers und MINDERT sogar die Steuerlast des Unternehmers. Dass die Lohnnebenkosten dem jeweiligen Arbeitsplatz (und dem jeweiligen Arbeitnehmer) direkt zugeordnet werden können, ist laut Gurus Verständnis eine Binsenweisheit.
Wenn also Du, LOM, den DGA+DNA zu DEINER Abgabenlast zählst, bist Du nicht nur formell im Irrtum - es ist die Abgabenlast dieses Arbeitsplatzes. Und diese Abgabenlast ist im Burgenland gleich hoch wie in Vorarlberg. Dass sie in der Slowakei anders ist und in China oder in Deutschland oder in Frankreich, macht volkswirtschaftlich gesehen einen Unterschied. Das Spritzen von Kinderspielzeug aus Plastik in Lohnfertigung wird sich in Österreich nicht rentieren - das Bauen von Spritzgussformen aber sehr wohl.
Der Programmierer in Ungarn kostet heute schon das Doppelte als vor 3 Jahren und in weiteren 2 Jahren wird es wohl gleich viel wie in Österreich sein - weil die Abgabenquote auch in Ungarn steigt, weil die Menschen bessere Sozial-/Krankenversicherungsleistungen möchten, auf besseren Straßen fahren wollen usw.

Du hast laut Gurus Meinung richtig festgestellt, dass die Arbeitsplätze von den Steuern abhängen - aber gerade die Unternehmenssteuern (zB Körperschaftssteuer) sind so niedrig wie nirgends in Europa, selbst die Slowakei mit ihrer Flat Tax ist nicht geringer (wobei in der Slowakei die DGA zu der Sozialverischerung nicht steuermindernd wirken). Warum wohl gibt es gerade jetzt mehr Arbeitsplätze als noch vor 2 Jahren? Nur weil das Wetter so gut ist und die Bauwirtschaft boomt? Irgendwer wird wohl auch die Bauwirtschaft bezahlen müssen, um die Projekte ins Leben zu rufen. Soviele Milliardäre hat selbst Russland nicht, was alles gebaut wird...

Trotzdem vertritt Guru eher die Meinung, dass die Abgabenlast für den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber getrennt zu betrachten sind - bezogen auf den Arbeitsplatz lässt es sich nur dann vergleichen, wenn die Unternehmensbesteuerung AUCH in die Übersicht aufgenommen wird, dann sieht die Abgabenlast des Arbeitgebers nämlich ganz anders aus.

Vielleicht ein wenig zum Nachdenken über die Steuerlast Arbeitnehmer - Arbeitgeber: Aus den gesamten Steuereinnahmen des Staates (Lohnsteuer bzw. Körperschaftssteuer) stammen 88% von den unselbständig Erwerbstätigen, nur 12% von Unternehmen (Zahlen von 2005)!

Ergo dessen ist keine der Betrachtungsweisen falsch oder richtig, weil beide Sichtweisen (LOM bzw Toni_B) nur unter Berücksichtigung von (Rand)Bedingungen allgemein gültig sind.

Ja, die Abgabenlast ist nicht gering - allerdings wird in Österreich den Menschen auch etwas dafür geboten.

LG

Guru
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