Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 10.12.2000, 14:53   #15
Rainer2
Master
 
Registriert seit: 13.04.2000
Beiträge: 767


Beitrag

Hallo Simmer,

hier noch einige grundsätzliche Anmerkungen zum Thema "SQUAWK" für alle, die vom Sekundär-Radar-Verfahren (zivil SSR genannt) etwas mehr wissen wollen. Die anderen mögen mich bitte nicht steinigen, sondern einfach meinen Beitrag nicht lesen !

Unter Sekundär-Radar versteht man ein Funkortungsverfahren, das im Gegensatz zum Primär-Radar-Verfahren mit aktiven Funkechos arbeitet.

Das heißt:

Eine Bodenstation (Abfragegerät oder Interrogator) sendet auf einer Frequenz von 1030 MHz eine Impulsgruppe (zwei Impulse) an alle Flugzeuge im betreffenden Luftraum. Im zeitlichen Abstand der zwei Abfrageimpulse ist eine Frage codiert ( z. B. im Modus A die Frage nach der Kennung ).

Will der Controller ein bestimmtes Flugzeug in seinem Luftraum führen, veranlaßt er über Funk den Piloten, dessen Primär-Radar-Echo er schon auf seinem Schirm hat, einen bestimmten "SQUAWK" auf dem im Flugzeug befindlichen Transponder (Antwortgerät) einzustellen. Der "SQAWK" ist eine vierstellige Zahlengruppe, wobei in jeder Stelle nur die 0 bis zur 7 möglich ist (oktale Verschlüsselung). Der Controller hat also 4096 Möglichkeiten einen "SQWAK" auszuwählen und zu zuweisen. Das reicht auch in dichten Lufträumen, selbst wenn einige "SQUAWK"s bestimmten Notfällen vorbehalten sind (so die 7700 alllgemeiner Notruf´ und die 7600 Funkgeräteausfall). Der Transponder bildet aus dem "SQUAWK" eine bis zu 12-stellige Impulsgruppe und sendet sie, eingekleidet in zwei weiteren Impulsen, als Antwort auf die Abfrage (hier im Beispiel im Modus A) auf einer Frequenz von 1090 MHz an die Bodenstation zurück. Am Boden wird die Antwort decodiert und dem Primär-Radar-Ziel auf dem Bildschirm des Controllers zugeordnet. Der Controller erkennt nun seinen zugewiesenen "SQUAWK" wieder und kann so das Flugzeug (hoffentlich sicher) führen.

Natürlich gibt es auch noch andere Abfragen, z. B. im Modus C die Frage nach der Flughöhe (anderer zeitlicher Abstand der beiden Abfrageimpulse). Der Transponder empfängt und dekodiert die Abfrageimpulse, erkennt die Frage und liest auf einer dem Höhenmesser angeschlossenen Codierscheibe (MoA-Gillham-Code) die am Höhenmesser angezeigte Flughöhe ab. Diese wird dann, ähnlich wie vorher, in einer binär oktal verschlüsselten Impulsgruppe auf einer Frequenz von 1090 MHz an die Bodenstation gesendet. Die Bodenstation entschlüsselt und decodiert so die Flughöhe. Der Controller weiß nun neben der Kennung (wir erinnern uns „SQUAWK“) auch die Flughöhe seines zu führenden Flugzeuges.

Die zivile Luftfahrt kennt die Modi A, B, C und D, wobei der Modus D noch nicht benutzt wird. Die Militärs benutzen das Verfahren ebenfalls, nur heißt es da IFF/SIF. Die militärischen Modi lauten 1, 2, 3 und 4. Der Modus 4 ist ein Kennungsmodus, der bis heute noch nicht zu täuschen ist.

So, das wär’s in Kürze. Wer darüber hinaus noch mehr wissen möchte, stelle bitte gezielte weitere Fragen .

Hals- und Beinbruch

Rainer
Rainer2 ist offline   Mit Zitat antworten