Ja, Mirko, klar,
wenn Du den Luftwiderstand vernachlaessigst (die Kraftkopplung an das rotierende Erde-Bezugssystem), dann hast Du aber kein Flugzeug mehr, sondern eben einen Raumflugkoerper, bei dem "unmittelbar" nach dem Start keine Kopplung zum Erde-Bezugssystem mehr existiert. Na, und dann kannst Du ja einfach "von Aussen" betrachten:
Es gilt im vereinfachten Fall "Flug vom Aequator zum Pol" fuer den "Vorhaltewinkel" A= minus ArcusTangens(vR/vU)... wobei vR die Rotationsgeschwindigkeit der Erde am Aequator ist und vU die polwaerts gerichtete Geschwindigkeitskomponente des Flugkoerpers.
Die Gesamtgeschwindigkeit V des Flugkoerpers ist - Pythagoras sei Dank - V= SQRT(vR*vR + vU*vU). Hast Du eine gegebene Geschwindigkeit V des Flugkoerpers, so berechnest Du Dir einfach vU=SQRT(V*V - vR*vR).... das setzt Du einfach oben in die Formel fuer den Vorhaltewinkel fuer vU ein (mach ich hier nicht, sonst krieg' ich Fransen am Tipp-Finger

)
Fliegst Du von einem anderen Breitengrad als dem Aequator zum naechst gelegenen Pol, so ist die "mitgenommene" Rotationsgeschwindigkeitskomponente natuerlich kleiner, naemlich vRb = vR*cos(b0), dabei ist b0 der Start-Breitengrad. Der "Vorhaltewinkel" ist dann also A= minus ArcusTangens(vR*cos(b0)/vU). Die Formel fuer die Gesamtgeschwindigkeit aendert sich natuerlich entsprechend.
Dei naechste Verallgemeinerung waere nun, dass ich nicht den Pol, sondern einen Ort auf einem anderen Breitengrad bz erreichen will (bz<>90).. aber das schenk' ich mir hier.
Ein FLUGZEUG ist an das rotierende Erde-Bezugssystem kraftgekoppelt... und deshalb kann ich mir die ganze Rechnerei sparen: Ich fliege mit Hans in einem Flugzeug auf einem Kurs von genau 360 Grad zum Nordpol, mit einem netten Faesschen Gesoeff fuer die Eisbaeren an Bord - wetten, dass wir die Fracht praezise zum Empfaenger bringen? Naja, vielleicht nicht ganz vollstaendig...
Hicks!
Peterle