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Line in-Buchse in Radiorecorder nachrüsten
Hallo!
Eine Grundsatzfrage: Wäre es möglich, in einen CD-Radiorecorder eine Line in-Buchse einzubauen, die statt des Kassettendecks oder CD-Players die Musik eines angeschlossenen MP3-Players wiedergeben kann? Ich stelle mir das so vor: irgendwo auf der Platine müssten ja die Signale vom Kassettendeck , dass ich wirklich nicht mehr brauche, oder dem CD-Player in den Verstärkerbereich gehen. Wenn man die Leitungen unterbricht und an eine Klinkenbuchse anlötet, müsste bei der Stellung "Tape" oder "CD" der MP3-Player wiedergegeben werden. Kann das funktionieren, oder nicht? Wenn ja, dann schaue ich mir um eine alte Soundmachine um, die ich mit einem MP3-Player aufpeppen will. Danke erst mal. |
Natürlich geht das. Allerdings werden die Signale vom Kassettendeck/CDPlayer sicher nicht über Kabel übertragen, sondern irgendwie in der Platine -> du wirst dir mit dem Auflöten schwer tun. Sonst sehe ich da kein Problem.
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Ein gute Einspeisepunkt ist das Lautstärkepoti. Da findest du durch Berührungsbrummen auch die entsprechenden Leiterbahnen.
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Gute Idee. Da kann man leicht was anlöten :)
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Nö, ganz schlechte Idee!! :-)
Man kann zwar sehr gut etwas am Volume-Poti anlöten, doch das hilft dir absolut kein Bisschen!! Mit diesem Poti stellst du lediglich den Verstärkungsfaktor des Amplifiers ein. Dazu wird aus einer Spannungsteiler-Schaltung mit zwei Widerständen (beide Wid. variabel vom Poti erzeugt) der gewünschte Verstärkungsfaktor eingestellt. Da ein Audiosignal einzuspeisen hat sowohl für den Amplifier sowie auch für die Audio-Quelle unangenehme Folgen, mal ganz abgesehen davon, dass dieses Aktion in keinster Weise auch nur ein kleiner Schritt in die Richtung des gewünschten Zieles ist. Mein Tipp: Suche auf dem "Mainboard" den Equalizer-Ausgang welcher dann wohl über einen Switch auf den Amplifier gehen wird. Dort musst du dann den Equalizer abhängen und die Line-In Buchse anlöten. Ein Tape braucht immer einen dem Amplifier vorgeschaltenen Equalizer (Entzerrer), um die ganzen Nicht-Idealitäten des Tape-Decks (Antriebsgummis, verzerrtes Tape, etc...) auszubügeln. Also die Schaltfolge ist: Alt: Tonkopf ==> Equalizer ==> Switch ==> Amplifier Neu: Line-In Buchse ==> Switch ==> Amplifier Gruss Wildfoot |
Und wieso hat es dann funktioniert? Ich gebe zu, es war eine klassische anloge Verstärkerschaltung.
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Zitat:
War das ein Single-Amplifier-System oder eines, welches einen PRE-Amp mit dann nachgeschaltener Endstufe hatte?? Sicherlich zweiteres. Beim Single-Amplifier-System hätte das bestimmt nicht geklappt, eben deswegen, weil mit dem Poti nur der Verstärkungsfaktor geändert wird. Beim PRE- und Endstufensystem sollte man eigentlich mit dem Poti ebenfalls den Verstärkungsfaktor des PRE-Amps einstellen, und die Endstufe hat dann eine fix eingestellte Verstärkung. In den meisten Fällen wird die Endstufe dann als Impedanzwandler ausgelegt. Das heisst, die Spannung am Ausgang ist genau die gleiche wie die Spannung am Eingang (was ja wiederum der Ausgang des PRE-Amps ist). Nur die Ströme sind massiv anders. :-) Aber eben in so einem Mehrstufen-System wäre es nun möglich, auch dem PRE-Amp eine fixe Verstärkung zu geben und dann mit dem Signal, bevor man zur Endstufe geht, noch über ein Poti zu fahren. Da ist die Leistung noch nicht so gross und ein Poti würde das noch verkraften können. Ist aber eine Schaltung aus dem Bereich "MURKS". ;) Unten noch ein Bild mit den Verstärker-Schaltprinzipien. Ist R1 und R2 variabel mittels eines Potis (Mittenabgriff des Potis ist der Verbindungspunkt der beiden Widerstände) ausgeführt, so ist auch der Verstärkungsfaktor der Schaltung variabel einstellbar. Gruss Wildfoot |
@wildfoot
Ist ja recht nett was du da schreibst. Hat viel mit Therorie zu tun. Schau dir mal die Schaltungen von 0815 Consumerelektronik an. Da findest du die Technik die Hawi beschrieben hat. Normalerweise hat nur der Plattenspieler keinen Entzerrvorverstärker. Alle anderen Audiogeräte liefern ein entzerrtes Audiosignal am NF Ausgang. Ich kenne kein Tape wo noch ein Preamp nötig wäre. Also die Kirche im Dorf lassen. Und wenn Hatschl was hochwertiges hätte, wäre der entsprechende NF Eingang vorhanden. |
Zitat:
Ich gebe zu, dass ich in diesem Preissegment nicht so bewandert bin. Als El.-Ing. ist man eben bestrebt, Schaltungen "elektrisch korrekt" und damit qualitätiv gut und zuverlässig zu machen. Das kostet dann halt eben auch etwas mehr. MURKS-Schaltungen sind eigentlich nicht zu empfehlen, wenn etwas länger halten soll. Daher kann ich deinem letzten Satz oben nur zustimmen. ;) Gruss Wildfoot |
Zitat:
:D |
Ich habe heute den bei E**y ersteigerten Radio bekommen, einen Philips AZ 8294.
Ich hoffe, ich bringe es zusammen, einen MP3-Player anzuschließen. Er hat auf der Rückseite einen Line-Out Anschluß vom CD-Player, vielleicht kann man da was realisieren? |
Zitat:
Gruss Wildfoot |
Nicht wahr, OC ist ja auch Murks, darum schaue ich jetzt, wie lange OC bei meinen QX9650's möglich ist. :engel: :D
Gruss Wildfoot |
So, funktioniert mit den Line Out Buchsen.
Ich habe den MP3-Player an die Line-Out Buchsen des CD-Players angeschlossen und die Musik war zu hören. Zwar nur halb so laut wie der FM-Tuner, aber auf der Platine sind vor den Buchsen je ein 1k Widerstand pro Kanal eingelötet, nachdem ich sie kurzgeschlossen habe, ist die Lautstärke genau so hoch wie vom FM-Tuner. Also ein voller Erfolg. |
Gratuliere! Ein einfach aufgebautes Gerät hat doch manchmal auch Vorteile!
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Zitat:
Mein Tipp: Vergiss die ganzen ingenieurmäßigen Ratschläge, die imho ohehin nicht stimmen, sondern machs praktisch: kauf dir ein Linekabel (Buchse-Klinke), zwick es in der Mitte durch. Stecker in den MP3-Player, offenes Ende Abschirmung an Masse und mit dem signalführenden Ende fährst solange auf der Platine herum, bis du etwa gleichlaute (wie z.b. vom Radio), unverzerrte Musik hörst.... der Rest ist Bastelei... entweder gleich Kabel mit Klinkenstecker anlöten oder ... möglichst keinen Kurzen reißen, ist klar, aber wahrscheinlich passiert dann auch nichts. (Tipp stammt von einem Elektroniklehrbuben, der zufällig anwesend war) |
Zitat:
Bezüglich OP's, es stimmt schon, dass diese Bilder von OP-Schaltungen kommen; Ja und??? Ein Stereo-Amplifier ist schliesslich genau ein 2-Kanal Power-OP mit auf etwa 20Kh beschränkter Bandbreite (Linearität in diesem Bereich). Gruss Wildfoot |
Zitat:
Bei einer halbwegs brauchbaren Endstufe kann der Verstärker auch die Impedanzunterschiede der Last ausgleichen, das wirst mit einem normalen OP nicht zusammenbringen. Und die 20 kHz Bandbreite sind vielleicht in der billigsten Ecke der Unterhaltungselektronik üblich. Sonst meist bei 50 bis 100 kHz, um auch pulsförmige Laute orginalgetreu wiederzugeben. |
"Sonst meist bei 50 bis 100 kHz, um auch pulsförmige Laute orginalgetreu wiederzugeben."
Ja gut, so genau wusste ich das nicht, was am Markt so üblich ist. Mit den 20KHz meinte ich einfach das physikalische Minimum was ein Stereo-Amplifier haben muss, wenn er mehr hat, um so besser. :-) Wie gesagt, welche Firma welche (Murks-)Schaltung und welche Spezifikationen für ihre Stereo-Amplifier sowie welche Cost-Saving-Massnahmen verwendet weiss ich nicht, dafür bin ich zu wenig informiert. Ich kann das nur aus der Sicht, was elektronisch sinnreich wäre, betrachten. Das würde aber, das ist mir ganz klar, in der Praxis manchmal viel zu viel kosten. :-) P.S. Natürlich Elektrotechnik, sonst wäre ich ja nicht El.-Ing. :-) Gruss Wildfoot |
[quote=Wildfoot;2285001
P.S. Natürlich Elektrotechnik, sonst wäre ich ja nicht El.-Ing. :-) Gruss Wildfoot[/quote] Sorry, da passt meine Schulweisheit, dass bei Elektrotechnikern die Grenzfrequenz bei 50 Hz liegt.....:ms: |
Zitat:
Wildfoot |
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