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Alt 27.02.2001, 21:10   #73
Heinz Richner
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Hallo zusammen

erstmals allen Gratulanten herzlichen Dank.


heute hatte ich einen Navigationsflug zu bestehen, der mindestens 150 NM und 2 neue Flugplätze verlangte. Ich habe die Flugroute Bern - Altenrhein - Birrfeld - Bern geplant.

Die Wettervoraussage war für die vorgesehene Flugroute gut, ausgenommen die Südwindturbulenzen in den Voralpen und Alpen. TAF für St.Gallen Altenrhein : LSZR 270600Z 270716 VRB03KT CAVOK PROB30 TEMPO 1416 16015G30KT=. Ich wusste, dass bei Föhn (Südwind) meine Route nicht einfach sein wird.
Die Höhenwindangaben lauteten auf 5000ft MSL 30KT. Bis zum oberen Zürichsee-Ufer hatte ich das Flugzeug im Griff, vor dem Einflug gegen den Walensee ging dann fast gar nichts mehr. Die echte Fluggeschwindigkeit über Grund war kaum mehr abzulesen und zeigte von 80kts bis 130kts innerhalb Sekunden fast alle Werte an. Eine vernünftige Steuerung war bald auch nicht mehr möglich. Das Flugzeug wurde zum Spielball des Windes.

Ich bin sonst überhaupt nicht ängstlich, aber diesmal bekam ich Respekt vor der Natur, zumal ich auch alleine als PIC im Cockpit sass. Die Weiterführung des Flugplanes wurde unmöglich, sodass ich mich für ein rerouting weg von den Voralpen entschieden habe.

Nach einer Flugzeit von 75 Minuten bin ich dann am Bodensee angelangt und habe meinen Positions-Report an Altenrhein-TOWER gefunkt. Komisch - da hatte ich Sichtverbindung zum Flugplatz und aus dem Head-Set drangen nur unverständliche Anweisungen der Bodenstation. Ich versuchte den Aufruf nochmals - nichts da, er konnte mich, und ich ihn schlecht empfangen. In die Kontrollzone durfte ich ohne clearance nicht einfliegen, so machte ich halt holdings over Bodensee.

Wenn da nur nicht wieder diese aufdringliche Südwind mit 25kts gewesen wäre, hätten die Holdings ja eine Zeit lang Spass gemacht. Ich versuchte wieder und wieder mit dem TOWER Kontakt aufzunehmen - unreadable, read you two! Bis ich da einen Squawk 0076 verstand, der wohl mir gelten könnte. Ich habe den Tranponder mit 0076 aktiviert und komischerweise funktionierte von da an die Funkverbindung wieder optimal. Zuerst habe ich mir gedacht, die hätten mir von der Flugschule eine Finte gelegt, dem war aber nicht so.
Wenigstens war dann die Landung in Altenrhein ein Erfolgserlebnis.

Nach der Mittagspause gings dann ab Altenrhein zum VOR Trasadingen, nördlich dem Anflugssektor Zürich ILS14 + 16 durch in Richtung zweitem Flugplatz. Diese Routen konnte ich ohne Störungen nach Flugplan ausführen.


So - ab morgen geht die Ausbildung für Instrumentenflug am Flugsimulator der Flugschule weiter. Danach Umsetzung der Lektionen im Flugzeug und als Letztes folgt die Prüfungsvorbereitung.


Bis nächstes Mal
Heinz Richner

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