Du solltest Politiker werden - obwohl du die genauso pauschal verurteilst!
Denn auf meine Aussage, dass 1 von 100000 Lehrern prügelt und nicht alle, so wie du es dargestellt hast, bist du nicht eingegangen. Also weg mit diesen Pauschalverurteilungen!
Außerdem hast du mich falsch verstanden: die Pragmatisierung ist ein Schutz vor politischer Willkür und NICHT davor, dass man seine eigenen politischen Ansichten ungestraft verbreiten kann bzw. seine Laufbahn durch Protektion schützt: Da existiert ein riesengroßer Unterschied! Es soll verhindert werden, dass ein guter Lehrer NUR aufgrund seiner vermeintlichen politischen Gesinnung entlassen werden kann. Und ich hab dir schon einmal gesagt, dass ich hunderte Leute im öffentlichen Dienst kenne und KEINER hat seinen Job durch Protektion bekommen - also bitte wie immer: keine Verallgemeinerung.
Zu deinem konkreten Beispiel deines Sohnes: vorhin ging es um Prügeln von Kindern, wo du es so dargestellt hast, dass deine Kinder auch betroffen sind. Jetzt geht es um Lern- bzw. Anfangsschwierigkeiten. Da ist wohl auch ein riesen Unterschied, oder etwa nicht? Wobei ich deine Sorgen nicht verdammt habe oder verdamme, sondern sehr gut verstehe. Warum? Weil ich eigentlich immer in ersten Klassen einer BHS unterrichte und diese Probleme tagtäglich erlebe. Die Übergangs- bzw. Startschwierigkeiten sind das größte Problem in der ersten Klasse einer BHS. ABER gleich vorweg: NICHT die bösen, unmotivierten - weil pragmatisierten (was ja nicht stimmt, weil gerade im BHS eigentlich nur die Allgemeinbildner pragmatisiert sind!) Lehrer sind schuld, sondern das ist ein sehr vielschichtiges Problem, für das es keine einfache Lösung gibt. Gäbe es die, gäbe es das Problem nicht!
Einige weitere Anmerkungen: woher hast du die Gewissheit, dass der Schulpsychologe pragmatisiert ist? Ist sehr selten der Fall! Sind meist "ganz normale" Psychologen, die mit dem jeweiligen LSR einen Vertrag über ein paar Stunden pro Woche haben! Informier dich vorher, bevor du verurteilst!
Das Problem mit unterchiedlichen Ausbildungsniveaus von HS kenne ich zur Genüge - Schließung allein löst das Problem jedoch nicht. Aber du kannst einmal einen HS-Lehrer fragen, wie lustig es ist in einer HS zu unterichten. Am besten einen in Wien im 10. Bezirk oder in der Großfeldsiedlung. Da nützt dir auch die Pragmatisierung nichts - da bist du als Lehrer der letzte Dreck...
Du hättest deinen Sohn auch in eine andere HS schicken können - die Geschichten mit den Bürgermeistern sind gut, aber normalerweise kein Problem!
Dann gibt es in deinem posting ein gedanliches "Loch". Hat dein Sohn die Schule gewechselt? Ist das jetzt eine Privatschule oder nur ein Nachhifeinstitut, weil du auf einmal das "nichtstaatliche" System so lobst?
Deine letzten Sätze sind eigentlich eine Beleidigung für alle engagierten Lehrern! Woher hast du diese Gedankengänge? Ich unterstelle dir jetzt einmal (hoffentlich ungerechtfertigt!), dass DU so handeln würdest, wenn DU im öffentlichen Dienst Lehrer wärst!
ICH bin nicht pragmatisiert - habe auch keine große Angst entlassen zu werden - und bin trotzdem motiviert, meine Schüler bestens zu betreuen. Und gerade weil ich keine Angst vor Jobverlust haben muss, kann ich gedanklich frei arbeiten. Glaubst du wirklich, dass die Angst um seinen Arbeitsplatz die richtige Mitarbeitermotivation ist? Das gilt aber in der Privatwirtschaft genauso! Ich hoffe doch sehr, dass du deine Mitarbeiter motivierst eine gute Arbeit zu leisten, weil sie einen Sinn daran sehen und nicht nur weil sie Angst haben!
Übrigens wurde an unserer Schule eigens ein Seminar organisiert, an dem ich auch (außerhalb meiner Dienstzeit!) teilnehmen werde, das genau die Problematik deines Sohnes behandeln wird (Startschwierigkeiten 1. Klasse BHS). So viel zu den nichtmotivierten, pragmatisierten Lehrern...