Thema: cross feed
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Alt 03.09.2005, 10:03   #6
D-EBIP
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Standard Re: @Claus

Zitat:
Original geschrieben von Captain Lars
Könntest du das genauer erklären? Die rechten Pumpen für was werden abgestellt?

Also ich hab es so verstanden:

Das rechte Triebwerk wird aus dem rechten Tank versorgt, gleiches gilt entsprechend für links.

Aus irgendeinem Grund hat nun das rechte Triebwerk mehr verbraucht, als das linke, und es liegt nun z.B. eine Fuel Imbalance vor, also eine ungleichmäßige Treibstoffverteilung. In den linken Tanks ist also noch mehr Sprit vorhanden als rechts.

Um nun das Gleichgewicht wieder herzustellen, öffnet man nun das Crossfeed Valve und stellt die Pumpen für den rechten Tank ab.
Die Folge:
Der Füllstand im rechten Tank bleibt konstant, weil der rechte Tank kein Triebwerk mehr versorgen muss. Dagegen versorgt nun der linke Tank beide Triebwerke, der Füllstand, der vorher höher war, sinkt immer weiter, sodass er bald ein gleiches Niveau erreicht.
Wenn das eingetreten ist, dann wird wieder umgeschaltet, sprich das Crossfeed Valve wird wieder geschlossen und die Pumpen für den rechten Tank wieder aktiviert.
D.h. nun ist wieder alles beim Alten. Das linke Triebwerk zieht wieder aus dem linken Tank seinen Sprit, das rechte aus dem rechten Tank.

Alles in allem wird also das Kraftstoff-Ungleichgewicht nicht dadurch behoben, dass Kraftstoff zwischen den Tanks umgepumpt wird, sondern dass man einfach das rechte Triebwerk erstmal aus dem noch volleren Tank versorgt, bis dass alles wieder im Lot ist.

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Erinnert ihr euch noch an den A330 der Air Transat, die in Lajes auf den Azoren mal notgelandet ist, nachdem sie beide Triebwerke aufgrund von Treibstoffmangels verloren hatte und noch 300NM bis zu den Azoren gesegelt ist?

Dort war es so, dass im rechten Triebwerk ein recht großes Leck war. Das rechte Triebwerk hat also mehr Sprit verbraucht, als das linke, denn da war alles okay.
Irgendwann schlug das System Alarm und zeigte den Piloten eine Fuel Imbalance Warning an, also eine ungleichmäßige Treibstoffverteilung.

Daraufhin wurde auch so verfahren wie oben, allerdings hat man da das rechte Triebwerk soweit ich weiß aus beiden Tanks versorgt und zusätzlich noch Treibstoff aus dem linken in den rechten Tank gepumpt. Irgendwann war dann der komplette Sprit verbraucht, das Leck war zu groß, um ein gleiches Verteilungsniveau überhaupt noch erreichen zu können.
Denen ist also buchstäblich der Saft ausgegangen.

Glücklicherweise wurde niemand verletzt, alle haben die Notlandung im Segelflug überlebt.

Ursache war ein falsches Bauteil, was auf Anordnung der Verantwortlichen gegen die Einwände des Chefmechanikers eingebaut wurde. 3mm zu wenig Abstand zwischen zwei Leitungen waren nachher die Ursache dafür, dass die Kraftstoffleitung brach.
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