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Alt 23.03.2004, 11:26   #13
Karl99
Veteran
 
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Beiträge: 444


Standard Mobbing

Hi PrinzRazzo,

nun, zu glauben, dass die anderen sich wieder einrenken, ist vergebliche Mühe. Wenn Mobbing läuft, dann läufts – mal mehr, mal weniger. Schau Dich im Internet um, was da z.B. auf Deutschlands Seiten so alles zu diesem Thema steht (als Beispiel: http://www.mobbingwerkstatt.de/portal/index_start.htm)

Betrachte mal, was da so alles an Punkten aufgelistet ist, sprich, was alles als Mobbing gilt. Prinzipiell gilt folgendes: Als Mobbing können nahezu nur Dinge betrachtet werden, die über einen längeren Zeitraum gehen (in der Regel über mehrere Monate hindurch). Das ist ja auch das eigentliche Problem, im Anfangsstadium Mobbing zu erkennen. Ich würde sagen, am Anfang ist es oft ein kleiner (negativer) Scherz, eine Art Pflanzerei, so mal zum Ausprobieren, wie der andere reagiert. Je nachdem, wie dieser reagiert, kommt ein Schäufchen nach dem anderen – alles wird auch so hingedreht, dass der Gemobbte als Täter angesehen wird, selbst dann, wenn der Gemobbte selbst nicht mal etwas gemacht oder eine Tat gesetzt hat.

Diese Opfer-/Täterrollenumkehr ist das eigentliche Problem, was es zu beweisen gilt, vor allem, da in diesem Bereich die Beweislastumkehr ziemlich schwierig und oft für das Opfer wenig positiv ist. Die Auswirkungen sind vielfach: Arbeitsplatzverlust, Ansehensverlust, Gesundheitsplagen bis hin zum Tod oder Selbstmord – die Palette ist schier unendlich. Schau Dir einfach die deutschen Seiten auch hinsichtlich Urteile und Beispiele an und Du wirst staunen, was alles der Ursprungsauslöser war. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, manchmal geht´s um Geld, dann wieder um Rache oder anders um die Position (Bewerbung um einen besseren Posten), dann wieder darum, Mitarbeiter los zu werden.

Ein Gerücht kann Menschen zerstören, im Prinzip könnte dies als Umschreibung für das Mobbing gelten. Deine Möglichkeiten zur Gegenwehr bestehen darin, dass Du PENIBEL zusammenschreibst, was Dir so alles einfällt. Ort, Zeit, mobbende Person, Zeugen, Bemerkungen, ja selbst persönliche Gefühle!

Denk einmal darüber nach: Was ist „Mobbing“ denn eigentlich? Nicht nur eine Handlung, nein, auch ein subjektives Empfinden! Du empfindest Ungerechtigkeit, Schmerz und Demütigung anders, als eine andere Person. Daher kann eine gegen Dich gerichtete Aktion für Dich Mobbing und für einen anderen eine Bagatelle sein – daher gilt für DICH das, was Du empfindest!

Die Arbeiterkammer ist auf der einen Seite nicht schlecht, die Frage ist auch, ob Du eine Rechtschutzversicherung hast, welche auch arbeitsrechtliche Angelegenheiten abdeckt. Wenn ja, setz Dich sofort mit denen in Verbindung und informiere Dich einmal. Wenn nein, fang gleich an, Dir eine solche zu suchen, denn es gibt oft eine Vorlaufzeit von gut und gerne 3 Monaten, bis die Rechtschutzversicherung was unternehmen kann (Gerichtskostenabdeckung).

Schritte an das Arbeits- und Sozialgericht kannst Du auch selbst tun (beispielsweise 1. Instanz bei Kündigung), jedoch würde ich immer einen Anwalt dabei haben. Deshalb würde ich Dir empfehlen, setz Dich gleich (so Du KEINE Rechtschutzversicherung hast) mit der AK in Verbindung – es gibt wie überall gute und weniger ansprechende Personen – und lass Dich einfach mal beraten (nütz bei der AK das persönliche Gespräch als auch das Telefonat – Du kommst zu unterschiedlichen Personen, was für Dich nur gut sein kann!). Vorallem kläre Dir die Schritte ab, was Du machen kannst und darfst und nicht sollst, damit Du am Ende nicht als der Depp aus der Sache aussteigst!

Weiters gilt: Nix unterschreiben, ohne dass Du es (in irgendeiner Art anwaltlich) hast prüfen lassen! Alles aufschreiben, nix in der Firma liegen lassen oder anderen zeigen bzw. denen zugänglich machen – NIXXXXX!

Ist ein wenig viel geworden, ich weiß – hoffe aber, Du kannst meine Tipps gebrauchen!
K.
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