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Mobiletester 21.01.2014 22:27

300m mit Kupferkabel
 
Ich soll folgendes Problem lösen: Zwei Grundstücke sind knapp 300m entfernt. Zwischen den beiden soll ein Netzwerk aktiv sein. Eine ungeschirmte CAT5 Leitung ist verlegt nur funktioniert das Netzwerk nicht richtig.Dahinter sind sternförmig Leitungen mit 150m, 100m, und 50 m an einem Switch angeschlossen. Ab jetzt geht angeblich nichts mehr.
Was schlägt Ihr vor?
Brainstorming erwünscht!!

PS; Ich habe mich mit der Materie bereits intensiv beschäftigt, und möchte wissen ob ich was übersehen habe.

zonediver 21.01.2014 23:16

Ja klar, ne ganze Menge ;)

1) Ethernet ist auf max. 100m Segmentlänge spezifiziert >>> Über 100m ist eine aktive Signalaufbereitung erforderlich oder Glasfaser zu verwenden.
In der Praxis sollte man ab ca. 90m (mit "guten" Kabeln) die Signalverstärkung einsetzen. Ein aktiver Switch sollte da genügen.

2) Ungeschirmt??? Wieso? für solche längen (bis 100m) sollte man immer doppelt geschirmte Kabel verwenden - Cat5 hin oder her ;) bei der Länge am besten SF/FTP-Kabel nehmen!

Quintus14 21.01.2014 23:58

Ja - die elektrischen Potentialdifferenzen bei Gewitter. Ich hatte mal eine Kupferverbindung zwischen 2 Häusern über ca. 150 Meter - ungefähr zwei Netzwerkkarten pro Jahr haben mich die Gewitter gekostet. Auf jeden Fall keine gute Idee auf 300 m. Lichtwellenleiter ist angesagt - da spielen Potentialdifferenzen keine Rolle.

LG

Blaues U-boot 22.01.2014 00:10

wenn sichtverbindung besteht, könnte richtfunk eine alternative darstellen.
cat7 könnte 300m eventuell auch schaffen, aber keine garantie.
ansonsten bleibt afaik nur lichtwellenleiter/glasfaser, wenn auch guter datendurchsatz gefordert ist.

Mobiletester 22.01.2014 12:11

Danke!
Für mich bleibt als einzige kostengünstige Alternative eine WLAN Bridge um die 300m zu überbrücken.
Die Ideen waren noch ADSL aber da gibt es nur die "Empfangteile" günstig, die andere Seite ist ein Rack mit hohen Kosten und viel Stromverbrauch.
Möglich wäre noch CAN aber nur mit 500kB und die Ethernet Umsetzer sind rar und teuer.
Glasfaser ist nicht meine Stärke. Da habe ich zuwenig Ahnung welche Kabel mit welchen Steckern und Switch zusammenpassen.
PS: Das ganze ist in Portugal in Küstennähe. Das Kabel ist angeblich wie ein Telefonkabel aufgehängt. Da sehe ich schon die ersten Prob mit der UV und Salzwasserbeständigkeit. Ich weiss nicht, ob da Glasfaser robuster ist.

Quintus14 22.01.2014 15:12

Wie gesagt - aus meiner Sicht keinesfalls irgend ein Kabel auf Kupferbasis, weil die Hardware bei Gewittern zu oft kaputt geht.

Glasfaserkabel ist ziemlich robust und das Potentialdifferenzproblem erledigt sich damit von selbst. Ich hatte anfange auch 'Respekt' davor, weil das so nach professioneller Lösung klingt - das war unbegründet. Zwei Dinge gibt's dazu zu sagen: es muss ein Fachmann ran, der am Anfang und am Ende professionell einen Stecker setzt (dazu ist Spezialwerkzeug nötig) - das ist aber schnell erledigt. Und dann brauchst Du noch vorne und hinten einen LWL-Medienkonverter - so einen z.B.: Glasfaser rein, Gigabit-Kupfer raus ;).

Ob eine WLAN-Bridge befriedigend funktioniert, kann ich Dir nicht sagen - kommt halt auf Deine Anwendungen an (HD störungsfrei streamen wird's wohl eher nicht spielen).

LG

enjoy2 22.01.2014 15:45

imho, wenn eine Sichtverbindung möglich ist, wird dies wohl die einfachste Möglichkeit sein

eine Outdoor Antenne wie zB. ist wohl empfehlenswert http://geizhals.at/?cat=wlanant&asuc...1_id=30&sort=p

hab jahrelang meinen Internetzugang über Funk gehabt, die Entfernung zw. den Antennen war 1.150m, die 300m sollten kein Problem sein.

Roscoe 22.01.2014 16:32

(Normales) CATx Verlegekabel ist wie bereits von mehreren gesagt ungeeignet. Potentialdifferenzen, Blitz, Aufladung, Windprobleme, Distanz. In Österreich darf man m.W. nach zur (Daten-)Gebäudeverbindung Cu Kabel nur eingegraben verwenden, das kann ich aber nicht beschwören.

LWL gibt es zur Aussenverlegung - sowohl zum Hängen, dann ist ein Stahlseil miteingearbeitet, wie auch zum Eingraben, mit Nagetierschutz, geschützt gegen Benzin, (Salz-)Wasser, etc.

LWL bei 300m ist ein relativ teurer Spass, einen Freileitungskabelrest wirst Du selten in der Länge finden. Das Kabel kann man konfektioniert bestellen, d.h., die Stecker sind dann schon drauf. Dann brauchst Du noch Splicebox, LWL Patchkabel, LWL/Cu Umsetzer oder FO Switches auf beiden Seiten.

WLAN mit Richtantennen wäre mein Ansatz, wenn es eine freie Sichtverbindung gibt; bei ungünstigen Witterungsverhältnissen ist das halt nicht ideal.

ZombyKillah 22.01.2014 21:01

Also meiner Meinung nach kann man Kupfer verwenden.
Die Leitung sollte aber nicht an/über der Erdoberfläche sein, sondern mindestens 0,5m tief.
Oberhalb eventuell einen Kupferleiter verlegen um Potentialdifferenzen auszugleichen.
Die beste Schirmung hättest du mit einen Eisenrohr also eine Wasserleitung die das Kabel umgibt.
(ist neben der Kapazitiven Schirmung auch eine induktive, schützt also auch vor Blitzen).
Um vollständig die Übertragung eines Blitzes zu verhindern, kann man die Leitung an den Enden Schleifen einbauen, dadurch entsteht eine geringe Induktivität im Schirm, die einen Impulsstrom stark dämpft ... => der Blitz sucht sich einen anderen Weg.


Zu deinen Problem:
Ich nehme an du verwendest einen Installationsleitung mit Einzelleitern?
Hast du an den Enden Dosen gesetzt, oder einfach Stecker aufgekrimpt?

Im Falle des 2. => Geht nicht.
99% der Stecker sind ausschließlich für Litzen geeignet.

Ach ja:
Ein Netzwerkkabel wird nur einseitig geerdet ... die Meisten schließen den Schirm falsch-erweise auf beiden Seiten an.

Roscoe 22.01.2014 21:32

Cu Kabel kann man schon verwenden, wenn man zB. 10Base5 verwendet - das sind dann aber nur 10 MBit über ein dickes Coaxialkabel, geht dafür bis 500m.

xxBaseT (also CAT3..CAT7) geht bis 100m - dann sind die Signale verwaschen, zu schwach bzw. die Laufzeiten nicht mehr protokollkonform etc.etc.


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