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Alt 13.10.2003, 16:20   #76
enjoy2
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Mein Computer

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zitiert von hier http://www.heise.de/newsticker/foren...8&showthread=1

Zitat:
Nicht nur bei Juden, nicht nur bei Mohammedanern; sondern bei jedem,
der einen unbezweifelbaren Pachtvertrag mit den göttlichen Wahrheiten
in der Tasche hat:

Hitler hatte seine 'Vorrsähung', Lenin, Stalin, Mao, Pol Pot etc. die
unbezweifelbare marxistische Wissenschaft, die Französiche Revolution
das eherne Gesetz der Vernunftsgeschichte, es eint sie alle, die
ewige Wahrheit in der eigenen Tasche.

Die Wirkung: Die größten Verbrechen werden als heilige Handlung und
heilige Pflicht erfahren, ob man in Südamerika Indianer schlachtet
und ihr Fleisch auf dem Markt verkauft, ob man sie in Nordamerika in
pockenverseuchte Wolldecken hüllt (nach dem 'Stand der Technik' im
18. Jahrhundert ein würdiger Vorläufer von 'Zyklon B'), damit sie
ohne Immunabwehr massenhaft an dieser für sie artfremden Seuche
zugrunde gehen; oder ob man unter Stalin Eisenbahnstrecken durch
grundlose Fiebersümpfe baut und dabei hunderttausende von
Zwangsarbeitern verrecken läßt und diejenigen, die auch nur den
leisesten Zweifel in ihrem Blick erkennen lassen, nackt an den
nächsten Baum bindet, damit sie innerhalb von drei Tagen von den
Mücken aufgefressen werden (und diese geschundenen Kreaturen weinten
noch massenhaft bei der Nachricht vom Tod Stalins, des großen
Erlösungsvaters).

Um welche "Religion" es sich handelt ist nicht von Belang,
entscheidend ist, daß sie, aufgrund welcher Umstände immer, es
geschafft hat das Massenbewußtsein der Gesellschaft zu
monopolisieren; hier ist kein Unterschied zwischen Christen,
Mohammedanern oder Juden: Wo der absolute Glaube den Zweifel
ausgeräumt hat, wird es die abscheulichsten Verbrechen ohne besondere
Schulderfahrung geben.

Das Christentum in Europa hat dabei den Vorteil, nach
jahrhundertelanger Abnutzung in Glaubenskriegen, unterstützt durch
Hintergrunderfahrungen vorchristlicher Vielgötterei bei Griechen,
Römern, Germanen und Kelten, dem Zweifel gegen alle
Glaubensgewißheiten immer noch einen konstruktiven Rang in der
geistigen und geistlichen Menschheitserfahrung einzuräumen.

Der letzte große christliche Versuch in Mitteleuropa, religiöse
Zweifel und geistliche Unterschiede durch eindeutige
Glaubensgewißheit zu ersetzen, war der 30-jährige Krieg (1618-1648).
Spätere Monopolisierungsversuche des gesellschaftlichen Bewußtseins
hatten sich von christlichen Grundlagen gelöst, vor allem die
Französiche Revolution sowie der nationale und der internationale
Sozialismus. Bedeutsam erscheint mir, daß Glaubensinhalte offenbar
wenig Einfluß auf die Barbarisierung der Menschen haben, unter dem
christlichen Liebesgebot sind Menschen genauso versklavt und
abgeschlachtet worden, wie unter den gottfernen Erlösungsideen des
internationalen Sozialismus.

Mit 80 bis 100 Millionen Opfern hat die Heilslehre von der
Überwindung der gesellschaftlichen Klassenschranke nicht weniger
gewütet als die Heilslehre von der Überwindung der biologischen
Minderwertigkeit.

Soweit heutige Heilslehren immer noch den Zweifel, die ängstigende
Grundbestimmung der menschlichen Existenz, zu beseitigen trachten,
bin ich für Widerstand, sowohl bei der 'Unfehlbarkeit' des Papstes
wie der 'Unfehlbarkeit' der Bibel oder des Korans.

Sobald Unfehlbarkeitslehren beginnen, die Gesellschaft zu
beherrschen, ist es aus mit Freiheit und kultivierter, friedlicher
Konfliktbewältigung im Umgang mit abweichenden Meinungen. Die
Aussichten solcher Gesellschaften auf eine demokratische Öffnung sind
gering. (Mit Ausnahme der Türkei, deren Staatsgründer Atatürk die
Bewußtseinsmonopolisierung durch den Koran abzuschaffen versucht hat,
sieht es mit Demokratie und Menschenrechten unter der geistlichen
Monopolherrschaft des Korans düster aus.)

Vielleicht können Unfehlbarkeitslehren unter primitiven
Lebensverhältnissen die Überlebenskraft für einige Zeit bündeln, so
funktionierte der NS-Staat in seiner eigentlich "primitiven"
Zentralverwaltung vergleichsweise perfekt, ähnlich der Sowjetstaat
während des II. Weltkriegs; doch als es um die Weiterentwicklung zum
"Friedensstaat", als es vom schlichten Überleben zum Leben
weitergehen mußte, reichten die totalitären Ideen nicht mehr aus für
den Umgang mit der komplexer werdenden Welt. Ähnlich sehe ich die von
Mohammed geprägten Gesellschaften: Soweit ihre zentrale religiöse
Lehre den Weg zur gesellschaftlichen Monopolisierung, d.h. zum
'Gottesstaat' beschreitet, werden sie vielleicht eine bedeutende
Rolle unter Kriegszuständen spielen wie Deutschland und die UDSSR im
II. Weltkrieg; für eine gedeihliche Friedensverfassung braucht es
einen kultivierten Umgang mit komplexen Meinungsverschiedenheiten.

Tiefere wirtschaftliche und gesellschaftliche Problemlösungen
brauchen den Zweifel als zentrale, komplexe Lebenserfahrung. Zweifel
ist eine Frucht der Freiheit, zugleich Bedingung ihres Gelingens.
Unfehlbarkeiten dienen den Menschen nicht.

Wie Not und Elend als 'schnellstes Pferd' zur menschlichen
Vervollkommnung gelten, wird uns das muslimische Kopftuch staatlicher
Lehrerinnen auf dem schnellsten Weg in den Gottesstaat führen - es
sei denn, muslimische Lehrer müßten in gleicher Anzahl in unseren
Schulen das Kopftuch tragen. Vielleicht wäre dies eine Möglichkeit,
geistliche Gleichschaltung oder Hekatomben an Opfern zukünftiger
"30-jähriger Kriege" zu vermeiden.
full ack

eine absolute Wahrheit gibt es nicht, wer den anderen "missionieren" will, nimmt denjenigen etwas weg, bzw. zerstört es

PS: der obige Text enthält auch Passagen, welche den islamischen Glauben negativ betreffen, dies findet auch meine Zustimmung, nur wie auch bei allen anderen, ein kl. Teil einer Gruppe sind nicht alle
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EnJoy

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