Also ich weiß nicht , wies in anderen Branchen aussieht, aber bei den Lehrern ist es wirklich so, dass in den letzten Jahrzehnten der Brauch eingerissen ist automatisch früher in Pension zu gehen als vorgesehen. Das hat sich normalerweise so abgespielt: Bei Erreichen eines gewissen Alters (ca. 55) sind die Leute immer öfter in Krankenstand gegangen, haben ständig über ihre (angeblichen ) Leiden gejammert, nur noch über Pension geredet, usw. JEDER hat gewusst, dass das ein abgekartetes Spiel ist, einfach ein Ritual, um früher in Pension gehen zu können , als eigentlich vorgesehen. Jetzt hast nur noch die nötigen ärztlichen Atteste gebraucht, also sind die Leute den diversen Ärzten auf die Zehen gestiegen, auf Kur gefahren, usw. Irgendwann ist es dann halt durchgegangen und man konnte ein paar Jahre früher in Rente gehen. Das hat sich erst etwas geändert seit Abschläge eingeführt wurden für jedes Jahr, das man früher geht.
Das ganze ist eigentlich typisch österreichisch: Es gibt Gesetze und Regeln, aber man hält sich allgemein nicht so genau dran.
Das ganze Pensionssystem krankt an einer grundlegenden Stelle: Dass man nicht für sich selbst einzahlt, sondern für andere. Wenn jeder für seine eigene Pension beginnend mit dem Eintritt in die Arbeitswelt sparen würde, gäbs die Probleme alle nicht. Wer früher aufhörte zu sparen, hätte einfach weniger. Wie man das jetzige System umstellen soll auf das eben genannte, ist mir allerdings auch schleierhaft.
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