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Alt 03.09.2003, 09:54   #253
Guru
 
Registriert seit: 01.01.1980
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Zitat:
Original geschrieben von maxb


fahrlässige Krida begeht für mich das Infrastrukturministerium, wenn die ÖBB nicht sofort reformiert wird.

Sorry, aber das ist engstirnig. Eine Begründung dazu braucht Guru wohl nicht extra zu liefern.

Zitat:
die ÖBB mag nicht überschuldet sein, aber illequide ist sie garantiert -> Konkurs
Kurze Frage: bist Du Wirtschaftsprüfer? Woher kommen Deine intimen Kenntnisse über die Bilanzen und G&V der ÖBB? Die Zahlen, die Guru vorliegen (siehe www.oebb.at), sprechen kein Wort von Illiquidität.

Zitat:
aha, der Eigentümer selbst und nicht das Unternehmen soll in diesem Fall mit seinem vollen Vermögen einfach haften. warum soll die ÖBB solche Privilegien gegenüber anderen ehemaligen verstaatlichen Betrieben wie z.B. AUA oder Unternehmen der ÖIAG besitzen? hätte man aus der ÖBB rechtzeitig eine ÖB AG gemacht, dann wäre betriebswirtschaftliches Denken vielleicht früher in diesen "Verein" eingezogen.
Die ÖBB sind nach dem Bundesbahngesetz 1984 eine Gesellschaft sui generis (der besonderen Art); dies ist ein Mittelding zwischen AG und GmbH (mit Aufsichtsrat). Bei beiden Gesellschaftsformen gibt es Haftungen der Eigentümer (siehe ABGB).

Zitat:
...übrigens, die swiss air wurde auch beinhart in den konkurs geschickt... und die die schweiz ist dadurch auch nicht untergegangen.
Die Reputation der Swiss ist aber ziemlich dahin, Einsparungen hat es dadurch keine gegeben. Die Swiss steht in etwa wieder dort, wo die SwissAir stand. Wenn Du heute mit der Swiss redest, werden sie Dir sagen, dass es ein Fehler war.

Zitat:
...und Investitionen sind ja gar kein Streitthema bei unserer lieben ÖBB, nur ist halt kein Geld dafür da, weil ein Großteil des Machbaren (nicht der Erlöse) für Personal und Pensionskosten draufgehen.
Der Eigentümer von Infrastruktur (also Straßen, Bahn, etc.) muss auch für deren Erhaltung und den Ausbau sorgen. Guru würde sich ziemlich beschweren, würden die Straßen so aussehen wie noch vor 30 Jahren. Daher hat der Eigentümer ein Investitionsprogramm Straße+Schiene vorgesehen (siehe die diversen Budgets der letzten 30 Jahre). Diese Investitionen nun dem Betriebsabgang zuzurechnen, empfindet Guru nicht einmal mehr als Chuzpe.


Zitat:
übrigens habe ich heute Nachmittag mal einen Blick auf die Bilanz 2002 der Deutschen Bahn geworfen. dort geht's zwar auch nicht ohne Verluste, aber es ist wenigsten nicht so ein Desaster wie bei uns und das Leistungs/Kostenverhältnis stimmt auch.
Die Bilanz der DB betrifft nur den Absatzmarkt, nicht jedoch die Infrastruktur. In dieser Bilanz des Absatzes ist auch die ÖBB gewinnbringend (schau schau...). Was willst Du also Guru damit sagen?


Zitat:
Für die ÖBB muss man sich als Österreicher einfach schämen! Im In- und Ausland.

grüße
maxb


PS: ich schäme mich nicht für die ÖBB, mir ist sie wurscht. ich will nur, dass meine steuergelder und die von vielen anderen sinnvoll und effizient eingesetzt werden und das sie nicht in unternehmen wie der ÖBB verschleudert und vergeudet werden. das ist auch mein gutes recht als bürger dieses staates
Also Guru ist ein Österreicher, der sich nicht für die ÖBB schämt. Damit ist Dein Stehsatz nicht einmal mehr das wert, was auf dem Bildschirm steht.

Dein Recht als Bürger dieses Staates ist aber auch (um nicht sogar zu sagen, Deine Pflicht), Dich zu informieren. Und vielleicht schreibst Du dann nicht nur Tiraden, sondern objektivere Dinge.
Guru kann es nicht oft genug sagen - Guru ist auch für eine sparsame Führung der Bahn, aber ist auch für Investitionen (Guru fährt auch selber gerne mit der Bahn, weil man da die Zeit gut nutzen kann - im Gegensatz zum Auto) - nur den politischen Aussagen zu folgen, ist wie fast immer der Irrweg.

Guru
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