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Verfahrenskurve bzw. koordinierter Flug
Szenario: Ich bin gerade im Anflug auf einen Flughafen und möchte eine Warteschleife fliegen. Soweit ich das mitbekommen habe werden die Schleifen "zeitgesteuert" geflogen, also z.B. eine Kurve, dann eine Minute geradeaus, dann die Kurve zurück. Dasselbe in grün bei einer Umkehrschleife, o.ä.
Bei den Flugzeugen mit Turn Coordinator geht das ja sehr gut. Solange ich die entsprechende Kurvenlage einhalte, drehe ich mit der richtigen Rate. Die Anzeige darunter zeigt mir außerdem an, wie weit ich in die Pedale steigen muss, damit das Flugzeug koordiniert fliegt. Wie macht man das bei den "großen" Fliegern? Da geht mir irgendwie die Anzeige ab. Gibt's da überhaupt eine Anzeige oder geht das nach Gefühl? |
Hi Alfora
also nach Gefühl geht in der Business Fliegerei wohl so gu wie gar nichts ;) Um eine konstante dreh Rate bei zu behalten würde ich dir empfehlen "einfach" eine bestimmte Schräglage einzuhalten z.b. 30°. Einige der großen(PSS747, 777....) haben eine kleine Anzeige im PFD. Diese ist das Rechteck unter dem Pfeil für die Schräglage. Wenn dieses wandert musst du in die entsprechende Richtung "treten". Happy Landings Bastian |
Treten?? bloss nicht!
Hallo!
Pedale bei Jet nur bei T/O landing und Engine Failure verwenden. Ein korrektes Flugmodell muss nicht "getreten" werden um koordiniert zu fliegen. grüße |
OK, also den armen Flieger nicht treten. :)
Und wie hängt jetzt die Schräglage mit dem Kurvenradius zusammen? (Ich weiß, je schräger desto eng :D ) Ich meine, wie genau müssen bei STARs die Kurvenradien eingehalten werden. Bei manchen STARs gibt's da sogar Angaben oder Einschränkungen (siehe LOWI). Oder sind die Radien da egal? Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Im Flugverkehr ist doch sonst alles bis auf Komma und Beistrich reglementiert. :) Lege ich den Flieger wirklich "nur" in eine bestimmte Schräglage, z.B. 20-30 Grad, und warte wo ich wieder rauskomme? |
Hallo Alfora,
die Kurvenradien im Anflug sind indirekt vorgegeben, und zwar durch die vorgeschriebenen maximalen Anfluggeschwindigkeiten. Kategorie A mit Vat <91 Knoten ---> 70-100kt im Endanflug Kat.B mit Vat 91-120 Knoten ---> 85-130kt Kat.C mit Vat 121-140kt ---> 116-160kt Kat.D mit Vat 141-160kt ---> 130-185kt Kat.E mit Vat 166-210kt ---> 155-230kt. Vat ist das 1,3 fache der Strömungsabrissgeschwindigkeit in Landekonfiguration bei max. zulässigem Landegewicht. Näheres in der nächsten FXP! Für Warteschleifen gilt eine andere Tabelle (nach ICAO, in USA und Frankreich sind sogar noch höhere Geschwindigkeiten zugelassen): bis 6000ft --> 210 Knoten bis 14000ft --> 220 Knoten über 14000ft --> 280 Knoten oder Mach 0,80 Da man bei hohen Geschwindigkeiten keine Standard-Drehrate von 3 Grad pro Sekunde hinbekommt, weil man max. mit 25 Grad Schräglage fliegen soll, nimmt man die grösseren Kurvenradien in Kauf und die Anflug- bzw. Holdingverfahren sind entsprechend konstruiert. Es ergeben sich folgende Kurvenradien: bei 150kt TAS --> 0,5NM bei 180kt TAS --> 1,0NM bei 240kt TAS --> 2,0NM (alles Faustwerte) Happy Landings! HP |
Danke HP, das klingt vernünftig. Du steigerst jetzt aber meine Gier auf die nächste FXP. :)
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Koordination
Alex (alfora) schrieb oben:
Zitat ON Bei den Flugzeugen mit Turn Coordinator geht das ja sehr gut. Solange ich die entsprechende Kurvenlage einhalte, drehe ich mit der richtigen Rate. Die Anzeige darunter zeigt mir außerdem an, wie weit ich in die Pedale steigen muss, damit das Flugzeug koordiniert fliegt. Zitat OFF So sollte es ja auch in der Realitaet sein: Die Kugel schoen in der Mitte und kein "Kurven-Gefuehl" im verlaengerten Rueckgrat. Im Flusi auch? Zeigt die simulierte Kugel da wirklich immer in die Richtung der Resultierenden aus Zentrifugal- und Schwerkraft? Ich hab' bei manchen Flusi-Modellen festgestellt, dass bei etablierter Kurve mit zentrierter Kugel und neutralem Querruder der Bankangle nicht gehalten wird, erst mit ETWAS mehr (oder weniger, je nach Modell) Ruder (Kugel etwas aus der Mitte) ist die Kurvenlage stabil. Ich meine nicht die langsamen Kleinflugzeuge in engen Kurven, bei denen der Aussenfluegel durch seine hoehere Geschwindigkeit mehr Auftrieb hat und so den Bankangle vergroessert, der Effekt ist mir klar - er wird im MSFS ohnehin nicht richtig simuliert - es gibt allerdings den etwas kryptischen Parameter "Rudder-effect on roll". Praezise Frage: Neigung um die Laengsachse bleibt bei zentrierter Kugel und neutralem Querruder im Flusi oft nicht konstant. Ist das real? Oder nur ein schlampigeres Flusi-Modell? Ich wuerd's soooo gern wissen.... :verwirrt: Viele Gruesse Peterle |
Hi Peterle,
eine zentrierte Kugel sagt nichts darüber aus, ob das Flugzeug in der momentanen Lage bleibt oder nicht. Manche Flugzeuge haben die Neigung ihre Schräglage von selbst zu vergrössern, andere rollen wieder in die Waagerechte zurück. Hat mit koordiniertem Kurvenflug nichts zu tun, sondern ist bauartbedingt. Happy landings! HP |
Danke HP,
da hatte ich ja wohl eine ziemlich falsche Vorstellung :rolleyes: Viele Gruesse Peterle |
Erfolgserlebnis
Ich wollte euch nur mitteilen, dass mit den ganzen Tips hier das Nachfliegen der verschiedenen Anflüge jetzt viel eher gelingt. Plötzlich befinden sich nach einer Kurve die entsprechenden Routen und Funkfeuer ziemlich genau an den Stellen, wo man sie auch erwartet.
Vielen Dank. |
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