Kernzahlvervielfachung bedeutet nicht unbedingt Geschwindigkeitsvervielfachung mit gleichem Faktor. Warum nicht?
Ganz einfach, viele Programme sind nicht für Mehrkernprozessoren geschrieben und die, die es sind, lagern auch nur einige Teile der Rechenarbeit auf den zweiten Kern aus. Da wird sich auch in Zukunft nicht viel dran ändern.
Warum baut man nicht Prozessoren mit Taktfrequenzen von (je Kern) 4 GHz oder mehr?
Richtig ist ja, daß Kerne über höhere Taktfrequenzen höhere Rechenleistungen erbringen. Diese steigen (je nach Architektur) nicht unbedingt proportional zur Taktfrequenz an, aber sie steigen an. Was jedoch ebenfalls nicht proportional zur Taktfrequenz steigt, sondern sich eher quadriert, ist die abzuführende Wärmemenge (Verlustleistung). Das ist auch der Grund für die mittlerweile kiloschweren, großen Prozessorkühler. Etwa bei 3,6 GHz ist man auf die wirtschaftlich vertretbare Grenze gestoßen. Daher hat selbst Intel sein Projekt einer 5-GHZ-CPU eingestellt und stattdessen eine vollkommen neue Prozessorarchitektur eingeführt. Die unterschiedlichen Möglichkeiten bei den Architekturen hat Betto bereits angedeutet.
Warum dann Quad- oder Multicore-CPUs
Diese werden nicht so aufgebaut sein wie heutige Dualcore-Prozessoren, sondern werden unterschiedliche Rechenaufgaben erledigen, um so den oder die Hauptkerne zu entlasten. Die "Nebenkerne" werden dann verschiedene Systemprozesse aufnehmen, die heute noch der Hauptkern mitberechnen muß. Auf diese Art kann dann anderen Anwendungen wie Anwendersoftware mehr Rechenzeit zur Verfügung gestellt werden. Zum Teil kann man das auch bereits mit den heutigen Dualcoreprozessoren so tun, daher sind auch diese schon den Singlecores überlegen.
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Gruß Steffen
IVAO: TXU113 / EDDH_TWR, manchmal auch D-ESTW und D-IOSC
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