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kikakater 12.11.2006 10:58

Krebsbekämpfung mit Antimaterie
 
Krebstherapie mit Antimaterie?

Zitat:

Am Kernforschungszentrum [extern] CERN in Genf führt man die Idee weiter, Teilchenbeschleuniger auch medizinisch einzusetzen. Ein internationales Forscherteam [extern] experimentiert seit 2003 mit Antimaterie, in diesem Fall mit Antiprotonen, um herauszufinden, wie biologisches Gewebe reagiert, wenn es damit beschossen wird. Am Experiment ACE (Antiproton Cell Experiment) nehmen 10 Institute teil. Michael Doser berichtet, dass mit den Experimenten bereits der erste Schritt auf dem Weg zu einer neuartigen Krebsbehandlung gelungen sei: "Die Ergebnisse zeigen, dass Antiprotonen beim Abtöten von lebenden Zellen vier Mal wirksamer als Protonen sind."
Beim ACE-Experiment tritt der Antiprotonen-Strahl in ein Röhrchen mit Tierzellen in der Mitte eines Behälters ein, der mit einer Lösung von Glycerin und Wasser gefüllt ist. Vor dem Versuchsaufbau sieht man Michael Holzscheiter, Niels Bassler und Helge Knudsen. Foto: CERN

Antiprotone können nur in sehr kleinen Mengen mit der Hilfe von großen und teuren Teilchenbeschleunigern hergestellt werden. Trifft Antimaterie auf Materie, so zerstören sie sich gegenseitig und setzen Energie frei. Mit der Beschießung von Krebszellen mit Antiprotonen werden, wie die Experimente zeigten, Teile der Zellkerne vernichtet, die durch die entstehende weitere Zellfragmente aus der Zelle in andere schießen und dort weitere Zerstörungen verursachen. Experimente mit Kohlenstoffionen lassen bislang vermuten, dass die Wirksamkeit der Antiprotonen höher ist. Weitere Experimente zum Vergleich von Ionen und Antiprotonen werden von der [extern] Gesellschaft für Schwerionenforschung durchgeführt, wo schon seit Jahren erfolgreiche Versuche damit stattgefunden haben und eine Beschleunigeranlage für den klinischen Routinebetrieb entwickelt wurde.

Die Forscher beschreiben ihre Versuche, die Biological Effective Dose Ratio (BEDR) zu bestimmen, in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Radiotherapy and Oncology" (doi:10.1016/j.radonc.2006.09.012). Dabei wurde die Wirkung von Protonen und Antiprotonen mit 50 Megaelektronenvolt (MeV) auf Hamsterzellen gestestet, die sich in einem Röhrchen befanden, das mit Gelatine gefüllt war. Die verwendeten Hamsterzellen haben eine ähnliche Überlebensrate bei Bestrahlung wie menschliche Tumorzellen. Ein Protonen- oder Antiprotonenstrahl wurde an einem Ende des Röhrchen zwei Zentimeter tief eingeschossen und dann gemessen, wie viele Zellen nach der Bestrahlung auf dem Pfad des Strahls überlebt hatten. Am Ende des Strahls hatten die Antiprotonen eine viermal so große zerstörerische Wirkung. Außerhalb des Antiprotonen-Strahls habe sich bei den Zellen keine Auswirkung feststellen lassen.

Oli 12.11.2006 11:44

Dieses Verfahren ist noch in einem sehr frühen Stadium. Phase-I Studien (also erstmals Zulassung eines Versuchs am Menschen) wird es hier frühestens in 10 Jahren geben - wenn überhaupt.

Für die Behandlung sind hier entsprechend radiologische bzw. nuklearmedizinische Geräte notwendig, die Anfangs nur in wenigen ausgewählten Schwerpunktkrankenhäusern in Europa zur Verfügung stehen werden.

Viel mehr versprechender sind Studien aus der Genforschung, wo Antikörper die in die verschiedenen Wachstumsphasen der Krebszelle eingreifen, in körpereigene Zellen eingeschleust werden, und automatisch den Weg zum Tumor finden.

Ausserdem wird die destruktive Heilung (dzt. herkömmlich) mit der Chemotherapie (Destabilisierung des Immunsystems) durch ein Verfahren, wo das Immunsystem angeregt wird, ergänzt - oder vielleicht später komplett ersetzt.

Ciao Oliver

enjoy2 12.11.2006 19:57

sollte Antimaterie irgendwann mal zur "Heilung" von Computerproblemen eingesetzt werden, werde ich den Beitrag wieder zurückverschieben.

IRONIE ON:
ob es vielleicht schon Tierversuche bei Gehirntumoren von Katzen gegeben hat? :D
IRONIE OFF

kikakater 12.11.2006 20:57

IRONIE AN
Tunnelblick ? Dann ab in die Röhre :p
IRONIE AUS

Oli 13.11.2006 10:22

Zitat:

Original geschrieben von kikakater
IRONIE AN
Tunnelblick ? Dann ab in die Röhre :p
IRONIE AUS

Auch wenn ironisch gemeint, trotzdem unlustig! Wennst mal in der Situation bist, dass Du alle paar Woche in die Röhre musst, wirst Du es vielleicht verstehen, das hier selbst Ironie (oder gar schwarzer Humor) unangebracht ist.

Ciao Oliver


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