WCM Forum

WCM Forum (http://www.wcm.at/forum/index.php)
-   Anfängerfragen (http://www.wcm.at/forum/forumdisplay.php?f=29)
-   -   Speed-Anzeige auf Null (http://www.wcm.at/forum/showthread.php?t=215180)

fliaga 05.05.2007 23:18

Speed-Anzeige auf Null
 
Hallo,

ich habe ein seltsames Problem. Seit einigen Tagen springt bei allen Flugzeug (Default wie Payware; GA wie Airliner) die Geschwindigkeitsanzeige nach ein paar Flugminuten auf Null zurück. Alle Flugzeuge funktionieren zwar noch einwandfrei, reagieren richtig, aber ich habe keine Anzeige mehr.
Das ist Problem ist auch Gauge-unabhängig.
An den Einstellungen habe ich nach meiner Erinnerung nichts verändert.

Wer weiß Rat???

Liebe Grüße
Stephan

Obi-Wan 05.05.2007 23:23

Wie sind denn die Temperaturen im Sim?

fliaga 05.05.2007 23:41

Hm,

also ich fliege im Winter bei Nacht und heftigen Schneefällen.
Es wird also eher sehr kalt sein!

Hilft mir die Erkenntnis weiter?

Stephan

Obi-Wan 05.05.2007 23:48

Wenn die Anzeige immer nur dann ausfällt wenn du in solchem Wetter fliegst ja.

Könnte sein, das das Staurohr was für die Geschwindigkeitsmessung zuständig ist zufriert.

Im Cockpit müsste irgendwo ein Schalter sein, der mit "Pitot Heat" beschriftet ist. Den einschalten. Du schaltest dann die Staurohr Heizung ein. So, das das Rohr dann nicht mehr so einfach zufrieren kann.

fliaga 05.05.2007 23:53

Oje,

OBI-WAN Hat absolut recht!
Mit Pit-Heat funktionierts denn auch richtig.
[Das hätte ich eigentlich selber wissen müssen .. *mirandiestirnschlage*]

Vielen Dank, Obi-Wan

Freundliche Grüße
(auch an Prinzessin Leila ;-)))

Stephan

flyfan 06.05.2007 11:55

Die heißt immernoch Leia ;)

Frank_IVAO 06.05.2007 12:59

Wobei Speed auf null unrealistisch ist im sim, darf man nicht vergessen ;)

Obi-Wan 06.05.2007 13:10

Nicht die Geschwindigkeit, sondern deren Anzeige fällt ja auf Null.

Frank_IVAO 06.05.2007 13:25

Zitat:

Original geschrieben von Obi-Wan
Nicht die Geschwindigkeit, sondern deren Anzeige fällt ja auf Null.
Eben - unrealistisch

Frank_IVAO 06.05.2007 13:32

Bevor jetzt wieder welche aufschreien, hier der Beweis zum selber nachlesen

http://hometown.aol.de/Flieger1980/Anzeigefehler.jpg

Obi-Wan 06.05.2007 15:13

Kannst du das bitte mal genauer erläutern?
Da verstehe ich im Moment nicht den Zusammenhang. Wenn das Rohr dicht ist, ist es dicht, wie soll es da noch was messen?

Androctonus 06.05.2007 15:34

Hallo Leroy,

vielleicht hilft Dir folgender Link, um die Zusammenhänge zu verstehen, die Frank hier weitestgehend korrekt wiedergibt:
http://selair.selkirk.bc.ca/aerodyna...ics/Page6.html

Es gibt allerdings einige andere Quellen die gehen in der Tat von einer Fahrtanzeige Null bei geblocktem Pitotrohr aus – allerdings eher schwammig, so in etwa: Kann Null anzeigen, kann leicht verringerte Fahrt anzeigen, kann stehen bleiben usw.. Allerdings vermisse ich dabei weitere Angaben zur Art des Pitotrohres und ferner eine Betrachtung, wie die Situation z.B. bei nur teilweise zugefrorenem Staudruckrohr aussieht.

Wie auch immer:
In den meisten Fällen gilt das von Frank gesagte (insbesondere für modernere Verkehrsmaschinen) und der FS vereinfacht in diesem Fall doch sehr arg. Schade eigentlich....


Grüße,

:-) Andreas

Obi-Wan 06.05.2007 18:40

Vielen Dank für den Link!


Zitat:

Original geschrieben von Androctonus
und der FS vereinfacht in diesem Fall doch sehr arg. Schade eigentlich....

Leider - aber immerhin ist es rudimentär vorhanden. Interessant in dem Zusammenhang wäre es zu wissen, wie der FS Autopilot mit einem dichten Staurohr umgeht.

flusiandre 06.05.2007 18:47

Das kann ich dir sagen, schlecht ;)
Ich hatte das ab und zu mal bei pmdg 737 und Feelthere Airbus. Nur glaueb ich nicht, das mir das Staurohr vereist war, sondern es irgendeine andere Ursache hatte, dass die Geschwindigkeitsanzeige manchmal für ca. 30 Sec. auf 0 gesprungen ist, denn die Pitot heat habe ich immer an.
Der Airbus haut natürlich nen A-Floor rein, weil er denkt ich bin viel z langsam und die Boeing gibt ebenfalls Full thrust und fügt nach Belieben noch einen kleinen Sturzflug bei, was natürlichen, bei Wiederlangen der Geschwindigkeitsanzeige in einem exorbitantem Overspeed endet.

So viel dazu,
Grüße André!

KlabautAIR 06.05.2007 18:47

Also dass die Speed nicht auf Null fallen muss, kann ich aus der Realität bestätigen. Hatte das Problem vor einigen Jahren mal im Segelflugzeug (Phoebus C). Da hat es mir beim Durchfliegen eines Schauers die in der Nase angebrachte Leitung verstopft. Ich weiß nicht mehr genau, ob das jetzt Gesamt- oder statischer oder Staudruck war, is aber egal.
Der Fahrtmesser ist auf jeden Fall einfach stehengeblieben. Das merkt man dann auch erst, wenn man ein paar mal die Speed verändert und sich nichts an der Anzeige ändert. Anflug war dann reine Gefühlssache, also tendenziell einiges schneller und relativ lange Landung, aber im Segler eigentlich kein Problem.
Nach der Landung haben wir die Schläuche vom Fahrtmesser angeschaut und gesehen, dass Wasser drinhing. Mit Druckluft duchgeblasen und wieder gut.
War auf jeden Fall mal ne Erfahrung...

Frank_IVAO 06.05.2007 21:28

Gab doch mal nen Absurzt deswegen..

war das der Birgen-Air unfall? *grübel*:confused: ich glaub der war das

Frank_IVAO 06.05.2007 21:48

Er war es





1.16 Weiterführende Untersuchungen
In Übereinstimmung mit den vom Hersteller durchgeführten Berechnungen, führte ein Ausfall des Pitotsystems während des Steigflugs der Maschine zu einer Verringerung des statischen Druckes im System, was einen direkten proportionalen Anstieg der angezeigten Fluggeschwindigkeit (IAS) mit zunehmender Flughöhe zur Folge hatte. Der vom Flugschreiber (FDR) angezeigte Anstieg stimmt mit den Berechnungen des Herstellers überein. Auch bei den durchgeführten Versuchen im Simulator (Simulation von Eis im Pitotrohr) kam es zu den gleichen Anzeigen wie in der verunfallten Maschine. In der durchgeführten Simulation wurden die gleichen Einstellungen des Autopiloten zugrundegelegt und sowohl die Übergeschwindigkeitswarnung als auch die Warnung des Stick Shaker traten in der gleichen Form auf wie bei dem Unglücksflug.


Zitat:

Um 03h45'52sec setzte die Warnmeldung des Stick Shaker (Warnung für Stromungsabriß bei geringer Geschwindigkeit) ein, der Autopilot blieb noch aufgeschaltet, die automatische Schubregelung (auto-throttle) sowie Vnav. war dagegen abgeschaltet. In einer Höher von 7132 Fuß, mit einer angezeigten Geschwindigkeit über Grund von 323 Knoten und einem Längsneigungwinkel von +18,3° liefen beide Triebwerke mit reduzierter Leistung (EPR L = 1.114, EPR R = 1.152).

Matthias Lieberecht 07.05.2007 09:35

Hallo Zusammen,

vielleicht kurz etwas zur Ergänzung um wenigstens etwas das Gesicht des FS zu retten :-) Der FS kann alle möglichen Arten von Ausfällen realisieren, es muss nur im Gauge programmiert sein. Seitens Standard FS gibt es z.B. die Variable FAIL_ACTION_FREEZE, was die Nadel bei Vereisung nicht auf Null (FAIL_ACTION_ZERO) zurücksetzt sondern in ihrer Position einfriert. Es ist also kein FS Problem.

Gruß
Matthias

Frank_IVAO 07.05.2007 10:53

Zitat:

Original geschrieben von Matthias Lieberecht
Seitens Standard FS gibt es z.B. die Variable FAIL_ACTION_FREEZE, was die Nadel bei Vereisung nicht auf Null (FAIL_ACTION_ZERO) zurücksetzt sondern in ihrer Position einfriert.
Genauso falsch - sie friert nicht ein ;)

Androctonus 07.05.2007 12:49

Hallo Frank,

wenn ich allein Deine Tabelle zur Kenntnis nehme, so halte ich den Punkt „Blockierung des Gesamt- u. stat. Druckes“ für mindestens ebenso beachtenswert wie die Betrachtung nur auf den Gesamtdruck allein. Außerdem hat Jü seine Erfahrung hier sehr schön wiedergegeben:
Zitat:

Der Fahrtmesser ist auf jeden Fall einfach stehengeblieben.
Natürlich sollte jetzt auch der Höhenmesser blockiert sein, so dieser nicht über eine vom Fahrtenmesser unabhängige Zuleitung zum statischen Druck aufweist.

Somit ist der Beitrag von Matthias nicht falsch, der Simulator könnte schon mehr... ....und dies für EINEN Fall (beide Druckfühler blockiert). Aber ich gebe Dir, Frank, in einer Hinsicht unumstößlich Recht: „Schöner“ wäre eine fehlerhafte Fahrtanzeige, welche im Steigen eine Erhöhung der Geschwindigkeit und im Sinken eine Verringerung der Fahrt simuliert. Da würde mein Respekt vor Vereisung im Sim doch außerordentlich ansteigen :D.


:-) Andreas

stulli 19.05.2007 19:12

Jetz mal ganz blöd und ohne Fachbegriffe: Ein Staurohr kann nichts anderes, als den innerhalb vorhandenen Druck messen - und genau das tut es in der Regel auch.
Wenn eine Vereisung das ganze komplett und festsitzend verstopft, ohne dass die zwischen Eispfropf und Membran befindliche Luft unter Druck steht, zeigt das angeschlossene Messgerät logischerweise Null.
Etwas anderes gilt, wenn die Vereisung das Rohr zB nicht vollständig verstopft, oder der Pfropf durch die anströmende Luft in das Rohr 'hineingestopft' wird. In letzterem Fall steigt ganz logisch mit steigendem Druck dann auch die Anzeige wieder an, was dann die Gefahr 'birgt' (nein, dieses makabere Wortspiel war eigentlich nicht geplant - s-o.), dass die so zustandegekommene Anzeige als realer Wert behandelt wird.

Dass solche 'Feinheiten' im MSFS simuliert werden, halte ich eher für ein Gerücht, es sei denn über einen Zufallsgnerator. Sicher ist jedenfalls eins: Gleich, welchen Wert ein vereistes oder sonstwie verstopftes Staurohr verursacht, zur Beurteilung der realen Geschwindigkeit ist er nicht mehr zu gebrauchen und man sollte alles dransetzen, das Rohr wieder freizubekommen, auch wenn es mir zB durchaus schon gelungen ist, einen Tornado mit verstopftem Pitotrohr heil herunterzubringen...

viele Grüße

Frank_IVAO 19.05.2007 20:12

Zitat:

Original geschrieben von stulli
Jetz mal ganz blöd und ohne Fachbegriffe: Ein Staurohr kann nichts anderes, als den innerhalb vorhandenen Druck messen - und genau das tut es in der Regel auch.
Wenn eine Vereisung das ganze komplett und festsitzend verstopft, ohne dass die zwischen Eispfropf und Membran befindliche Luft unter Druck steht, zeigt das angeschlossene Messgerät logischerweise Null.
Etwas anderes gilt, wenn die Vereisung das Rohr zB nicht vollständig verstopft, oder der Pfropf durch die anströmende Luft in das Rohr 'hineingestopft' wird. In letzterem Fall steigt ganz logisch mit steigendem Druck dann auch die Anzeige wieder an, was dann die Gefahr 'birgt' (nein, dieses makabere Wortspiel war eigentlich nicht geplant - s-o.), dass die so zustandegekommene Anzeige als realer Wert behandelt wird.


Irgendwie hast du paar fehler drin

Das Staurohr mißt gar nix, es leitet den Gesamtdruck weiter der aus dem Umgebungsdruck und dem Druck aufgrund Fluggeschwindigkeit besteht.

Die Aussage

Wenn eine Vereisung das ganze komplett und festsitzend verstopft, ohne dass die zwischen Eispfropf und Membran befindliche Luft unter Druck steht, zeigt das angeschlossene Messgerät logischerweise Null. Is dahingend falsch weil es vielleicht am boden so stimmt, man steht ja auch bzw ist in einer höhe. Bleibst du am boden oder in gleichbleibender Höhe öder sich auch nix, ABER die fahrtanzeige ist höhenabhängig!!!

Begründung ist ganz einfach. Der Gesamtdruck aus dem Staurohr stellt keine brauchbare geschwindigkeitsanzeige da, weil sie dann immernoch vom wechselnen statischen druck der umgebung im steig/sinkflug beeinflusst wird. dieses wird mit hilfe des statischen druckes außerhalb der membran wieder ausgeglichen.


Es ist aber schon nen krasser unterschied für den hobby-simmer ob er IMMER eine null anzeige hat bei eis oder aber einen augenscheinlich passenen wert wo man die fehlfunktion womöglich nicht direkt erkennt

Günni 20.05.2007 23:44

Mal für "Blöde":
Reagiert der FS9 tatsächlich darauf, dass PITOT-HEAT nicht eingeschaltet ist, mit "Einfrieren" oder "Null-Anzeige" des Fahrtmessers (bei entsprechenden Temperaturen)? Das wäre für mich ja unerwartet realistisch.
Ich dachte immer, dass ich die Staurohrheizung immer mit der Effizienz einschalte, wie das DE-ICING; also ohne tatsächliche Auswirkung auf den Flugverlauf.
Oder muss ich da irgendwo etwas umstellen?

Günni

Peterle 21.05.2007 18:18

Günni, der FS9 simuliert das (auch der FS8): Stell' Dir mal passende Wetterbedingungen ein (z.B. einige 1000 ft overcast Bewölkung, Taupunkt UND Temperatur um Null Grad) und flieg' da einige ( 10 bis 15) Minuten mit pitot heat off drin herum. Der Fahrtmesser geht dann auf Null, was aber - wie oben schon gesagt - nicht wirklich realistisch ist. Immerhin...

Wenn Du dann mit A/T on und speed hold fliegst, fahren die Triebwerke bis zum Anschlag hoch: Dann also A/T aus und manuell gasen.

Wenn Du dann pitot heat on schaltest, dauert's realistischerweise noch ein wenig, bis der Fahrtmesser wieder lebt, eventuell pitot heat nochmal off-on.

Hat mich schon einigemale "erwischt" (gottseidank nicht in real),es lohnt sich also, mit Pitch und N1 (bzw Prop-Drehzahl) zu schätzen, wie schnell man so in etwa ist ;)

Zur Funktion des Fahrtmessers ist schon alles gesagt: Er misst die Differenz zwischen Gesamtdruck (Fahrtwind pustet ins Pitotrohr, von da geht ein Schäuchlein IN die Membrandose) und statischem Druck der Umgebung (wirkt von aussen auf die Membrandose, wird teilweise, besonders bei Druckkabinen (klar? :D ), kontrolliert über Schläuchlein von static ports (die real auch vereisen können) zugeführt).

Viele Grüsse
Peter

Günni 21.05.2007 21:50

Vielen Dank für den Hinweis, Peter.
So viel Realismus hatte ich dem MSFS gar nicht zugetraut.
Muss ich tatsächlich mal ausprobieren.

Günni


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 08:16 Uhr.

Powered by vBulletin® Copyright ©2000 - 2026, Jelsoft Enterprises Ltd.
© 2009 FSL Verlag