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Bastet 09.09.2004 18:27

viele analphabeten bei uns
 
*hmpf* hab gestern in der *gratiszeitungbeiderubahn* gelesen, das es
in österreich 500.000 menschen gibt die nicht lesen und schreiben
können.

kann ma bitte mal wer erklären wie dass, bei 9 pflichtschuljahren,
funktioniert???

pong 09.09.2004 18:42

wirf mal einen Blick in eine Sonderschule, das sollte dir solche Fragen beantworten

pong

Cindy 09.09.2004 18:55

Genuneit (1996) beschreibt Analphabetismus als Folge
von fünf Formen von Armut:

Ökonomische Armut: Spätere Analphabeten kommen häufig aus sozialen Schichten, die von wirtschaftlicher Armut bedroht sind, wo finanzielle Engpässe dazu zwingen, Kindern nicht die notwendige Zuwendung zu bieten.

Soziale Armut: Rechtschreibkönnen gilt gesellschaftlich als äußerst hoch besetzt. Lese- und schreibunkundige Menschen werden von der Gesellschaft ausgegrenzt. Angst, Stigmatisierung und Diskriminierung sind die Folge.

Kommunikative Armut: Spätere Analphabeten kommen aus Familien, in denen (annähernd) nicht geschrieben, gelesen oder vorgelesen wurde. Sie kommen in die Schule, ohne zu wissen, wofür man Lesen oder Schreiben gebrauchen könnte. Noch schlimmer ist, dass mit ihnen nicht ausreichend gesprochen wurde. Fehlende Kommunikation führt zu Entwicklungsverzögerungen, auch der Sprachentwicklung. Bestimmte Sprachfertigkeiten sind jedoch notwendig beim Erlernen des Lesens und Schreibens.

Pädagogische Armut: Schule und Lehrer/innen sind häufig nicht in der Lage, auf gesellschaftliche Veränderungen adäquat mit pädagogischen Konzepten zu reagieren. Wenn Lesen und Schreiben nicht während der Schulzeit einerseits als sinnvoll erfahren und andererseits automatisiert wird, dann wird Lesen und Schreiben nach der Schulzeit nicht angewendet – auch aus Angst, aufgrund schlechter orthographischer Kenntnisse zu versagen. Was aber vermieden wird, wird wieder “verlernt”.

Politische Armut: Der Politik ist es bisher nicht gelungen, die Strukturen so zu verändern, dass die genannten Probleme bewältigt werden können. Vielfach hat Politik die Komplexität der Probleme noch gar nicht erkannt. Und so ist Analphabetismus auch eine Folge politischer Armut.

http://www.blindenanstalt-nuernberg....s/ursachen.htm

lg
cin

frazzz 09.09.2004 18:59

wäre ich der forumsböze, könnte ich ja sagen, einige davon arbeiten beim wcm.


da ich das aber nicht bin, sag ich halt, einige davon hat es hier ins forum verschlagen :D


b2t:
ich finde das unglaublich, mit welcher wurschtigkeit anscheinend gar nicht so wenige lehrer unterrichten. :motz:

jayjay 09.09.2004 19:03

Re: viele analphabeten bei uns
 
Zitat:

Original geschrieben von Bastet
kann ma bitte mal wer erklären wie dass, bei 9 pflichtschuljahren,
funktioniert???

lange nicht jeder "neoösterreich" oder hier lebende hat 9 jahre eine schule besucht. nach österreich kommen halt doch nicht nur "hochqualifizierte arbeitskräfte" :rolleyes:

frazzz 09.09.2004 19:05

Re: Re: viele analphabeten bei uns
 
Zitat:

Original geschrieben von jayjay
lange nicht jeder "neoösterreich" oder hier lebende hat 9 jahre eine schule besucht. nach österreich kommen halt doch nicht nur "hochqualifizierte arbeitskräfte" :rolleyes:

typisch :aio:

das nichtbeherschen der öst. sprache ist nicht mit analphabetentum gleichzusetzen...

jayjay 09.09.2004 19:14

Re: Re: Re: viele analphabeten bei uns
 
Zitat:

Original geschrieben von frazzz
das nichtbeherschen der öst. sprache ist nicht mit analphabetentum gleichzusetzen...
wo habe ich das gleichgesetzt?

Bastet 09.09.2004 19:22

Zitat:

Original geschrieben von pong
wirf mal einen Blick in eine Sonderschule, das sollte dir solche Fragen beantworten

pong

damit meinte ich nicht schwer lernende personen, welche aus div. gründen genetische deffekte haben ;)

eine verwandte von mir hatte leukämie und hat durch die div. medikamente eine lernschwäche entwickelt, ABER auch sie kann mittlerweile lesen schreiben und hat sogar den führerschein gemacht.

sonderschule - nein ich denke nicht, dass damit meine frage beantwortet wurde.


thx @cin

voodoohexe 09.09.2004 19:42

IMHO ist das Ganze schon auch ein Problem der mangelnden Ausbildung, der Wurschtigkeit mancher Lehrer und ganz einfach auch des Desinteresses des Lernenden.

In der Schule sollte man die Grundlagen lernen. Bereits in der Volksschule. Viele Kinder können aber nicht flüssig lesen , teils aus Lernschwächen, teils aus mangelnder Übung. Da kann ich mir halt schon vorstellen, dass sie in den weiteren 5 jahren in den schwächsten Lern-Gruppen dahindümpeln.Daheim sich von TV berieseln lassen anstatt ein Buch in die Hand zu nehmen ist halt auch einfacher. :(

Man muss halt schon unterscheiden ob das ganze Krankheitsbedingt ist oder einfach nur Faulheitsbedingt.

:rolleyes:

Bastet 09.09.2004 19:50

stimmt, man kann sich evt. in der vs durchmogeln, aber in der hs?? wie ich in die schule gegangen bin hatten wir in JEDEM fach schriftliche prüfungen - wenn da einer nirgends besteht, sowas müsste doch auffallen, oder nicht?


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