Hallo Leute,
davon habe leider nur wenig Ahnung. Mal sehen, was mir trotzdem so einfällt.
Ein Beobachter auf der Erdoberfläche sieht vielleicht einen Körper außerhalb der Lufthülle auf einer gekrümmten Bahn vorbeifliegen, und folgert daraus messerscharf, dass auf dem Körper eine Kraft wirken muss, weil dieser ja ständig seine Flugrichtung ändert. Das ist natürlich so nicht richtig, weil der Beobachter in einem rotierenden Bezugssystem steht. Die beobachtete, und bezogen auf sein Bezugssystem auch reale Bahnkrümmung des Körpers entsteht durch die Rotation des Bezugssytems und nicht durch eine echte Kraft am fliegenden Körper. Die Coriolis-Kraft ist also nur eine scheinbare Kraft.
Fazit: Das Wort Coriolis-Kraft ist nicht besonders günstig gewählt, denn auf dem Körper wirkt, von der Schwerkraft mal abgesehen, gar keine echte Kraft, wie sie z.B. durch ein Raketentriebwerk entsteht. Besser ist die Bezeichnung Coriolis-Effekt.
Wenn ein Düsenjet z. B. am Äquator in Richtung Norden abfliegt, so unterliegt er natürlich auch dem Coriolis-Effekt, aber anders als bei dem außerhalb der Lufthülle fliegenden Körper auch den realen Luftkräften, die verhindern, dass sich der Jet auf dieser schön geschwungenen Coriolis-Bahn bewegt. Die Luft über der Erdoberfläche ruht verglichen mit der Geschwindigkeit eines Take-Off-Punktes am Äquator (ca. 1700 km/h in Richtung Osten). Diese ruhende Luftmasse nimmt den Jet einfach mit, baut die 1700km/h langsam ab, während er mit nördlichen Steuerkurs dahinfliegt, und am Nordpol ist von den 1700 km/h nichts mehr übrig.
Hm, hoffentlich stimmt das alles.
Hans
[Dieser Beitrag wurde von Hans Tobolla am 13. Dezember 2000 editiert.]
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