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Alt 24.03.2006, 10:28   #42
tellme
Master
 
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Vorerst möchte ich voraus schicken, das nichts böse gemeint ist, aber die Entwicklung der letzten Jahre insbesondere in der Fotografie (besonders digital) geht für mich seltsame Wege, die in die falsche Richtung gingen und gehen:

1) Zoomobjektive:
Ja mögen ganz praktisch sein, da wie du schreibst flexibel. Aber die Flexibilität hatten wir früher auch, nur mussten wir zwei Schritte vor oder zurück gehen, um den Bildausschnitt zu verändern. Heute genügt ein kurzer Dreh am Ring und der Ausschnitt passt. Hier wird also die Qualität der Bequemlichkeit geopfert. Das beweisen auch die Verkaufszahlen und Hypes um die Suppenzooms z.B. 18-200mm. Ein Objektiv für alle Gelegenheiten. Das widerspricht für mich dem Gedanken der hinter einer Spigelreflexkamera steckt - tut mir leid.
Aber es dient natürlich der Bequemlichkeit.

2) Megapixelwahn

Auch wenn die heutige Sensortechnik sehr weit fortgeschritten ist, so macht es doch keinen Sinn, die Pixelanzahl im Jahrestakt zu erhöhen. Besonders in Kompakt und Prosumerkameras, wie z.B. der Fuji 9500 machen diese Pixelzahlen, wohlgemerkt bei gleicher Sensorfläche keinen Sinn, da das Rauschen zwangsläufig steigt. Aber hier wird dann mit Rauschunterdrückungssystemen oder Bildstabilisatoren gegengesteuert, die wieder zu Lasten der möglichen Qualität geht - und das ist paradox.
Die Technik ersetzt für mich nur fotografisches Grundwissen. Ich kenne Leute, die haben tausende Euros für Kameras, Objektive und Blitzgeräte ausgegeben, fotografieren aber immer im Automodus und mit allen aktivierten elektronischen Hilfen. Aber Hauptsache die Technik ist die neueste, teuerste und "beste". Aber ehrlicher Weise müssten diese Leute zugeben, das die Fotos, die sie machen auch mit einer 500 Euro Kompaktknipse entstehen könnten.

Aber nachdem ja jetzt bald Spiegelreflexkameras mit Monitorsucher auf den Markt kommen (nur ja keine anstrengenden Verrenkungen) kann ich mich über nichts mehr wundern.

Es ist mir schon klar, das hier zwei Weltanschauungen aufeinanderprallen, aber ich denke jeder sollte auf seine Weise glücklich werden. Und die Wirschaft lebt ja nicht schlecht davon.

Der bekannte Fotgraf David Hamilton war in einem Restaurant essen, wurde erkannt und der Koch bat um ein Autogramm. Dabei meinter er: "Ich bewundere Ihre Fotos immer wieder auf das Neue, aber sie haben sicher eine sündteure Kamera".
Nach dem Essen rief Hamilton den Koch und meinte: "Das Essen war hervorragend, aber sie haben sicher sündteure Töpfe."

Dieser Vergleich spiegelt den derzeitigen Wahn sehr gut wieder.

In diesem Sinne
lg
Tellme
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