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alfora 16.07.2001 10:38

Info über Zwischenfälle
 
Ich nehme an, es gibt irgendwo eine (mehrere) Stellen, die Zwischenfälle von/mit Flugzeugen untersuchen und dokumentieren.

Sind die Berichte darüber öffentlich zugänglich? Wenn ja, wo?

Konkret geht's um den Flug AC 3091 (London - Vancouver) vom 14.7., 13:40 Uhr. Da ist meine Frau dringesessen und die dürften ziemliche Probleme gehabt haben (nicht wegen meiner Frau, ihr Blödel). :)

Peterle 16.07.2001 12:24

Hallo Alfora,
 
ich habe nur die Seite der BFU:
http://www.bfu-web.de/index.htm#top
sowie die Seite der NTSB:
http://www.ntsb.gov/aviation/aviation.htm

Ob Du da bei speziellen Fragen fuendig wirst, weiss ich allerdings nicht sicher.

Viele Gruesse
Peterle

MarkusV 16.07.2001 12:31

Re: Info über Zwischenfälle
 
Hi Alfora,

> Konkret geht's um den Flug AC 3091 (London -
> Vancouver) vom 14.7., 13:40 Uhr. Da ist meine
> Frau dringesessen und die dürften ziemliche
> Probleme gehabt haben

so schnell - innerhalb von zwei Tagen - wird es den Weg ins Netz sicherlich nicht finden. Es ist immerhin eine Veröffentlichung einer Bundesbehörde und die erscheint nur monatlich. Selbst in AERO sind die Unfallberichte 3-4 Monate alt. Das ist einfach die Zeit vom Report über Redaktion und Drucker bis zum Kiosk.

Aber was ist den passiert? Wenn du schon anfängst, dann mußt du uns doch auch erzählen, was vorgefallen ist! ;)

Markus

alfora 16.07.2001 13:03

Das ist passiert
 
Ach, wie seid ihr neugierig. :)

Kurz vor dem Start in London Heathrow gingen einmal sämtliche Lichter aus und dafür die Alarme an. Unter den Passagieren bricht Unruhe aus.

Irgendwo auf Höhe Island halten die Flugbegleiter ein Meeting im vorderen Teil des Flugzeugs ab und fangen an, Gepäck nach hinten zu verlagern. Es sind auch irgendwelche Teile dabei die "unauffällig" in Plastiksäcken getragen werden. Dabei wird auch kräftig geschwitzt.

Die Tragflächen mussten auch irgendwann enteist werden. Ich weiß aber leider nicht wann. Ob während des Flugs oder eben nicht. (War nur ein kurzes Telephonat.) Es wurden auch Passagiere gebeten, nach vorne zu kommen. Den Sitznachbar meiner Frau haben sie aber nicht geholt. Dann wär's schlimmer gewesen, der hat nämlich in der Bibel gelesen... :)

Aus diesen Gründen hätte mich eben interessiert, was da wirklich vorgefallen ist. Als normaler Passagier bekommt man ja nur ein Lächeln zu sehen. Aber ein Lächeln mit kaltem Schweiß auf der Stirn wirkt halt nicht so gut...

Rolf 16.07.2001 13:37

Es dauert unheimlich lange bevor so ein Bericht erscheint. Alle Untersuchungen und Verhöre müssen abgeschlossen sein etc.
Eine weitere Seite : airdisaster.com
Hat einer von den Oestereichischen Kollegen zufällig den Bericht der Hapag Lloyd- Unglücksmaschine gelesen oder kennt er den Gegenpart zur Deutschen BFU?? Obwohl die Piloten vor der BFU aussagen mußten, wurde die Untersuchung ja in Wien gemacht.
Gruß
Rolf

alfora 16.07.2001 15:06

Bei der NTSB hab ich mich jetzt schon ein bissel umgesehen. Dort gibt es auch preliminary reports. Die Listen werden täglich aktualisiert. Der letzte Eintrag ist vom 12. Juli. Vielleicht erscheint ja in ein paar Tagen dort etwas.

siehe http://www.ntsb.gov/ntsb/AccList.asp?month=7&year=2001

Jedenfalls vielen Dank für die Links.

MarkusV 16.07.2001 15:34

Re: Das ist passiert
 
Hi Alfora,

> Ach, wie seid ihr neugierig.

Naja... du hast uns neugierig gemacht, oder? ;) Aber sorry, wenn ich noch etwas genauer wissen will...

> Kurz vor dem Start in London Heathrow gingen
> einmal sämtliche Lichter aus und dafür die
> Alarme an. Unter den Passagieren bricht Unruhe
> aus.

Wo gingen denn die Lichter aus? In der Kabine? Im Cockpit? Und was heißt "alle Lichter"? Es ist ja oft auch normal, vor dem Start die Lichter in der Kabine zu verdunkeln. Insofern... Und was heißt "die Alarme gingen an"? Alarmtöne gibt es nach meinem Verständnis nur im Cockpit. Und das hört man hinten in der Kabine? In der Economy Class? Sehr seltsam...

Ich meine, viele Flieger haben einen Überlastschutz. Auch beim Wechseln von einer auf die andere Stromquelle oder beim Starten der APU kann schon mal kurz der AC-Strom weg sein (meines Wissens). Und wenn so kurz vor dem Start wirklich etwas kritisches passiert, dann werden die Piloten das Flugzeug doch nicht im Ernst starten, oder?

> Irgendwo auf Höhe Island halten die Flugbegleiter ein Meeting im vorderen Teil des
> Flugzeugs ab und fangen an, Gepäck nach hinten zu verlagern. Es sind auch irgendwelche Teile
> dabei die "unauffällig" in Plastiksäcken getragen werden. Dabei wird auch kräftig
> geschwitzt.

Und?

> Die Tragflächen mussten auch irgendwann enteist
> werden. Ich weiß aber leider nicht wann. Ob
> während des Flugs oder eben nicht. (War nur ein
> kurzes Telephonat.)

??? Während der Sommermonate wird wohl kaum am Boden enteist. Im Flug ist Anti-Ice während des Fluges in Wolken aktiv. Die Tragflächen sollten idealerweise kein Eis ansetzen; ich weiß von Anti-Ice in Verkehrsflugzeugen, aber ein De-Ice (Enteisung - von bestehendem Eis) ist mir neu.

> Aus diesen Gründen hätte mich eben interessiert,
> was da wirklich vorgefallen ist. Als normaler
> Passagier bekommt man ja nur ein Lächeln zu
> sehen. Aber ein Lächeln mit kaltem Schweiß auf
> der Stirn wirkt halt nicht so gut...

Das ist die Frage: ist überhaupt etwas vorgefallen oder werden da Sachen erzählt, die vom einem Passagier nicht verstanden werden? Tut mir leid, aber ich kann noch nicht wirklich nachvollziehen, daß etwas schiefgegangen ist. Sorry.

Markus

Peterle 16.07.2001 15:40

Hmmm... da gottseidank nix Ernstes passiert ist, mach' ich mal 'ne genussreiche (nicht allzu ernsthafte) Spekulation:

Die Kiste war beim schwanzlastig-trimmen an der Grenze der Spindeln, in dem Fall gibt's Alarm (hat da jemand weight and balance nicht anstaendig gerechnet? hatte der PIC unmaessig zugenommen? waren Koffer voller Schmuggelgold im Flightdeck?) und schweres bewegliches Gut (die Goldkoffer,in Plastiktueten getarnt?) wurde zum Trimm-Ausgleich ins Heck geschleppt.

War'n Versuch... :D
Peterle

P.S. Da gab's vor kurzem einen Echtfall, bei dem anstatt leerer Container volle geladen waren - ein paar Tonnen(!) zuviel, Trimmung war praktisch am Anschlag - BFU-Bulletins, ich glaub, Maerz 2001.

P.P.S. ...neee, Februar, 24.2.2001, Aktenzeichen 5X003-0/01

alfora 17.07.2001 09:25

Ich kann leider keine genaueren Auskünfte geben. Ich habe nur kurz mit meiner Frau telephoniert (Roaming-Gebühr für Kanada ist teuer) und mir hat vorerst gereicht, dass sie gut gelandet ist.

Das ist ja auch der Grund, warum ich noch ein paar Hintergründe herausfinden will. Es kann durchaus auch sein, dass sie ein paar Dinge erzählt hat, die man als normaler Passagier nicht verstanden hat. Nur, das Verhalten der FlugbegleiterInnen war alles andere als normal. Diesen Punkt glaub ich ihr auf jeden Fall. Von Menschen versteht sie definitiv viel mehr als von Flugzeugen (oder -Simulationen). :)

Wenn ich etwas herausfinde oder genauere Beschreibungen finde, dann schreib ich's euch.

alfora 17.07.2001 10:59

Der nächste Anruf
 
OK, hier kommt ein kleines Update und eine Berichtigung.

Die Lichter gingen NACH dem Start und auch während des Fluges mehrmals aus und zwar in Verbindung mit einem ziemlich lauten Warnsignal (Dauerton), das in der ganzen Kabine (laut) zu hören war.

Es war definitiv nicht das Flackern der Lichter beim Umschalten auf eine andere Stromquelle kurz vor dem Start sondern muss irgendwas Gröberes gewesen sein (so, dass unter den Passagieren ziemliche Unruhe ausbricht).

Der PF oder der PNF ist wenig später kalkweiß und schwitzend nach hinten und dann wieder nach vor gelaufen und dann wurden mindestens 20 Ladungen irgendwelcher Teile "unauffällig" in Plastiksäcken nach hinten getragen.

Betto 23.07.2001 19:29

Na, der nach hinten laufende Pilot kann per Definition nicht der PF (Pilot flying) sein, eher PR (running) oder PW (walking, wenn's ein Brite war). ;)

Betto.

Watsi 23.07.2001 20:25

Drogenhunde
 
Was die Ankündigung einer Drogenrazzia doch während es Fluges alles auslösen kann...
:rolleyes: ;) ;) ;)

Gruß, Watsi

Bastian 23.07.2001 21:11

hmm...kanns nicht sein das der Ton das Emergency Evac Signal war ? ;) :D
Vielleicht hat sich ja einer der Piloten verdrückt(beim knöpfchen drücken und spielen)
:D :D

und der PNF war schneeweiß und hat geschwitzt, weil er angst vor den verärgerten Business Class viel fliegern hatte.

nur ne idee....


PS das mit dem Ton..wer weiß...

alfora 25.07.2001 11:54

Wenns das Emergency Evac Signal war, dann ist es nur seltsam, dass es mehrmals während des Fluges aufgetreten ist.

Auf den Aviation-Seiten von Kanada steht leider auch nix. Dort sind nur fatale Unfälle vermerkt und das war ja glücklicherweise keiner. Bei der Air Canada gibt's natürlich gar nichts.

@Watsis Drogenrazzia: In 30.000 ft Höhe stell ich mir das auch lustig vor. Die Drogen kann man dann nicht einmal mehr im Klo runterspülen. :)

Da fällt mir ein lustiges Gschichtl ein. Auf einem Flug von Wien nach Los Angeles (über London) war eine burgenländische Reisegruppe (ein Mann mit Fähnchen voraus, damit auch alle den Weg finden) an Bord. Zum Leidwesen der anderen Passagier schon ziemlich angeheitert. An Bord haben sie weiter gesoffen. Nicht bei dieser Gruppe dabei, aber auch besoffen, war ein Amerikaner. Der hat irgendwann zu randalieren begonnen, weil er keine Alkoholika mehr bekommen hat und sich mit einem Flugbegleiter angelegt. Die Burgenländer haben das sehr lustig gefunden.

Jedenfalls landen wir in Los Angeles und das Flugzeug steht, und steht und steht. Plötzlich kommen vier Polizisten herein, schnappen den Amerikaner und führen ihn in Handschellen ab. Danach waren die Burgenländer wieder stocknüchtern und sind ganz brav auf ihren Sitzen gesessen... :)

Betto 26.07.2001 16:47

Ich liiiebe diese Joke-Serien!! :D :lol:

Betto.

alfora 30.07.2001 16:06

Ich hab noch ein paar Infos erfahren. Es gab anscheinend Probleme mit dem Fahrwerk. Kurz nach dem Start, nachdem die Warnsignale losgingen, sprach der Pilot von einem "manual override" der der Alarm nicht mehr auftreten lassen sollte (diese Ansage wurde durch das erneute Auftreten des Alarms unterbrochen...).

Es wurde auch überlegt bzw. konkret ein Vorbeiflug unternommen, wieder in Heathrow zu landen.

Bei Weiterflug gab es massive Eisbildung an den Tragflächen ungefähr über Island. Dort ist auch wieder ein Alarm aufgetreten und auch die Geschichte mit der Umverteilung von vorne nach hinten. Konkret wurde zuerst Handgepäck nach hinten verlagert und dann mindestens 20 Stücke in "unauffälligen" Plastiksäcken.

Das Eis konnte erst nach dem Wechsel in tiefere Luftschichten entfernt werden.

Vor der Landung in Vancouver trat der Alarm noch einmal auf. Auch hier gab es einen Vorbeiflug, d.h. wahrscheinlich einen versuchten Anflug, visuelle Kontrolle, ob das Fahrwerk draußen ist und erst dann die endgültige Landung.


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