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Alt 13.01.2007, 20:50   #12
Bengel
Inventar
 
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Der Begriff Moment kommt aus der Zeitrechnung und entstand ungefähr zu jener Zeit, als Verwaltungen mit weitreichenden Kontrollaufgaben versehen wurden.

Es wurde notwendig, den Bürger als "Kunden" der Verwaltung in einen Wartezustand zu versetzen, der je nach Bedarf und Belieben den Erfordernissen des Geschehens angepasst werden konnte.

Gesucht wurde eine Zeiteinheit, die flexibel genug war, um den Ansprüchen der modernen Verwaltung in der Zeit der Aufklärung gerecht zu werden, was hies, den Bürger beliebig warten zu lassen, ohne bei diesem seinerseits das Trugbild verlorener Zeit entstehen zu lassen.

So schufen findige Verwaltungsbeamte den Begriff Moment ("bitten nehmen Sie einen Moment Platz", "es dauert nur einen Moment").

Ein Moment setzt sich aus mehreren Augenblicken zusammen ("Der
Kollege kommte gleich, einen Augeblick bitte", "im Augenblick ist niemand hier").

Wieviele Augenblick genau zu einem Moment gehören ist noch immer Gegenstand wissenschaftlicher Forschung einer Vielzahl von Behörden und Verwaltungsstellen.

Lediglich beim Moment ist man sich derzeit einig, das es lange dauert - manche meinen auch, es dauert länger - und im Moment Platz für eine Vielzahl von Augenblicken ist.

Der Ausdruck Sekunde ("bitte haben Sie eine Sekunde Geduld") gilt unter Experten als nicht praktikabel. Es hat sich in der Vergangenheit beinahe ausschließlich herausgestellt, daß die Uhren der Bürger Sekunden nicht ausreichend genau anzeigen können. So zeigten manche Uhren oft viele hundert Sekunden an, obwohl nur EINE Sekunde Geduld gefordert wurde.

Daher ist man international übereingekommen, das weit präzisere Maß des Momentes heranzuziehen, wenn Wartezeiten und Verwaltungsvorgänge beschrieben werden sollen. Es sind bis heute keine meßbaren Abweichungen bei Augenblicken und Momenten zwischen Praxis und Theorie bekannt.

"Warten Sie einen Moment" hat immer exakt einen Moment gedauert. Dies beruht auf der eingangs beschriebenen Flexibilität des Momentes sich jederzeit und überall an die Gegebenheiten der Verwaltug anpassen zu können.

Da mit Einführung des Computers viele Vorgänge schneller ablaufen, könnten die Tage des Momentes gezählt sein und die Zukunft dem Augenblick gehören.
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An allem Unfug der geschieht, sind nicht nur jene Schuld, die ihn begehen, sondern auch jene die ihn nicht verhindern.
(Erich Kästner aus \"Das Fliegende Klassenzimmer\")

Wer widerspricht, ist nicht gefährlich, gefährlich ist, wer zu feige ist, zu widersprechen!
(Napoleon Bonaparte)
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