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-   -   Sony MHC-RX90 zerlegt (http://www.wcm.at/forum/showthread.php?t=236015)

Wildfoot 29.08.2009 01:14

Sony MHC-RX90 zerlegt
 
Hi Leute

Heute habe ich, nachdem ich nun über 10 Jahre lang nur Probleme mit ihr hatte, meine Sony MHC-RX90 Stereoanlage zerlegt. Sie soll entsorgt werden, aber das Power-AMP Modul will ich behalten. Dieses läuft nämlich einwandfrei und das sind immerhin 2x 70W. ;)

Also, verbaut ist auf dem Power-AMP Modul ein STK4211 II Stereo Amplifier Chip, das Modul selbst ist dann weiters über einen 13 Pin Stecker mit dem Mainboard der Stereoanlage verbunden. Bei diesem Stecker auf dem Mainboard fand ich (und auch wenn man, so wie ich, Sony garnichtmehr mag, muss man ihr das doch sehr hoch anrechnen) für jeden Pin eine Bezeichnung, welche folgendermassen lautet:

zur Rückwand der Anlage
- (15) R-OUT
- (18) R-GND
- (05) L-GND
- (12) L-OUT
- (??) SUR-GND
- (??) +B (oder könnte auch eine 8 gewesen sein?)
- (??) OVERLOAD-DET
- (??) POWER ON/OFF
- (??) CHASSIS-GND
- (??) CHASSIS-GND
- (20) R
- (??) GND
- (03) L
zum Frontpanel

Das, was fett geschrieben ist, stand auf den Mainboard bei diesem Verbindungsstecker zum Power-AMP Modul bei jedem Pin.

Die Zahlen in den Klammern habe ich mal, mittels logischem Überlegen und anhand dem Sanyo Datenblatt und der darin enthaltenen Sample Application Circuit Zeichnung auf Seite drei, den Pins des Chips zugeordnet. Erste Messungen am physikalischem Power-AMP Modul scheinen auch diese Überlegungen zu bestätigen. Somit wäre eigentlich schon fast alles klar, aber eben nur fast. ;)

Beim obigen Stecker verstehen ich die Bedeutung der beiden Pins

- (??) SUR-GND
- (??) +B (oder könnte auch eine 8 gewesen sein?)

noch nicht. Auch vermisse ich die Einstellmöglichkeit des Volumens. Ist es denn tatsächlich so, dass dieser Chip eine selbst nicht einstellbare Ausgangs-/Endstufe ist?
Und wofür sind die zwei erwähnten Pins denn gut?

Vielleicht kennt ja jemand hier dieses Modul und kann mir da weiterhelfen.
Ich könnte es schon einfach mal in Betrieb nehmen und dann dran rumtesten, doch da ist das Risiko, dass es hops geht, nicht gerade gering. Und dass will ich eigentlich nicht. ;)

Gruss Wildfoot

FranzK 29.08.2009 02:30

Der Chip wird als "Power-Amp" geführt, und die laufen immer mit konstanter Verstärkung. Was bei R und L hineingeht wird um einen konstanten Faktor verstärkt...

:hallo:

Wildfoot 29.08.2009 02:38

O.K.

Also nicht ajustable, sollte direkt kein Problem sein. Nur muss ich nun mit einem Philips NE5532 OP einen ajustable Pre-Amp bauen. Bei meiner Bauweise wird der sicher nicht sauber abgeschirmt sein, also Störungen inklusive, welche dann über einen 2x 70W AMP gehen. :rolleyes:

Aber die zwei Pins stehen immer noch offen. SUR-GND ist eh klar ein und der selbe Ground, nur wofür steht SUR. Und warum führt Sony da sämtliche Grounds einzel auf, wenn die eh alle dann zusammen laufen. Das könnte den PCB doch auch nochmals vereinfachen? Ich weiss, der Spannungsabfall in Stromführenden Leitungen....

Gruss Wildfoot

Mobiletester 29.08.2009 19:01

Du musst bei einem STK eine symmetrische Betriebsspanng haben. Vielleicht ist das SUR GND. Am besten du checkst PIN 13 STK mit deinen Anschlüssen, es muss die + Betriebsspannung sein. PIN 11 und PIN 15 müssen - Betriebsspannung sein. Die Masse geht an PIN 5 und PIN 18.
Schau dir die Schaltpläne des Datenblatts genau an. Dann solltest du die Anschlüsse recht einfach entschlüsseln können. Pass auf, der STK hat keine Überlastsicherung. Falsche Beschaltung quittiert er mit einer sofortigen Selbstzerstörung.
Ein guter Tipp, nimm die Betriebsspannungsversorgung vom Sony. Leider habe ich auf die Schnelle nur den RG 90 gefunden, schaut aber innen anderst aus.

Wildfoot 29.08.2009 22:42

Also...

Genau die Spannungsversorgung von Sony wird weiterhin zum Einsatz kommen. Ja warum auch nicht, Sony liefert hier ja (fast) alles, was benötigt wird und ich spar mir das Basteln eines neuen Netzteiles. ;)

Das Datenblatt findest in meinem ersten Posting. Darum stutzte ich auch, als du von der - Betriebsspannung bei Pin 15 sprachst, das ist nämlich nicht korrekt. Pin 15 ist der R-OUT.

Dass die STK's heikel auf OVERLOAD oder Fehlschaltung sind, durfte ich schonmal schmerzlich erfahren. Damals hatte ich in einem anderen Verstärker einen STK411 am laufen, den habe ich dann mit der Supply-Voltage etwas frisiert. Naja, nicht lange, dann war Ruhe. :D
Damals, ich war noch ein ganzes Stück junger, war das für mich eben ein sehr schmerzlicher Verlust. ;)

Gruss Wildfoot

Wildfoot 30.08.2009 00:20

Welchen Verstärkungsfaktor wird benötigt
 
Also ich muss ja noch einen regelbaren Pre-Amp zu diesem Power-Amp bauen. Dafür bin ich nun gerade am Zusammenstellen, welche Teile ich dafür verwenden will und welche ich noch bestellen muss. Es wird ein Philips NE5532N OP zum Einsatz kommen. Die Frage nun ist, auf welche max. Verstärkung soll ich diesen Pre-Amp auslegen? Reichen 5 oder ist das immernoch zu wenig? Zu hoch soll es aber auch nicht sein, ich will ja nicht Klirrfaktor erzeugen. ;)

Gruss Wildfoot

Mobiletester 30.08.2009 20:24

Sorry Wildfoot, es ist Pin 16 und nicht 15. Habe mich "verlesen".
Wenn du dir das Datenblatt (ich habe das mit den Aufdruck discontinued genommen) Seite 4 ansiehst, kannst du mit R7/R9 bzw R8/R10 die Verstärkung einstellen. So wie sie im Datenblatt angegeben ist, beträgt sie 40 dB.
Ich würde einen Signalgenerator nehmen, und mal sehen, welchen Eingangspegel du für die Vollaussteuerung brauchst. Danach kannst du deinen Vorversärker dimensionieren. Rechnen ist nicht so meins.

Wildfoot 30.08.2009 21:43

Zitat:

Zitat von Mobiletester (Beitrag 2377877)
Sorry Wildfoot, es ist Pin 16 und nicht 15. Habe mich "verlesen".
Wenn du dir das Datenblatt (ich habe das mit den Aufdruck discontinued genommen) Seite 4 ansiehst, kannst du mit R7/R9 bzw R8/R10 die Verstärkung einstellen. So wie sie im Datenblatt angegeben ist, beträgt sie 40 dB.
Ich würde einen Signalgenerator nehmen, und mal sehen, welchen Eingangspegel du für die Vollaussteuerung brauchst. Danach kannst du deinen Vorversärker dimensionieren. Rechnen ist nicht so meins.

Genau, klassische OP-Schaltung vom Prinzip her. ;)

Aber...., Ich habe diesen Chip zusammen mit dem Power-Amp-Modul und dem Kühler (und samt Speisung) aus der Stereoanlage ausgebaut. Also die Ansteuerung des Chips selbst ist komplett vorhanden (übernommen von der Sony). Jetzt geht es nurnoch darum, das Ganze wieder in Gang zu bringen, und dafür brauche ich eben auch einen regelbaren Pre-Amp. Denn was der Power-Amp jetzt so für eine Verstärkung eingestellt hat, weiss ich leider nicht. Das wird aber wohl kaum viel von der Typical Application abweichen.

Von den Anschlüssen am Modul werde ich wohl nur die folgenden benötigen:

- (15) R-OUT
- (18) R-GND
- (05) L-GND
- (12) L-OUT

- (20) R
- (??) GND
- (03) L

Die die restlichen bleiben ungenutzt offen. Der OVERLOAD-DET wäre noch ganz gut, doch wie ich den einsetzen muss, weiss ich nicht und Lust, das heraus zu finden, habe ich eigentlich auch keine. Also bleibt auch dieser offen.

Gruss Wildfoot

Mobiletester 30.08.2009 22:26

Schaut gut aus, wenn du den STK auch noch mit Strom versorgst hast gute Changen auf eine postive Verstärkung.
Ich habe beim RG90 nachgeschaut, da ist die Overload Protection eine einfache Transistorschaltung die bei Überstrom das Relais abfallen lässt. Schau mal nach ob der Lautsprecherausgang über ein Relais geführt wird. So eine Schutzschaltung kann ziemlich viel Stress im Fehlerfall vermeiden.
Hast du einen Signalgenerator, ein Scope und einen Lastwiderstand? Notfalls nimm statt den beiden ersten Geräten eine Soundkarte mit entsprechendem Programm. Dann kannst du die Verstärkung und die Verzerrungen recht schön messen.

Mobiletester 30.08.2009 23:54

Jetzt ist es einfach. Unter HCD_RX90 habe ich das Manual gefunden.
Der Stecker den du zitiert hast hat folgendes Pinning CN101:
2+3+5+9+10+12 sind kurzgeschlossen und GND.
1 R Out
4 L Out
6 +B (Ausgang pos. Versorgungsspannung)
7 Overload Ausgang
8 Power on/off
11 R in
13 L in

Die Versorgungsspannung AC kommt an CN802:
Trafo Mitte an Pin2
Pin 1 und 3 an die äusseren Anschlüsse

Und am Mainboard hast du die Relaisschaltung für den Lautsprecherschutz. Und auch das restliche Gerümpel wie Soundprozessor, Vorverstärker,...

Gefunden habe ich das Manual da: http://www.electronica-pt.com/index....tdown/id,3370/

Wildfoot 31.08.2009 00:21

Haargenau richtig (CN101). :-)

Aber das Mainboard will ich nicht behalten, genau wie auch der Rest der alten Anlage nicht. Darum habe ich ja auch nur den Trafo und das Power-Amp-Board rausoperiert.

Ich habe mir mal die noch fehlenden Teile für meinen Selbstbau-Pre-Amp bestellt. Ich dachte ein max. V von 3 müsste reichen, die heutigen Quellen sind ja auch nicht so schwach und einen Plattenspieler habe ich keinen mehr. ;)

Komisch, ich habe auch nach dem Manual gesucht, aber wie gewöhnlich nichts gefunden. :(

Also Relais hatte die RX90 ne menge, nur schon um die Konfiguration der Boxen wählen zu können. Aber so advanced muss mein Power-Amp garnicht sein, es reicht, wenn ich damit zwei Boxen betreiben kann. Früher oder später, das ist eh schon geplant, kaufe ich mir mal einen richtig guten Receiver mit vielen Eingängen, aber sicher nicht von SoNie. :D

Gruss Wildfoot

Gruss Wildfoot

Mobiletester 31.08.2009 10:26

Vielleicht kannst du den Teil mit den Relais aus der Hauptplatine herausschneiden. Das hätte den Vorteil der Einschaltplopunterdrückung und des Schutzschaltung. Die scheint auf den ersten Blick autonom zu funktionieren.
Ansonsten wünsche ich Dir viel Spass und Erfolg beim Amp Projekt.

Wildfoot 31.08.2009 21:46

Zitat:

Zitat von Mobiletester (Beitrag 2377951)
Vielleicht kannst du den Teil mit den Relais aus der Hauptplatine herausschneiden. Das hätte den Vorteil der Einschaltplopunterdrückung und des Schutzschaltung. Die scheint auf den ersten Blick autonom zu funktionieren.
Ansonsten wünsche ich Dir viel Spass und Erfolg beim Amp Projekt.

Daran habe ich auch schon gedacht, aber das hat bisher bei früheren solchen Aktionen nie geklappt. Andauernd bricht der PCB dann auch dort, wo er eben gerade nicht hätte brechen dürfen. Ausserdem müsste ich da dann doch etwas mit dem Power basteln, weil dieser hat ja auf diesem Mainboard wieder eine eigene Aufbereitung.

Ich denke, das mit dem PH-NE5532N ist garkeine so schlechte Idee, ich warte nurmehr auf die Teile von Distrelec.

Für den Betrieb nachher müsste ich mir vielleicht noch was überlegen, die offenen 230VAC an den Kontakt-Lötstellen des Trafos erscheinen mir etwas sehr gefährlich. Die sollte man schon noch irgendwie abdecken. Ansonsten will ich das Ding aber soweit wie möglich offen lassen, damit man erstens auch die Elektronik sieht und zweitens die bestmögliche Kühlung des STK's hat. :D

Gruss Wildfoot

Telcontar 31.08.2009 22:44

Zitat:

Zitat von Wildfoot (Beitrag 2378105)
.... die offenen 230VAC an den Kontakt-Lötstellen des Trafos erscheinen mir etwas sehr gefährlich. ...
Gruss Wildfoot

Solange du dort nicht hingreiftst sind sie ja nicht gefährlich :)

Mobiletester 01.09.2009 00:03

Plexiglasgehäuse?

Wildfoot 01.09.2009 00:44

Jo, wäre ne Möglichkeit, ist aber nicht billig und nicht einfach zu fertigen, Plexiglas ist eben sehr spröde.

@Telcontar
Hab ich mir auch gedacht, aber du könntest ja auch mal unabsichtlich drankommen, oder es fällt dir etwas leitendes drauf. Dann gehen in beiden Fällen die Lichter aus. Im ersten Fall d....... und im zweiten Fall die Deckenlampen.

P.S. Aus dem Datenblatt des Amp-Chips habe ich gesehen, wenn ich diesen Chip mit der Absolut Maximum Rating Spannung (+/- 60V) betreibe, dann sollte es möglich sein, etwa 2x 170W aus diesem Amp heraus zu bekommen. Natürlich müsste dann die Kühlung nochmals um einiges besser sein als sie jetzt ist, aber das finde ich heftig. Das ist bei weitem mehr als der AMD Phenom 2 mit 140W TDP!!

Gruss Wildfoot

Mobiletester 01.09.2009 23:05

Zitat:

Zitat von Wildfoot (Beitrag 2378164)
Jo, wäre ne Möglichkeit, ist aber nicht billig und nicht einfach zu fertigen, Plexiglas ist eben sehr spröde.


P.S. Aus dem Datenblatt des Amp-Chips habe ich gesehen, wenn ich diesen Chip mit der Absolut Maximum Rating Spannung (+/- 60V) betreibe, dann sollte es möglich sein, etwa 2x 170W aus diesem Amp heraus zu bekommen. Natürlich müsste dann die Kühlung nochmals um einiges besser sein als sie jetzt ist, aber das finde ich heftig. Das ist bei weitem mehr als der AMD Phenom 2 mit 140W TDP!!

Gruss Wildfoot

Plexiglas:
Schneiden kannst du es mit einer Kreissäge und verkleben am besten mit Äther. Wenn du die Schnittflächen schön polierst, ist alles durchsichsichtig.

Kühlung: Mit flüssigen Stickstoff sollte es kein Problem sein. :ms:

Wildfoot 01.09.2009 23:42

@Plexiglass
Ich weiss, doch wollte ich mir diesen Aufwand nicht (nochmals) antun.

Ich durfte früher mal in einer gut ausgerüsteten Werkstatt mit Plexigalss arbeiten, das hat zwar Spass gemacht doch fand ich den Aufwand nicht ohne. Jetzt aber habe ich leider nichtmehr eine so gute Werkstatt zur Verfügung, darum wird es bei Holz als Grundplatte bleiben, auf welche alle Teile draufgeschraubt sind.

Nun, dieser Amp ist für mich nicht "überlebenswichtig", es ist eh geplant, später dann mal einen richtig guten Receiver mit vielen Eingängen zu kaufen. Jetzt aber im Moment läuft mein komplettes Musik-Hören über den PC, da brauch ich eigentlich auch nicht so einen starken Amp. Es ist aber spannend zu sehen, ob man das hinkriegt und wenn ja, so ein Amp kann man ja immer irgendwo einsetzen. ;)

Gruss Wildfoot

Wildfoot 04.09.2009 00:26

Nähere mich dem ersten Mal in Betrieb nehmen nach dem Ausbau aus der Anlage. Denke, dass ich vielleicht schon morgen Abend soweit sein könnte, mal sehen.

Hoffentlich wird es nicht so sein, dass ich Power-On schalte und dann nurmehr Rauch sehen. :D

Gruss Wildfoot

Mobiletester 04.09.2009 18:34

Du schaffst es schon!
Good Luck!

Wildfoot 05.09.2009 00:14

Minus ein Lautsprecher! ;)
 
Tja, genau so ist es. Bei meinem ersten Versuch den Amp wieder hoch zu fahren ging der testweise angehängte Lautsprecher hops! Zum Glück nur ein Testlautsprecher, also nicht ganz so tragisch, doch sein hätte das nun wirklich nicht müssen.
Ein Blick aufs Multimeter verriet dann auch, warum der hops ging. Der Amp gibt auf beiden Channels konstante -26.5VDC aus? Und das auch wenn der Pre-Amp nicht angeschlossen ist. Also liegt der Hund irgendwo um oder auf dem Power-Amp Board, nicht aber am Pre-Amp.

Ich vermute mal stark, dass da noch irgendein Signal fehlt. Wie gesagt habe ich nun vom CN101 die rot markierten Pins verwendet:

zur Rückwand der Anlage
- (15) R-OUT
- (18) R-GND
- (05) L-GND
- (12) L-OUT

- (??) SUR-GND
- (??) +B (oder könnte auch eine 8 gewesen sein?)
- (??) OVERLOAD-DET
- (??) POWER ON/OFF
- (??) CHASSIS-GND
- (??) CHASSIS-GND
- (20) R
- (??) GND
- (03) L

zum Frontpanel

Nur, ausprobieren finde ich sehr heikel, gross ich doch die Chance, dass der Amp auchnoch hops geht. Am +B habe ich zu GND eine Spannung von 74.5VDC gemessen, was auch immer das nun bedeutet. Sämtliche GND's sind doch eh miteinander verbunden, nehm ich mal an, oder? Nachgeprüft habe ich das noch nicht.
Gibt es nurmehr Overload-Det und Power-On/OFF, doch wie müssten die geschalten sein??
Hast du eventuell einen Schaltplan von diesem Power-AMP Board gefunden?

Gruss Wildfoot

Wildfoot 05.09.2009 02:30

O.K. habe das Schema gefunden, sehr gut. Jetzt weiss ich auch, +B auf GND kurz zu schliessen wäre eine extrem schlechte Idee gewesen. ;)

Also es scheint so, als ob ich von irgendwoher einen Offset von ungefähr -25V DC habe, doch woher der kommt habe ich keine Ahnung. Muss mal das Schema genauer studieren, da stehen jetzt ja auch die anderen Pins drin. Das macht Hoffnung. ;)

Gruss Wildfoot

Mobiletester 05.09.2009 11:59

Wenn du 75 Volt zwischen B+und GND misst ist der STK ziemlich sicher kaputt. Die maximale Spannung lt. Datenblatt ist 60 Volt. Ich vermute einen Messfehler oder du hast den Trafo falsch angeschlossen.
Im Schaltplan sind B+ mit +60 Volt und B- mit -60 Volt angegeben. Da die Elkos 63 Volt haben und der STK max. +/- 60 Volt verträgt, halte ich den Wert für einen Druckfehler. Ich würde eine Spannung zwischen +/-40 und +/-50 Volt als realistisch annehmen.
Noch ein paar Tipps:
Statt einen Lautsprecher nimm einen leistungsfähigeren 8,2 oder 10 Ohm Widerstand.
Im Betrieb würde ich die Lautsprecher mit einer Relaisschaltung zumindest vor dem "Einschalteplop" schützen.
Pass auf, wenn du mit einem Oszi misst, das Gehäuse hangt normalerweise an der Schutzerde, und damit die Masse deines Tastkopfes.

Wildfoot 05.09.2009 15:30

Nun, Versorgungsspannung des Trafos ist 2x 36VAC. Das über den Gleichrichter gibt dann 2x 50VDC (von -50 bis +50 Volt).
Nun messe ich eine Spannung von 94.5VDC als gesamt Input nach dem Gleichrichter und -26.1VDC an den beiden Channels OUT. An +B ist wie gesagt eine Spannung von 74VDC (kenne aber jetzt gerade das Vorzeichen nicht, sollte aber + sein), das passt alles gut zusammen mit einem Offset von etwa 25-26Volt. Nur woher dieser Offset kommt weiss ich nicht.
Die Spannungsversorgung habe ich auch nochmals gründlich überprüft, die ist absolut der original Sony-Speisung entsprechend. Sogar die beinden AC-Mains (Nicht der Ground!! Der muss ja sowieso stimmen.) sind wieder exakt an den gleichen Pins des Trafos.
Die Tatsache, dass beide Channels gleiche Spannung haben (-26.1VDC) und ich meinen Versuch nur am Rechten Channel hängen hatte, sagt mir, dass der STK sehrwahrscheinlich noch nicht kaputt ist, sonst würde ich nämlich da nicht die Gleiche Spannung erwarten. Jetzt ist eben die Frage, wo kommt dieser Offset her. Vielleicht fehlt eben doch noch ein Steuer-Input.

Mit dem Lautsprecher, muss ich sagen, war ich etwas überrascht. Ich hatte es bisher noch nie erlebt, dass der AMP den Lautsprecher so problemlos grilliert. Bisher waren bei mir die Boxen immer viel zu robust für den AMP, so dass eher der AMP anstelle der Boxe hops ging. ;)

Jetzt wird mal das Schema studiert, vielleicht finde ich ja da noch was. ;)

Gruss Wildfoot

Mobiletester 05.09.2009 19:37

Beachte, dass du es mit einer symmetrischen Spannung zu tun hast. Jetzt macht das Plus und Minius wirklich einen Sinn. Die Masse (das was fälschlicherweise Minus genannt wird) deines Messgerätes musst du mit GND (CN 902-2, oder CN101-2) verbinden. Dann misst du gegen B+ und B-. Da findest du die von mir angesprochenen +50 Volt und -50 Volt. Die Vorzeichen sind wichtig!!
Wenn das stimmt, kannst du die Spannungen die am Schaltplan angegeben sind prüfen.
Bitte pass auf, erstens hast du es mit ca. 100 Volt zu tun und zweitens hat die Ausgangsleistung des Trafos genug Zerstörungspotential!

Wildfoot 05.09.2009 21:34

Zitat:

Zitat von Mobiletester (Beitrag 2378839)
Beachte, dass du es mit einer symmetrischen Spannung zu tun hast. Jetzt macht das Plus und Minius wirklich einen Sinn. Die Masse (das was fälschlicherweise Minus genannt wird) deines Messgerätes musst du mit GND (CN 902-2, oder CN101-2) verbinden. Dann misst du gegen B+ und B-. Da findest du die von mir angesprochenen +50 Volt und -50 Volt. Die Vorzeichen sind wichtig!!
Wenn das stimmt, kannst du die Spannungen die am Schaltplan angegeben sind prüfen.
Bitte pass auf, erstens hast du es mit ca. 100 Volt zu tun und zweitens hat die Ausgangsleistung des Trafos genug Zerstörungspotential!

Ja, dass ist mir alles nur zu gut bekannt. Schliesslich habe ich so schon elekt. Geräte gegrillt, bevor ich dann Elektr. studiert habe. ;)
Mit der Bipolaren Ansteuerung ist das eben so, von -50V bis +50V sind das 100V.

Allerdings habe ich nun einen von (mehreren) Fehlern gefunden. Der ist allerdings so peinlich, dass ich den hier fast lieber nicht posten will. ;)
Brauch ich doch für den Pre-Amp auch eine Speisung, also dachte ich mir, geht doch super vom gleichen Trafo. Aber!! Der Ground sollte eben schon der Gleiche wie beim Power-AMP sein, sonst gibt es dann halt eben diese fixen -26V am Ausgang. :D
Dabei wären mir noch schier zwei 1000uF Kondis um die Ohren geflogen, 50V bei 40V Nennspannung war etwas zuviel für die. :D
Geraucht haben sie, doch habe ich noch abgeschalten bevor sie hoch gingen. Hoffentlichen funktionieren die noch ein wenig, das sind die Glättungskondis für den Pre-Amp. Sonst muss ich halt noch neue dazu hängen.

So, jetzt aber sind wenigstens die beiden Channels OUT bei keinem Signal wieder 0V, wie es sein sollte. Aber im Moment macht der Power-Amp garnichts, irgendwo ist immernoch etwas nicht O.K. Möglicherweise jetzt wirklich das Power ON/OFF Signal, muss ich da eine Spannung anlegen und wenn ja, welche?
Mal nochmals das PDF konsultieren, vielleicht verrät das ja was. Jedenfalls denke ich, komme ich der Sache näher. Nur dieser Test-Lautsprecher jetzt soll es mir nicht auchnoch killen. ;)

Gruss Wildfoot

P.S. Das ist ja spannender (im wahrsten Sinne des Wortes) als jeder Columbo. :D

Wildfoot 05.09.2009 23:32

Power-ON/OFF
 
Hmm...

Also wenn ich das Schema des Mainboards richtig interpretiere, dann sollte der AMP eingeschalten werden, wenn der Power-ON/OFF Pin auf GND gelegt wird. Kann das jemand bestätigen?
Jedenfalls, entweder GND oder B+ als Pegel, damit kann ich ja auch einfach mal ausprobieren. ;)

Gruss Wildfoot

Mobiletester 05.09.2009 23:40

Hi Wildoot!
Ist irgendwie ein privates Treffen im öffentlichen Raum.
Mit dem Power on/off liegst du richtig Es geht an den Muting Eingang des STK. Pin 8 ist zuständig. Wenn -2 bis -8 Volt anliegen ist es ruhig. Jetzt kannst du den Spannungsteiler berechnen (R841 bis R844). Hinweis: R287 und Q283 auf der Main/Power Section sind für die Stille verantwortlich.

Mobiletester 05.09.2009 23:43

Du warst schneller!
Ich würde die B+ nicht ungedämpft anlegen. Scau dir meinen obigen Hinweis an.
Ich möchte es dir nicht zuleicht machen, du weisst, wegen Columbo...

Wildfoot 06.09.2009 00:41

Riesen-Smile und ein Ohrenschaden :)
 
Zitat:

Zitat von Mobiletester (Beitrag 2378872)
Du warst schneller!
Ich würde die B+ nicht ungedämpft anlegen. Scau dir meinen obigen Hinweis an.
Ich möchte es dir nicht zuleicht machen, du weisst, wegen Columbo...

Also was soll ich sagen.....

Es läuft!!

Dabei habe ich mir, aus lauter Freude, gleich einen Ohrenschaden geholt, so laut drehte ich den Amp auf. :)
Meine alten Testboxen haben wohl auch nichtmehr damit gerechnet, mal wieder so gequält zu werden.

Nun aber zur Technik, ja es war der Power-ON/OFF Pin, den habe ich direkt an B+ verbunden und es lief. Wenn du dir dazu die Schaltung auf dem Mainboard anschaust (von der bin ich ausgegangen, im PDF Seite 50 Mitte), dann siehst du, dass der Power-ON/OFF Pin auf den Kollektor eines auf den Ground führenden Transistors gelegt ist. Ebenfalls von diesem Kollektor führt ein Widerstand (R287, 10K) auf die B+ Leitung. Das ist eine klassische Spannungs-Schalt-Schaltung. Ist T durchgeschalten, liegt Power-ON/OFF (ungefähr) auf GND, ist T offen, fliesst (fast) kein Strom durch R287 und Power-ON/OFF liegt voll auf B+. Darum mein Gedanke mit der Steckbrücke. Hat wunderbar geklappt, aber denkst du, dass könnte den AMP schädigen??

Sonst kann ich nur sagen: GEIL!
Jetzt werden die Nachbaren weggeblasted. :D

Gruss Wildfoot

Mobiletester 06.09.2009 01:12

B+ wird über 10k auf die Power on/off geschalten. Der Transistor macht nur den Schluss gegen Masse. Es macht halt einen Unterschied ob du der Spannungsteiler 5k zu 160k oder 15k zu 160k hat. Aber da die Muting Spannung nur mit einer negativen Spannung spezifiziert ist, dürfte die postive Spannung nicht so kritisch sein.

Gratulation zu deinem gelungenen Projekt.

Ich glaube, jetzt können wir den Thread schliessen!

Wildfoot 06.09.2009 17:30

Zitat:

Zitat von Mobiletester (Beitrag 2378875)
B+ wird über 10k auf die Power on/off geschalten. Der Transistor macht nur den Schluss gegen Masse. Es macht halt einen Unterschied ob du der Spannungsteiler 5k zu 160k oder 15k zu 160k hat. Aber da die Muting Spannung nur mit einer negativen Spannung spezifiziert ist, dürfte die postive Spannung nicht so kritisch sein.

Gratulation zu deinem gelungenen Projekt.

Ich glaube, jetzt können wir den Thread schliessen!

Ja, Projekt ist gelungen und abgeschlossen, aber den Thread schliessen wäre doch schade. :)
Schliesslich hat es für mich immer so einen negativen Touch wenn ich Threads mit diesem Schloss sehe. Das kommt wohl noch von früher, als Threads von Moderatoren nur dann geschlossen wurden, wenn der Thread ausartete.

Jano, jedenfalls kann ich nun den Rest der MHC-RX90 hemmungs- und sorglos zum entsorgen bringen. Nun wird definitive nichts mehr von der benötigt, der AMP läuft ja jetzt. :-)

Vielen Dank für die Hilfe, vorallem für das PDF, das war eine Riesen-Hilfe. Sowas habe ich auch gesucht, aber natürlich nicht gefunden. ;)

Gruss Wildfoot

Wildfoot 06.09.2009 18:09

Eine Frage habe ich noch...
 
Ich habe ja insgesamt 4 Boxen von dieser Anlage, 2 Haupt-Boxen und 2 Suround-Boxen. Nun hat der AMP aber nurmehr 2 Channels, kann ich nun jeweils eine Haupt-Boxe und eine Suround-Boxe parallel an einen Channel hängen, oder ist das nicht zu empfehlen?

Haupt-Boxe: 8 Ohm
Suround-Boxe: 16 Ohm

Beide parallel: etwa 5.3 Ohm

Gruss Wildfoot

FranzK 06.09.2009 18:43

Zitat:

Zitat von Wildfoot (Beitrag 2378945)
...
Haupt-Boxe: 8 Ohm
Suround-Boxe: 16 Ohm

Beide parallel: etwa 5.3 Ohm

Gemessen?

Wenn es die Herstellerangaben sind, sollte Vorsicht geboten sein. Eine 8 Ohm Box kann durchaus ein Impedanzminimum von ca. 6 Ohm besitzen, und die 16 Ohm Box eines von 10 - 12 Ohm. Dann solltest du dem Amp im Parallelbetrieb nicht mehr allzuviel abfordern...

:hallo:

Wildfoot 06.09.2009 21:52

Einen Namen gibt es jetzt auch....
 
Zitat:

Zitat von FranzK (Beitrag 2378950)
Gemessen?

Wenn es die Herstellerangaben sind, sollte Vorsicht geboten sein. Eine 8 Ohm Box kann durchaus ein Impedanzminimum von ca. 6 Ohm besitzen, und die 16 Ohm Box eines von 10 - 12 Ohm. Dann solltest du dem Amp im Parallelbetrieb nicht mehr allzuviel abfordern...

:hallo:

Offen gebe ich zu, das sind die Hersteller-Angaben. :-)
Gemessen habe ich das nicht.
Also wäre es aber doch nicht unmöglich, oder ich häng einfach noch pro Channel einen Widerstand in Serie dazu. :idee:

So, jetzt hat das Ding sogar einen Namen bekommen: Holzverstärker

Warum? Ganz einfach, ich habe aus Gründen meiner beschränkten Werkstatt (vielmehr auf Holz als auf Metall ausgelegt) den AMP auf einer Holzplatte als Gundlage wieder aufgebaut. Sowie auch alle Steck- und Bedienelemente mit Sperrholzplatten an dieser Grundplatte befestigt. Als dann mein Vater am Schluss den Verstärker so sah, nannte er ihn spontan und etwas humorvoll eben Holzverstärker. ;)

Aber er läuft!!

Voll cool. Jetzt habe ich das Problem, dass die beste Soundqualität aus den Line-Out's von Source-Geräten kommt, diese haben aber nurmehr sehr wenige Geräte. Der Kopfhörer-Anschluss macht ja auch schon mit dem EQ eine Verzerrung.

Gruss Wildfoot

Mobiletester 07.09.2009 12:28

Nachdem im Datenblatt nichts genaues über die Impendanz angegeben ist, würde ich bei 8 Ohm bleiben. Ist auf der sicheren Seite. Den Überlastschutz hast du ja nicht eingebaut. Es genügt in Serie zum 8 Ohm Lautsprecher einen 8 Ohm, 50 Watt Widerstand zu geben. Wenn du nur Zimmerlautstärke hörst, werden es auch 10 Watt tun. Die Sub hängst du einfach fasenrichtig paralell. Dann kommst du auf ca. 8 Ohm.

Telcontar 07.09.2009 13:29

Könnte es nicht zu einem Temperatur Problem kommen wenn du den AMP in einen Holzgehäuse betreibst?
Das Metal ist ja auch für die Wärmeabgabe zuständig

Wildfoot 07.09.2009 18:36

Zitat:

Zitat von Mobiletester (Beitrag 2379096)
Nachdem im Datenblatt nichts genaues über die Impendanz angegeben ist, würde ich bei 8 Ohm bleiben. Ist auf der sicheren Seite. Den Überlastschutz hast du ja nicht eingebaut. Es genügt in Serie zum 8 Ohm Lautsprecher einen 8 Ohm, 50 Watt Widerstand zu geben. Wenn du nur Zimmerlautstärke hörst, werden es auch 10 Watt tun. Die Sub hängst du einfach fasenrichtig paralell. Dann kommst du auf ca. 8 Ohm.

:confused: :confused:

Wieso 8 Ohm, wenn ich die nominellen 8 Ohm und 16 Ohm parallel schalte, dann habe ich die genannten 5.3 Ohm. So jetzt muss ich doch lediglich zu diesem Gespann in Serie noch 2.7 Ohm hängen und that's it. 2.7 Ohm, sowas ähnliches gibt es glaubs gerade auf einer E-Reihe, wenn ich mich nicht irre. ;)

@Telcontar
Nö, ganz und garnicht. So gut wie der jetzt gekühlt ist, war der vorher noch nie gekühlt gewesen. :D
Früher, also noch in der Anlage, hatte der 60mm-Fan nur bei grösserer Belatung zu drehen angefangen. Dann aber nach dem Ausbau konnte ich diesen 60mm-Fan nirgends mehr am Kühlblech festmachen, also was tut der findige Bastler?
Er grabscht sich einen noch nie gebrauchten und nur rumliegenden original Intel Boxed CPU-Cooler samt Fan, demontiert davon den 92mm-Fan und häng diesen an das Kühlblech des Amps. Natürlich hat man keine Lüftersteuerung mehr, ja dann muss der Fan halt Dauerbetrieb machen. :D

Das mit dem Holz sind eigentlich nur die Grundplatte, welche alles zusammen hält und die Bedienellemente auf den Sperrholzpanelen. Das ganze ist nach oben offen, auch so kann die Wärme schön abziehen.

Vielleicht mache ich mal noch ein Photo, dann wird es eventuell klarer. ;)

Gruss Wildfoot

Wildfoot 07.09.2009 20:44

Sodele, hier die Photos. Das mit Blitz sieht zwar farblich beschissen aus, aber sieht man konturmässig da doch am meisten. ;)


Gruss Wildfoot

Telcontar 07.09.2009 20:50

achso du hast ja nur eine grundplate gemacht
ich dachte du bastelst ein geschlossenes system
aber ist nicht schlecht geworden
hut ab


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