Zitat:
Original geschrieben von kikakater
Für Filesharing sollte es einen moderaten monatlichen Betrag geben, also eine Pauschale, die der GEMA gebührt. Dies betrifft dann Audio- und Videodateien.
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Die Idee ist ja wirklich naheliegend. Anders als viele anderen Wirtschaftszweige hat die MI ja kein prinzipielles Nachfrageproblem: Die Leute wollen Musik.
Mit einer pauschalen Vergütung die P2P-Nutzung abzugelten, wäre da nur konsequent. Gerade wegen der Privatkopien wurden damals ja auch pauschale Abgaben überhaupt eingeführt.
Obwohl dieser Weg wohl der einfachste wäre, und sich die Musikfans defacto dafür bereits entschieden haben, ist die deutsche Musikindustrie vehement dagegen. „Enteignung“ wird skandiert, und der Untergang der westliche Wertewelt droht ja ohnehin bereits.
Der Hintergrund ist der, dass die Industrie sich in den Kopf gesetzt hat, Pauschalabgaben ganz zu vermeiden. Die Gema soll ausgeschaltet werden – das direkte Kassieren ohne einen solchen „Zwischenhändler“ lohnt einfach mehr.
Ich persönliche finde das Verhalten der Musikindustrie nicht gut. Jeder andere Marktwirtschafts-Teilnehmer versucht, sich den Gegebenheiten anzupassen und das beste darauf zu machen.
Nachdem die Musikindustrie dies jahrelang verschlafen hat, soll nach ihrer Ansicht nun der Berg zum Propheten kommen: Mit massiver Lobbyarbeit werden nationale und EU-Gesetzgeber gedrängt, für den Profit der MI günstige Gesetze zu erlassen. Die französische EU-Parlamentarierien Janelly Fourtou trieb federführend die Urheberrechtsreformen rund um den „wirksamen Kopierschutz an“. Ihr Ehemann ist wohl kaum zufällig mit Jean-Rene Fourtou der französische Universal-Chef...
Aus dem noch vor einigen Jahren unbedeutenden Nebengebiet des Urheberrechts ist ein zentrales politisches Thema geworden. Ein massenhafte Kriminalisierung von – meist jugendlichen - Musikfans findet statt – allein im Namen der Konzernumsätze.