Hallo HP und alle,
eine kurze Stellungnahme.
Steuerung um die Querachse:
Ich habe mal nachgerechnet (ohne Gewähr): Wenn ich mit einem Ausschlag am Stick eine bestimmte Winkelgeschwindigkeit einstelle, dann erhöht sich mit zunehmender TAS die in der Flugzeughochachse wirkende Beschleunigung. Subjektiv hätte ich dann das Gefühl, dass die Steuerung empfindlicher wird, je schneller ich fliege. So ein Verhalten würde ich als scheußlich empfinden, zumal man bei einer synthetischen Steuerung auch keine aerodynamischen Rückstellkräfte hat.
Stelle ich jedoch mit dem Stick die in der Hochachse wirkende Beschleunigung ein, dann habe ich natürlich das Gefühl, dass die Steuerung stets gleich empfindlich ist, unabhängig von der TAS. Ich denke, damit kann man komfortabel fliegen. Allerdings verringert sich mit zunehmender TAS die Winkelgeschwindigkeit für den Pitch-Wert. Aber das tut nicht weh, ich halte es eher für einen Vorteil.
Böse Zungen:
Ein FBW-Flugzeug muss ja auch schwere Turbulenzen oder mal eine harte Landung überstehen. Ich denke, es sind letztlich wirtschaftliche Gründe, die für FBW sprechen.
Hochkomplizierte Automatik durchschauen:
Bei diesem Thema fällt mir immer der Airbus-Unfall in Warschau ein. Wenn ich mich richtig an die Presseberichte erinnere, konnte der Pilot wegen Aquaplaning nicht bremsen und auch nicht den Umkehrschub einschalten, weil der Computer das nur dann zulässt, wenn sich zusätzlich zum Bodenkontakt auch die Räder drehen und das taten sie wohl nicht. Die Maschine rutschte über die Landebahn hinaus. Bei so einer Situation, wenn die Maschine völlig unerwartet nicht verzögert, fährt einem doch der Schreck durch alle Glieder und man versucht verzweifelt, schnell die Ursache zu finden, oder doch noch irgendwie zu bremsen, und dabei verstreichen wertvolle Sekunden. Im nachhinein könnte man superschlau sagen, wenn die Maschine nicht sofort bremst, sofort mit Vollgas durchstarten. Aber die üblichen Gründe zum Durchstarten waren wohl nicht gegeben und da gibt es wohl auch noch ein psychologische Hemmnis, das mit dem Wort „Aufgabenerledigungstendenz“ gut beschrieben ist: Der Pilot ist nach einem routinemäßigen Aufsetzen geistig darauf eingestellt, die Maschine abzubremsen und zum Terminal zu rollen, um seinen Flugauftrag zu erledigen, nicht aber auf Durchstarten und Weiterfliegen.
Ich denke, dass ein Mensch mit solchen Situationen hoffnungslos überfordert ist.
Hier sehe auch prinzipielle Fehler: Man sollte die Maschinen an die Möglichkeiten des Menschen anpassen und nicht umgekehrt. Aber solange sich anpassen in unserer Gesellschaft als Tugend gilt, wird es wohl kaum zu einem Umdenken kommen.
Viele Grüße!
Hans
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