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fran 05.07.2002 05:55

Debian - weil es mehr ist - als nur irgendein OS
 
hallo,
inzwischen habe ich schon bekanntschaft mit diversen distributionen gemacht - und muss leider bemerken, dass sich deren wirtschafts- und verkaufsstrategien jenen von m$ immer mehr annähern (allen voran wohl $u$e). wenn bald auch der DAU glaubt, linux zu beherrschen (nach dem motto: 'ich kann KDE starten und beenden') - hat das nicht unbedingt etwas mit wirklicher anwenderfreundlichkeit zu tun, aber es geht allemal auf kosten von stabilität und sicherheit eines OS.

aus diesen und anderen gründen - und weil es meiner philosophie am nächsten kommt - möchte nun endlich zu Debian wechseln.
meine bitte und frage an euch: wer kann mir cd-kopien einer möglichst aktuellen Debian-version zusenden - bzw. wann wird endlich Debian Woody zu bekommen sein? - jetzt noch ein kauf der version 2.2r5 als vollständiges paket lohnt sich wohl nicht mehr.

danke und grüße - fran

valo 05.07.2002 09:40

wann die woody final herauskommen wird kann dir wohl derzeit niemand bearbeiten. wenn du dich mit einer pre-final version zufrieden gibst, findest du diese hier: http://www.debian.org/CD/

ich war mit diesem mirror sehr zufrieden: http://ftp.acc.umu.se/pub/cd-images/debian-unofficial/

ich sag einmal, es lohnt sich auf alle fälle einen inet zugang zu haben um die pakete zu installieren (aus eigener erfahrung, solang ich keinen netzzugang hatte, hab ich mich nur damit geärgert :D)

citizen428 05.07.2002 10:34

Re: Debian - weil es mehr ist - als nur irgendein OS
 
Zitat:

Original geschrieben von fran
aus diesen und anderen gründen - und weil es meiner philosophie am nächsten kommt - möchte nun endlich zu Debian wechseln.

Ich könnte dir auch noch Gentoo Linux als nichtkommerzielle Distribution ans Herz legen wenn du es gerne Cutting Edge hast. Und um die Philosophie nicht zu kurz kommen zu lassen, den Social Contract haben sie von Debian übernommen.

http://www.cargal.org/images/gallery...zen428/aap.jpg

hera 05.07.2002 10:35

und wieviele der 8 CDs sind wirklich nötig?

valo 05.07.2002 10:37

Zitat:

Original geschrieben von hera
und wieviele der 8 CDs sind wirklich nötig?
puh, braucht hab ich cd1/3/4/5 (für das was ich installiert habe (fast nix) kein X, fast keine server dienste...

ich find allerdings die pakete direkt ausm inet zu holen ist VIEL angenehemer...

santi 05.07.2002 11:36

Hallo Leute,
mhhh immer diese Begeisterung für Debian! Ich muß gestehen das mir die Debian-Homepage auch sehr gut gefallen hat weil sie so schön übersichtlich ist! Wenn es mir gelingt auf meiner Platte 2 - 3 GB freizuschaufeln werde ich Debian auch mal ausprobieren und schauen ob ich damit klarkomme :rolleyes:

Fran,
wieso sind die anderen Distributionen schon fast wie MS?
Okay SuSE bietet keine Isos zum Download an sondern nur eine Online-Installation (sagt man so dazu? ) aber bei den Anderen kann man sich die Iso ja immer noch gratis runterladen und für neue Pakete aus dem Internet habe ich auch noch nie was bezahlt...und wenn ich Handbücher und fertige CDs haben will kriege ich die auch bei Debian nicht geschenkt...

Als DAU glaube ich schon das KDE sehr stark mit Anwenderfreundlichkeit zu tun hat. Klar wer einen Server laufen hat braucht das Zeug nicht so dringend aber KDE und Gnome sind die Köder die viele Windows-Anwender erst dazu bringen auf Linux umzusteigen! Eine neue Kernelversion wird ja wohl nur wenige XP-User dazu bringen sich Linux mal anzusehen, oder?

Gruß
santi

_m3 05.07.2002 11:54

Hi santi!

Und genau damit sind wir wieder bei dem Problem, unter dem auch das Linux/Forum hier leidet.

SuSE, RedHat, Mandrake spielen eine falsche Anwenderfreudnlichkeit vor, die es gar nicht gibt. GNU/Linux ist noch immer ein technisches OS (ob mit oder ohne KDE, Gnome, .. ist wurscht). Wenn man kein technisches Verstaendnis und Wissensdurst mitbringt, wirds nix mit Linux.

Das Problem (und damit die MS-Aehnlichkeit) liegt darin, dass die "komerziellen" Distributionen versuchen, den Benutzer von der dahinterliegenden Technik abzuschirmen. Das gelingt meist nicht wirklich => Die Leute geben auf oder Lamen in einem Forum/NG herum, ohne ein einziges HOWTO gelesen zu haben, etc. Ich warte ja auch noch auf den Computerfuehrerschein fuer Linux - brrrrrrrrrrr.

Und wenn Du Dir z.B. die Lizenzpolitik von "United Linux" anschaust - das ist purer Business auf Kosten der OpenSource Gemeinschaft.

citizen428 05.07.2002 12:03

Zitat:

Original geschrieben von santi
...und wenn ich Handbücher und fertige CDs haben will kriege ich die auch bei Debian nicht geschenkt...

Doch, denn es gibt keine "offizielle" Verkaufsversion von Debian GNU/Linux.

Das Handbuck kannst du vollständing online lesen oder bei Bedarf auch als Debianpaket auf deinem Rechner installieren:
http://www.openoffice.de/linux/buch/

santi 05.07.2002 12:58

Hallo _m3!
Prinzipiell hast Du natürlich völlig recht!

Ich seh halt KDE/Gnome als Einstiegsdrogen - so wie Zigaretten...
Du siehst eine schöne Verpackung und willst wissen wie das so schmeckt. Vielleicht kommen 90% drauf das es ihnen nicht schmeckt aber 10% finden Gefallen daran und werden süchtig...und steigen dann ja vielleicht auf härtere Drogen wie Debian um ;)

Und muß ein normaler Anwender sich denn wirklich unbedingt fürs BS interessieren?
Ein Desktop wie KDE erlaubt meiner Freundin auch ohne Hintergrundwissen all die Sachen zu machen die sie mit Windows auch macht – sie kann mit Linux surfen, mailen, Briefe schreiben usw. Okay, sie hat keine Ahnung was ein Kernel ist, wie man Pakete installiert aber sie weiß ja auch nicht was regedit oder eine DLL-Datei unter Windows ist – und ich fürchte es ist ihr auch völlig egal :D

citizen428,
stimmt schon aber ich hab gemeint das Leute die keinen schnellen Internetzugang haben und sich die CDs zB. bei pinguin.at kaufen halt auch was dafür bezahlen müssen. Man könnte auch den Kaufpreis nicht nur als Geldmacherei sondern als eine Art Unterstützung sehen. Wer will kann ja auch Debian unterstützen und Geld oder Hardware spenden.

Gruß
santi

citizen428 05.07.2002 13:07

Zitat:

Original geschrieben von santi
Wer will kann ja auch Debian unterstützen und Geld oder Hardware spenden.

<eigenlob>
Und beides haben wir als cargal.org schon getan.
</eigenlob>

Weitere Formen der Unterstützung die oftmals nicht wahrgenommen werden umfassen das Filen von Bugreports um die Entwickler bei ihrer Arbeit zu unterstützen, das Übersetzen von Dokumentation, das Schreiben eigener HOWTOS, designen von Logos etc.

Lotussteve 05.07.2002 14:05

Re: Debian - weil es mehr ist - als nur irgendein OS
 
Zitat:

Original geschrieben von fran
wann wird endlich Debian Woody zu bekommen sein?
Hallo!

Das was derzeit auf den Servern als Pakete für Woody liegt IST mehr oder weniger die Final, da es schon seit einiger Zeit frozen ist. Die Verzögerung bis es den Ritterschlag "STABLE" kriegt liegt in der Infrastruktur begründet und nicht daß die Distro an sich nicht "fertig" wäre.


Und ich kann _m3 (...GNU/Linux.... ;) ) nur beipflichten, ich erlebte gestern in der Arbeit am eigenen Leib, wie die falsch verstandene Anwenderfreundlichkeit von SuSE einen Kollegen (hi redwing!) fast in den Wahnsinn trieb.

Und für mich ist Freiheit wichtig. Freiheit, nicht Freibier. Ich bezahle gerne für freie Software, will aber das sie ALLEN zugute kommt, und nicht proprietären Einschränkungen unterliegt wie es eben bei UnitedLinux geplant ist.

Es geht darum, eine wirtschaftlich funktionierende, aber freie ,im Sinne von Meinugsfreiheit, Alternative zu allen bestehenden System zu bieten

--> www.gnu.org

http://www.gnu.org/philosophy/philosophy.html

http://www.gnu.org/gnu/why-gnu-linux.html


Choice of a GNU generation!


Ciao,

GNU/Steve :)

it00x30 05.07.2002 15:18

also ich kann zu der ganzen sache nur ein sagen: bsd rulez!!!

ich hab seit einigen wochen freebsd im einsatz - genial. das installieren komplett aus dem inet hat mich schon überzeugt. der aufbau ist linux sehr ähnlich (oder umgekehrt?...).
aber wie gesagt das herausragendste feature ist die installation von progammen (für alle jene dies nicht wissen einfach mal auf www.freebsd.org gehen und im handbuch nachlesen - topic über ports und packages)

so wies aussieht hab ich mein ultimatives os gefunden (heirat kommt noch nicht in frage, da bin ich noch zu jung, aber zumindest eine fixe beziehung ... ;-) )

citizen428 05.07.2002 16:08

Zitat:

Original geschrieben von it00x30
1. ich hab seit einigen wochen freebsd im einsatz - genial. das installieren komplett aus dem inet hat mich schon überzeugt.

2. der aufbau ist linux sehr ähnlich (oder umgekehrt?...).

3. so wies aussieht hab ich mein ultimatives os gefunden

ad 1. Dazu will ich nur anmerken daß das Gentoo Portage System eigentlich wie die *BSD Ports funktioniert, allerdings IMHO sogar noch um einiges anwenderfreundlicher da es auch Debians apt sehr ähnelt. Nähere Infos:

http://www.gentoo.org/doc/portage-user.html
http://www.gentoo.org/doc/portage-manual.html

Lies dir das mal durch, könnte dich interessieren.

ad 2. Geh ein bischen ins Detail und du wirst viele Unterschiede zwischen FreeBSD und GNU/Linux finden: den Aufbau von /proc, das Initkonzept, Jails vs. chroot etc. Die Ähnlichkeit die du meinst bezieht sich wohl eher auf die in beiden Systemen vorhanden GNU Tools und das Arbeiten auf der Shell.

ad 3. Gut so! Ich auch endlich! Am Hauptrechner Gentoo Linux, am Gateway FreeBSD, eine Kombination mit der ich mehr als zufrieden bin. :)

it00x30 05.07.2002 17:03

mir ist schon klar, dass es viele unterschiede gibt, aber nichts was man wenn man auf einem der systeme schon ein wenig erfahrung gesammelt hat nicht gleich begreifen kann. im übrigen existieren wie erwähnt die gleichen tools und das erleichtert die arbeit enorm.

zum ports-system von gentoo - ich habs jetzt nur schnell überflogen -aber im prinzip funktionert es warscheinlich ziemlich ähnlich dem freebsd-ports system -> sollte also wenn man eine vernünftige verbindung ins inet hat "kinderleicht" sein.

was ich noch fragen wollte: wie zuverlässig sind die gentoo-ports ich hab nämlich auf freebsd ab und an probleme vor allem mit grösseren installationen (zum bsp gnome2 gab immer einen fehler - vielleicht noch zu neu ...) und wie schauts mit den portierten programmen aus - sind die aktuell oder hängen die ports nach, bzw gibt es überhaupt das was man so braucht als ports (va JAVA-developing und LaTeX mit allem was dazugehört)

citizen428 05.07.2002 17:50

Zitat:

Original geschrieben von it00x30
1. zum ports-system von gentoo - ich habs jetzt nur schnell überflogen -aber im prinzip funktionert es warscheinlich ziemlich ähnlich dem freebsd-ports system -> sollte also wenn man eine vernünftige verbindung ins inet hat "kinderleicht" sein.

2. was ich noch fragen wollte: wie zuverlässig sind die gentoo-ports ich hab nämlich auf freebsd ab und an probleme vor allem mit grösseren installationen (zum bsp gnome2 gab immer einen fehler - vielleicht noch zu neu ...) und wie schauts mit den portierten programmen aus - sind die aktuell oder hängen die ports nach, bzw gibt es überhaupt das was man so braucht als ports (va JAVA-developing und LaTeX mit allem was dazugehört)

ad 1. Also von der Funktionsweise ähnelt es eher apt von Debian. Einfach "emerge $PROGRAMMNAME" (das ist der debianartige Teil), der Source wird heruntergeladen und mit den in der /etc/make.conf spezifizierten Optionen kompiliert (das ist der BSD-artige Teil).

ad 2. Die Gentoo Ports sind hochtaktuell, da Gentoo kompromisslos auf cutting edge Software setzt. Auch ist der Portstree schon sehr groß wenn man das geringe Alter der Distribution berücksichtigt (mit heutigem Tag 2159 Ebuils, vorgestern waren es noch 2026). Ich hab bis jetzt eigentlich alles gefunden was ich gebraucht habe. Siehe: http://www.gentoo.org/index-packages.html

Zur Zuverlässligkeit: ich hatte bisher noch nie Probleme mit einem Ebuild (*auf Holz klopf*), das könnte aber auch daran liegen daß ich wichtige Systemprogramme nicht update ohne vorher das Forum und die Mailinglisten nach bekannten Bugs zu durchsuchen. Damit hab ich mir schon einige Troubles erspart. Auch wundern mich deine Probleme mit FreeBSD ein wenig, dort kenne ich Probleme mit Updates eigentlich nur wenn man sie nicht wirklich regelmässig macht. Dann kann es zu Komplikationen mit zu alten Libs etc. kommen.

fran 06.07.2002 07:31

hallo,
danke für eure infos. nur, dass ich die cds downloaden kann - und wo, dass weiß ich. auch von gentoo habe ich schon gehört, slackware wäre ja auch noch eine gute wahl. aber leider habe ich eben nur einen äußerst holprigen modem-internetanschluss.

suse & co werden verstärkt proprietäre anwendungen einbringen - wenn es erst einmal United-Linux gibt. danach ist es auch nur mehr ein kleiner schritt, bis open-source für alle teilnehmer nur noch ein lästiges anhängsel ist. tatsache ist doch, dass die damen und herren dort geld verdienen wollen und müssen - und der geruch des steht auch im vordergrund, wenn man sich die distris etwas genauer ansieht. (man will ja 'professionell' wirken ...) - andererseits werden die sachen immer verspielter (suse-aufkleber etc), sodass angesichts der 'begleitumstände' (sicherheits-, stabilitätsmängel) von einem ersthaften os kaum noch die rede sein kann.
in den USA spielt dagegen Red Hat bereits mit dem gedanken, erste software-patente für sich zu kreieren. da braucht man wohl nicht mehr dazu sagen.

ich finde, dass jeder, der heute linux verwendet oder verwenden möchte, auch wissen sollte, warum er das tut. es geht nicht darum, dass möglichst viele (massen) auf linux umsteigen - um jeden preis. wesentlich ist, dass den anwendern bewusst ist, was sie damit tun. für die engagierten freiwilligen entwickler zählten und zählen schließlich keine verkaufszahlen. für die diversen distributoren (ob ms oder linux) - aber sehr wohl.

grüße - fran

citizen428 06.07.2002 12:52

Zitat:

Original geschrieben von fran
1. suse & co werden verstärkt proprietäre anwendungen einbringen - wenn es erst einmal United-Linux gibt. danach ist es auch nur mehr ein kleiner schritt, bis open-source für alle teilnehmer nur noch ein lästiges anhängsel ist.

2. in den USA spielt dagegen Red Hat bereits mit dem gedanken, erste software-patente für sich zu kreieren. da braucht man wohl nicht mehr dazu sagen.

3. ich finde, dass jeder, der heute linux verwendet oder verwenden möchte, auch wissen sollte, warum er das tut. es geht nicht darum, dass möglichst viele (massen) auf linux umsteigen - um jeden preis. wesentlich ist, dass den anwendern bewusst ist, was sie damit tun.

ad 1. Ja, ich warte auch gespannt darauf wie sehr United Linux in die Hand beissen wird von der sie eigentlich leben wollen.

ad 2. Mehr zu Red Hat und den Patenten:

http://www.theregister.co.uk/content/4/25505.html

ad 3. Seh ich auch so und hab ich in ähnlicher Form schon öfter gesagt. Man kann die Leute zu ihrer Freiheit nicht zwingen, sie müssen sie schon selber wollen/suchen. Aber man kann sie darauf hinweisen, auch ohne den Missionar zu böse raushängen zu lassen.

citizen428


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