Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 08.02.2007, 22:13   #2
funkyh
Senior Member
 
Registriert seit: 06.06.2001
Alter: 54
Beiträge: 171


Standard

Hallo !

Modellraketen fallen trotz hohem schwerpunkt nicht um, weil sie sehr schnell beschleunigen und die Stabilisierungsfinnen am Heck die Rakete bei hohen Geschwindigkeiten halbwegs stabil halten. Wenn Du dir Modellraketen ansiehst,wirst du feststellen, dass ALLE
(bis auf wenige seltene ausnahmen, die sind elektronisch stabilisiert) am Heck Stabilisierungsfinnen besitzen. Bei Grossraketen wie z.b. einer Saturn V wird die Stabilisierung während der Startphase (also während die Rakete sich langsam vom Starttisch erhebt von einem elektronischen Stabilisierungsystem (Kreiselkompass, Gyroskop, Trägheitsplattform) gesteuert,das mittels servomechanik die Triebwerke schwenkt. (Thrust Vectoring) Die Saturn V besitzt zwar auch Stabilisierungsfinnen, diese sind aber erst bei hohen Geschwindigkeiten Aerodynamisch wirksam.
Eine ander möglichkeit der Stabilisierung wurde bei der V2 angewandt. Mittels Ruderklappen im Abgasstrahl, die von einem Gyroskop gesteuert wurden, wurde die Flugbahn der Rakete beeinflusst. Die Russen verwendeten bei Ihrer Grossrakete,die den ersten Sowjetbürgerauf den Mond befördern sollte, der N-1 ein System von 30 Triebwerken, deren Schub einzeln von einem Computer gesteuert werden konnte. Durch anwendung von assymetrischem Schub konnte die Rakete gesteuert werden.
Um eine kleine Modellrakete majestätisch wie eine Saturn V in den Himmel steigen zu lassen würde man einen Treibstoff benötigen,der langsam abbrennt, aber dennoch genügend Schub produziert um einen langsamen Steigflug für längere Zeit zu ermöglichen. Das spielt´s leider nicht. Die typische Brenndauer von Modellraketenmotoren liegt im Sekundenbereich. Ich könnte mir eine Modellrakete vorstellen,die Modellstrahlturbinen verwendet, das wäre zwar nicht Stilecht, das Turbinenpfeifen erinnert auch nicht an das gewaltige getöse einer startenden Rakete, aber man könnte sie langsam aufsteigen lassen. Wenn man für die erste Stufe einer Saturn V 5Stk Turbinen mit jeweils 220N Schub (das sind die Stärksten von Jet Cat) ergibt das einen Gesamtschub von 1100N (überschlägig: 10N = 1kp das entspricht also ungefähr 110kp Schub) Die Triebwerke haben pro Stück 2,4kg, also in Summe 12kg. Da bleiben noch etliche kg für Treibstoff,Steuerung und Raketenstruktur übrig. Bloß, wer hat so viel Kohle für die Triebwerke ?
Ich bin zwar nicht Oberth´s,von Braun´s ,Goddard´s oder Ziolkowski´s Enkel, auch habe Ich erst einmal vor vielen Jahren eine selbst gebastelte Rakete gestartet (die mangels aerodynamischer kenntnisse sich sofort nach dem Start in den Erdboden steckte) aber Ich bin einfach an der Geschichte der Raumfahrt interessiert.
funkyh ist offline   Mit Zitat antworten