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Alt 04.09.2003, 11:10   #33
Peterle
Inventar
 
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Standard Hallo David,

... ich kann da nix mehr sagen - Recht hast Du

Aber etwas möchte ich unbedingt noch loswerden:

Harri (Harry3) hatte geschrieben:

"Lustig wirds erst, wenn man in Regenschauer einfliegt, da kanns nämlich abwertsgehen, wie man es aus dem FS nicht kennt."

oder:

"Achja, und unter Cb herumfliegen macht auch Spaß, da weiß man dann, ob der Flieger was aushält"

Na, und DAS ist genau die Einstellung zum Fliegen, die ich nicht mag. Ich find's nicht "toll", auszukitzeln, was ein Flugzeug aushält! Ich halte das einfach für dumm - oder kann mir jemand sagen, was man dabei gewinnt, wenn man sein Leben mit solchen Kindereien auf's Spiel setzt?

Regensäulen umfliegt man gefälligst weiträumig und "schöne" CB's dürfen eventuell (wie bei uns am Sonntag) aus 50km Entfernung zu bewundern sein. Wenn sie näher sind, dann hat man Mist geflogen!

Der beste Fluglehrer ist für mich derjenige, der dem Schüler sicheres und einfaches Fliegen beibringt. Dazu gehört wirkliches Können, und deshalb fand ich "meinen" Fluglehrer so phantastisch. Rambo-Fliegen ist für mich in etwa so erstrebenswert wie S-Bahn-Surfen - soweit auch meine Meinung zu manchen "bewunderten" Vorführungen auf allfälligen Flugtagen.

Insofern hab' ich auch einige Zweifel an bestimmten Formen des "Performance-Fliegens", und hier sag' ich dann auch mal, warum ich mit gewissen Einstellungen beim Segelflug Probleme habe:

Der "King" ist da doch häufig der, der "ihn am höchsten kriegt" und "der am weitesten macht" . Wettbewerbsziele. So "optimal" fliegen wie möglich. Das ist gut und schön, da gottseidank meistens (nicht immer!) ein "ökonomisch" optimaler Stil auch ein aerodynamisch sicherer Stil ist (hochpräzise Koordination z.B). Ich würde aber erstmal bei der Anfänger-Ausbildung (teilweise 14-jährige Schüler!) als allerhöchstes Ziel nicht maximale Flugzeit oder Strecke setzen, sondern gekonnt einfach und sicher zu fliegen. Das "tolle" Fliegen kommt mit den Jahren von selbst (und manches Superman-Manöver lässt man dann auch sein, weil man mit der Zeit genug Wissen hat und die Gefahren richtig einschätzen kann).

Nochwas zum "tollen Trudeln": Klar, macht Spass. Aber für sowas ist doch eigentlich die Achterbahn da, oder? Trudeln wird doch bei den Segelfliegern eigentlich nur deshalb "geschult", um dem Schüler diesen (wirklich gefährlichen) Zustand vorzuführen und ihm beizubringen, wie er den frühzeitig bemerkt und sofort vermeidet! Dasselbe gilt für den Stall. Man kann den Konstrukteuren nur dankbar sein, dass die allermeisten Flugzeuge heutzutage in der Beziehung "gutmütig" sind. Aber: Es gibt auch noch Flugzeuge, die man nur ein einziges mal trudeln kann. Danach gibt's einen Kranz für den Piloten.

Das beste Flugzeug ist für mich das, welches GARNICHT trudeln kann und das im Stall "fliegbar" und gutmütig ist.

Zusammenfassend: Ich möchte gut fliegen lernen. Fertigkeiten im Luftkampf sind für mich völlig uninteressant. DAS konnten die meisten jungen Jagdflieger im zweiten Weltkrieg nach wenigen Wochen Ausbildung. Gut fliegen mussten sie ja nicht können - ihre mittlere Lebenserwartung lag ohnehin nur bei einem Monat

So, das war jetzt ein bischen ernster, aber ich wollte auch klarmachen, warum ich "meinen" Fluglehrer für einen wirklichen Könner halte. Also für das genaue Gegenteil von einem Luft-Rambo.

Liebe Grüsse
Peter
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