Hi Martin,
> Wenn der Anflug auf die 13 in Hong Kong so
> gefährlich und schwierig ist,
Gefährlich würde ich ihn nicht nennen. Er weicht halt von den ICAO-Standards ab und ist daher besonders anspruchsvoll. Das macht ihn lange noch nicht gefährlich.
Übrigens gibt es auch noch andere ähnliche Anflüge, die zum Teil noch viel krasser sind als Hong Kong. Weiß nur keiner...

New York VOR 13R/L (oder Canarsie Visual) hat eine 90° (!) Kurve 2 NM vor der Bahn. In Washington National muß man die 45°-Rechtskurve 0.5 NM vor der Bahn fliegen - da war Hong Kong harmlos dagegen. In Reggio Calabria in Süditalien gibt es ein 40°-Linkskurve um den Berg herum 1 NM von der Schwelle entfernt. Vom Visual Circling in Salzburg und von Innsbruck gar nicht erst zu reden. Da war Hong Kong wirklich langeweilig...
> warum flog man nicht einfach von der anderen Seite an ?
> War der Wind so ungünstig oder warum ?
... aber zurück zur Sache.
Ich muß nochmal die alten Karten rauskramen, aber ich glaube mich zu erinnern, daß die Hauptwindrichtung die Landung auf der 13 begünstig hat. Es ist ja immer so, daß die Landebahnrichtung durch die Windrichtung vorgegeben ist. Wenn allerdings der vorherrschende Wind die Nutzung der 13 ausgeschlossen hat, dann wurde schon auf der 31 gelandet. Die Anflugkarten warnen allerdings vor Turbulenz in der Schneise.
Der größte Nachteil der 31 war aber der Start. Denn wenn die Maschinen auf der 31 landen, dann müssen sie auch auf der 31 starten und das ist wirklich anspruchsvoll. Gleich nach dem Start muß man eine Linkskurve über den Gebäuden fliegen, um den Bergen auszuweichen - im wesentlichen den Anflug rückwärts. Und das ist nicht wirklich lustig, vor allem wenn man einen Triebwerksschaden hat. Man hat nicht so richtig viele Ausweich- und Auswahlmöglichkeiten...
Ciao,
Markus