Zitat:
Original geschrieben von Matthias Lieberecht
ich finde es nett, sogar ein Kompliment, wenn meine Arbeit weit verbreitet wird. Ob dafür Geld verlangt wird, ist mir vollkommen egal, da ich es aus unten genannten Gründen als Freeware aufgespielt habe und ich somit auch nichts verdient hätte - sprich keinerlei Verlust für mich. ... Und wenn aus der Beschreibung hervorgeht, dass es sich um Freeware handelt hat für mein Verständnis auch niemand einen Schaden von der Sache. Der Käufer entscheidet sich dann zu dem Kauf um Downloadzeiten und Volumen zu sparen, was durchaus gerechtfertigt ist wenn man sich die Masse einer solchen CD einmal ansieht.
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Hallo Matthias, schön, dass sich in dieser Diskussion auch jemand aus der Fraktion zu Wort meldet, um die es hier letztlich geht: Die Freewaew-Designer.
Dein Standpunkt ist deutlich und dürfte einige überraschen.
Noch einmal: Wieso empfindet es die gesamte und riesige Free Software Gemeinde gerade als Stärke ihrer Produkt, dass sie "frei" sind? Und wieso wollen einige Simmer dann dieses Prinzip in der Flugsimulator-Szene plötzlich umkehren?
Das ist ein falsch verstandener Dienst am Prinzip Freeware. Horst spricht davon, sich "auf die Seite der Designer zu stellen". Dass hier schon der erste Designer das Gegenteil von Horsts Standpunkt vertritt, ist doch interessant. Matthias versteht Freeware als das, als was sie im urheberrechtlichen Sinne gilt: Als frei. Das ist auch nicht, wie Horst es bezeichnet, eine "offenere Haltung", sondern der Normalfall:
Freeware zieht gerade seine Stärke daraus, dass es frei ist.
Meine Jahre alte Freeware-Szene war für damalige Verhältnisse sehr groß – ich habe mich über jede Verbreitung sehr gefreut. Die freie Verbreitung der Freeware war eine Stärke. Ich habe mich auch über Überarbeitungen gefreut. Z.B. gab es auf den Luftbildern einen leeren Stausee. Simmer haben mir überarbeitete Texturen geschickt, in denen sie den Stausee verändert hatte. Das fande ich super! Wieder hatte die Freiheit der Freeware hier seine Stärke bewiesen.
Das ist gerade das Prinzip der Freeware. Freeware heißt "frei".
Wenn ich nicht möchte, dass sich jemand anderes an meinen Werken bereichert, dann darf ich sie schon nicht zur Verfügung stellen. Denn schon die Nutzung ist eine Bereicherung.
Und – noch ein weiterer Diskussionsanstoß – was ist überhaupt mit all den Seiten wie AVSIM, Flightsim.com, FS Planet...? Da wird Geld verdient: Durch verkaufte Werbung, durch Premium-Zugänge... beim Hosten von Freeware.
Auch diese Seiten "bereichern sich" an den Werke der Freeware-Autoren, ohne dass diese z.B. im Rahmen einer pauschalen Ausschüttung beteiligt werden.
Warum ist es verfänglich, für ein paar Euro dem Flusi-Fan bequem eine CD zu verkaufen, aber kein Problem, einen Premium Account zu verkaufen?
Boykottieren die "Freeware-Beschützer" dann auch all diese Seiten, die mit Werbung, Zugängen... Geld verdienen?
Oder sind diese Einnahmen plötzlich nur "Unkosten"? Warum gilt dann diese Unkosten-Wertung nicht für eBay-Auktionen?
Verdient nicht sogar letztlich auch FXP Geld damit, dass wir Berichte über Freeware als Heft verkaufen?
Freeware heißt "frei" imm Sinne sämtlicher Nutzungsrechte. Dass aus falsch verstandenem Einsatz hier einige Mitglieder der Community ganz punktuelle Einschränkungen vornehmen wollen, ist doch schon gar nicht praktisch zu halten. Und zur juristischen Sicht habe ich bereits Quellen genannt.
Wenn ich nicht will, dass andere aus meinen Werken eine Bereicherung ziehen (durch Nutzung, Verkauf, mittelbare durch Werbung...) dann muss ich im Einzelfall das detailiert regeln. Ich kann aber nicht einerseits meine Werke als "frei" bezeichnen und andererseits mit den Folgen nicht einverstanden sein.