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Forster 28.03.2004 04:49

Mein Traum, Pilot zu sein
 
Hallo und grüß Gott,
Ich bin im Besitz des FS2004 und ich möchte ein richtiger Virtueller Pilot werden. Ein paar Grundkenntnisse weiß ich schon, daher weil ich mich für fliegerei interresiere doch im real live wohl kein Pilot werden kann (zu alt und ohne Abi).
So und jetzt suche ich ein gut geeignetes Add-On nämlich um eine B747 fliegen zu können. Gibts des überhaupt für den 2004´ler? Und dann gibt es noch das FMC, in jeder 747 is so ein Ding drinn doch um es richtig zu verstehen braucht man mehr als nur eine einfache vorgabe zur routenplanung zum Beispiel was ZWF oder ZFW ist usw. Ich suche eine Anleitung für das Teil das ich das in ruhe durchstudieren kann. Dann währe es nicht schlecht wenn ich über die Allgemeine fliegerei was hätte zum Beispiel welchen Speed ab dieser Höhe, ich weiß nur das man unter FL100 nicht schneller als 250ktn sein darf oder so...Das alles ist im Handbuch net drinne.
Also ich möchte etwas real mit dem Simulator fliegen können. Ich interresiere mich seit kleinauf dafür und jetzt mit PC erstmals die gelegenheit es richtig zu Simulieren. Denke die 747 is fürn Anfang schon riesig doch das is das einzige Plane was mich wirklich interresiert. Und dann gibt es verschiedene Add Ons für den Traffic, welches is besser, welches empfehlenswert. Scenerys sind denke ich schaulich sehr schön doch reich bin ich nicht:(

Anleitung für FMC
Anleitung für allgemeine Flugregeln
Add-On 747, wenns keine 747 ist dann ist der A340 noch sehr interesant...
Danke im voraus!

SamyJay 28.03.2004 08:28

Hallo..

freut mich das du jetzt auch das Flusifieber bekommen hast :)
Alsi soweit ich weiß , gibt es NOCH keine B747 für den FS9 mit FMC. Ein A340 schon, nähmlich den PSS , ist aber Payware hat aber auch ATC !
Zu den Speeds, das mit FL100 / 250 kts, stimmt schon, mehr musst du auch nuicht wissen, denn das andere wie Landing Speed, Takeoff Speed steht alles in den Manuals der Maschinen, achja und du darfst nicht mehr als 20 kts auf einem Taxiway, in München auf einem Highspeed-Taxiway darfst du maximal 30 Knoten rollen !
Scenerys gibt doch einige gute um sonst, guck ma hier! http://walhalla.mine.nu/fs2004.php

Frank_IVAO 28.03.2004 10:52

Re: Mein Traum, Pilot zu sein
 
Zitat:

Original geschrieben von Forster
(zu alt und ohne Abi).


Zu alt gibts nicht, gibt welche die fangen mit 40 noch nen ATPL an (obs das bringt weiß ich aber auch nicht)

und ABI ist ehnicht zwigend erforderlich, außer bei der Lusthansa vielleicht, aber die sind ja "was besonderes" ;) Sonst braucht man nicht unbedingt Abi:)

Was das mit dem ZFW (Zero Fuel Weight) und so angeht, guckst du am besten mal HIER

Viel Spaß beim Flusi :)

Forster 28.03.2004 11:11

Vielen dank, sind wirklich viele zur Auswahl! Und das mit Berufspilot sein, dann habe ich ja noch ne rot-grün schwäche...
Habe bei einem in der Sig gelesen der die hat und deshalb nicht durfte.
Und gibt es wo nen kl. Handbuch wo ich den FMC lernen kann? Ich habe es mal auf Vater seinem probiert aber ich blickte null durch, ausser routen eingabe aber wenn ich eine andere SID bekomme als die ich geplant habe dann schnell ausbessern usw das is wirklich schwer.

Airbus3103 28.03.2004 11:13

Gute Entscheidung Forster, denn es gibt alleine in der BRD ca. 600 arbeitslose ATPL Piloten mit fertigem Type Rating. Wenn man denn doch mal ein Platz im Cockpit bekommt, dann zu einem Hungerlohn. ZU diesem Thema steht ein guter Bericht in der neuen Aero. Leider stimmen die Gehaltslisten nicht ganz, denn es ist zum Teil eine Ecke weniger.

mfG Claus

PS. Habe zwei im Bekanntenkreis, die ihren ATPL gemacht haben, sich dafür verschuldet haben und nun ohne Job auf der Straße sitzen mit einem Haufen Schulden am Bein.

Frank_IVAO 28.03.2004 12:08

Mit Rot-Grün Schwäche siehts echt mau aus.

Allerdingas würde ich auch keinem empfehlen einen ATPL anzufangen ohne zumindest vorher was anderes gelernt zu haben, wo man nach der ATPL-Prüfung wieder einsteigen könnte. Wartezeiten über ein Jahr nach Scheinerhalt waren schon immer normal. Man sollte ein 2. Standbein haben. einer aus meinem Kurs is auch schon 23 oder 24, hat nur Fach-Abi und Zivi gemacht bißher soweit ich weiß... Wenn der in 2 jahren merkt "mensch, gibt doch keinen job" dann isser 26 und hat nix gelernt und ob er dann noch ne Stelle als Azubi findet!? :D Naja, im notfall irgendwas studieren. Empfehlen würde ich es nich ;)

Marcus Füchtenschnieder 28.03.2004 19:23

jaja,.. Männer und Farbensehen...
 
Moin Moin,

Zitat:

Original geschrieben von Forster
Vielen dank, sind wirklich viele zur Auswahl! Und das mit Berufspilot sein, dann habe ich ja noch ne rot-grün schwäche...

Tja,.. willkommen im Club der ca 5% aller Männer mit Farbsehschwächen.
Das ist in der Tat, wie Frank schon schrieb, ein klarer Ablehnungsgrund, wenngleich sich durch die Einführung der JAR-FCL- Richtlinien hier Einiges geändert hat, da hier die Möglichkeit besteht, sich auf die sog. "Farbsicherheit" hin testen zu lassen, aber selbst hierfür darf die Farbschwäche nur marginal sein, also sehr gering. Darüberhinaus darf sie maximal im Grünbereich liegen (auch wenn man immer von einer Rot-Grünschwäche spricht, ist dies nur bedingt richtig, meist ist es "nur" eine Grünschwäche), Rotfehler sind ziemlich tabu. Hast Du schon mal genau untersuchen lassen, wie ausgeprägt die Schwäche ist? (Gemessen und ausgedrückt wird der Grad der Ausprägung im sog. "Anomalquotienten")
Aber so oder so, Claus und Frank haben ganz klar recht darin, daß es sich nicht wirklich lohnt, die immensen Kosten für einen ATPL in Kauf zu nehmen, um dann mit einem Berg Schulden am Hals beim Arbeitsamt zu sitzen und sich sagen zu lassen, daß man jeden Job anzunehmen hat, weil Piloten als ungelernte Arbeitnehmer gelten, da es sich dabei um keine abgeschlossene, anerkannte Ausbildung handelt (kein Scherz)..

Mein ganz persönlicher Tipp:
Der Traum vom Fliegen wird auch mit einem PPL wahr. Das ist finanzierbar und auf die Dauer viel entspannender :D ;) :D ehrlich.

Aber einfach nur so mit dem Flusi zu fliegen kommt auch absolut gut :)

Viele Grüße,
Marcus

PS:
Und für echtes Airlinerfeeling sorgt ja vielleicht auch ein Selbstbaucockpit, schau Dich mal auf den Slebstbauerseiten hier im Forum um,...

Frank_IVAO 28.03.2004 19:34

Re: jaja,.. Männer und Farbensehen...
 
Zitat:

Original geschrieben von Marcus Füchtenschnieder
weil Piloten als ungelernte Arbeitnehmer gelten, da es sich dabei um keine abgeschlossene, anerkannte Ausbildung handelt (kein Scherz)..

Warum sollte es auch, es ist ja lediglich eine LIZENZ das man gewerblich ohne Gewichtsbeschränkung im Luftverkehr teilnehmen darf :D Nen Führerschein ist ja auch kein Beruf:) (EDIT: Wbei ich mir da bei Berufskraftfahrern nich so sicher bin:confused: )

In einem "richtigen Beruf" kriegste Geld und musst zur Berufsschule bla bla und dauert ca 3 jahre, ATPL kannste in etwa über einem Jahr fertig haben:)

Also wer ATPL machen will, sollte sich im klaren sein, dass es keine Garantie auf einen Job gibt später und dass er am besten ein 2. Standbein haben sollte.

PS.: "ES GIBT KEINE PILOTEN-JOBS" und "MACH JA KEINEN ATPL, GIBT EH KEINEN JOB" hört man schon 10 Jahre, und die meisten kommen dch irgendwo unter irgendwann. Kann sich alles ganz schnell ändern.

Marcus Füchtenschnieder 28.03.2004 21:35

Re: Re: jaja,.. Männer und Farbensehen...
 
Zitat:

Original geschrieben von Frank_IVAO
Warum sollte es auch, es ist ja lediglich eine LIZENZ das man gewerblich ohne Gewichtsbeschränkung im Luftverkehr teilnehmen darf :D Nen Führerschein ist ja auch kein Beruf:) (EDIT: Wbei ich mir da bei Berufskraftfahrern nich so sicher bin:confused: )

Berufskraftfahrer kann man inzwischen richtig als Beruf über drei Jahre lernen (für LKW).
Ansonsten Ack, obwohl ich persönlich schon irgendwie der Meinung bin, daß es sich hier eher um einen Beruf handelt und man das anerkennen sollte, aber das ist zugegeben etwas philosophisch ;)

Zitat:

PS.: "ES GIBT KEINE PILOTEN-JOBS" und "MACH JA KEINEN ATPL, GIBT EH KEINEN JOB" hört man schon 10 Jahre, und die meisten kommen dch irgendwo unter irgendwann. Kann sich alles ganz schnell ändern.
Stimmt schon und wer den Traum vom Fliegen tief in sich trägt, wird das auch so sehen und so handeln, aber dennoch haste dann ja so bummelig freundliche verträumte 70.000 Euronen Schulden an den Hacken. :( :heul:

Viele Grüße,
Marcus

Rolf 29.03.2004 00:35

Träumen ist ja ganz schön aber jeder sollte in der Lage sein sich realistisch einzuschätzen. Als Grundlage sollten sehr gute Kenntnisse in den Naturwissenschaftlichen Fächern und Mathematik vorliegen (sogenanter mathematischer Typ). Ich empfehle jedem Interessierten doch mal die einschlägigen Tests in dieser Richtung zu machen um ungefähr zu ahnen wo man liegt.Logisch analytischen Denkvermögen, alles gesteigert unter Zeitdruck, das ganze mal in einer Gruppe, da trennt sich schon die Spreu vom Weizen. Während die Hälfte schon nicht mehr weiß ab sie Männchen oder Weibchen sind, legen die Experten erst richtig los und sind immer noch am Ball. Wer den Test bei LH besteht hat mit Sicherheit schon etwas drauf. Und selbst wer da dann den Abschluß hat muß lange warten um als FO übernommen zu werden.
Übernahmen von extern, auch bei anderen Firmen?? In der Regel Bundeswehrflieger mit reichlich Stunden auf großem Gerät (z.B. Atlantic der Marineflieger) Ansonsten kaum Chansen. UNd.. jede Einstellung in dieser Kategorie geht heute über Assessmantmethde mit Selbsteinschätzung des Probanden und der Beobachtung von vielen Augen, die irren in der Regel kaum. In dieser Zeit kann man es sich erlauben sich wirklich nur die Besten zu nehmen.
Gruß
Rolf

Peterle 29.03.2004 13:43

Muss es denn...
 
... unbedingt der Verkehrspilot sein? :eek:

Im Ernst, man sollte sich die Frage stellen, ob man *fliegen* will oder ob man Berufspilot werden will. Marcus F. hat's ja schon gesagt: Man kann auch mit dem PPl glücklich werden. Ich sag': Und auch mit dem SPL-F (Ultraleicht), oder als Drachenflieger, auch mit dem Gleitschirm... und, wenn alle Stricke reissen, ja, auch als virtueller Flieger, wenn man's mit ein wenig Ernsthaftigkeit betreibt (der Spass darf aber nicht zu kurz kommen)

Es gibt nicht wenige Berufspiloten, die am Wochenende zu einem kleine Platz 'rausfahren, sich 'ne Pitts schnappen und Kunstflug drehen, sie machen Segelflug oder sie fliegen Gleitschirm, mindestens einer fliegt UL-Tragschrauber :lol: ... Es sieht doch mehr und mehr danach aus, dass das *richtige* Fliegen so langsam aber sicher eher bei der GA als bei der Berufsfliegerei betrieben wird.

Worin besteht eigentlich die Faszination des "Berufsflugzeugführers" in der Verkehrsfliegerei? Ich habe mehr und mehr den Verdacht, dieses hohe Bild stammt aus längst vergangenen goldenen Jahren der Verkehrsfliegerei, 60er und folgende...

Es gibt viele Wege zur Fliegerei...

Viele Grüsse
Peter

Frank_IVAO 29.03.2004 13:59

Re: Muss es denn...
 
Zitat:

Original geschrieben von Peterle
[B

Worin besteht eigentlich die Faszination des "Berufsflugzeugführers" in der Verkehrsfliegerei? [/b]
Ich glaube da gibt es mehrere Ansätze.

1. Manche Leute (Männer und Frauen) haben ein gestörtes Verhältnis zu GRÖßEN und brauchen einfach GROßE Dinger

2. Man wollte schon immer derjenige sein oder sagt "ich bin ... und begrüße sie an Bord unserer ..... Seien Sie beruhigt, solange ich nicht rufe "FESTHALTEN" kann Ihnen nix passieren" :D

3. Wegen der hübschen Flugbegleiter /-innen :cool: (je nach dem auf was man steht) :rolleyes:

4. Wegen der Kohle :lol:

5. Aus Begeisterung der Perfektion der peniblen Arbeit der Mechaniker in der Technik, der perfektion der Flugsicherung und des daraus resultierenden GENAUEN Fliegens der Piloten. Ohne Genaues fliegen => keine vernünftige Arbeit der Lotsen.

Das ist eben der Unterschied zum "Wochenendflieger", wo man einfach bißchen rum eiern kann und sich die Welt mal wieder in Ruhe angucken kann und das Wetter genießt :)

Gibt sicher noch mehr Beweggründe warum man ATPL machen möchte, wem was einfällt, kann es ja ergänzen ;)

Peterle 29.03.2004 14:35

Frank, ich kann...
 
... alle Gründe nachvollziehen, in der Reihenfolge:

5) Akzeptiert. Ohne Kommentar :)

4) Au ja - wegen der Kohle, die die Ausbildung bis zum Typerating verschlingt (ein guter Bekannter von mir ist FO - gottseidank wieder aktiv, er war bei Aerolloyd ;) .

3) Besagter Bekannter hat mit ATPL einige Zeit als Steward gearbeitet, bis er zum Typerating kam. Wohl ohne bleibende Schäden, hoffentlich :lol:

2) Ist schon reizvoll - aber unterscheidet sich ja noch nicht vom Kapitänspatent auf See für grosse Fahrt. Geht auch in der GA: Kurz vorm Ausschweben schreit man laut und schrill "Festhalten!". Wetten, dass der Passagier dann erst den richtigen Spass am Fliegen hat? :D

1) Auch was dran. Obwohl: Ich kenne eine Super Cub, da steht vorne drauf: "Great Lovers dont need big... planes".

Aber wie gesagt - ich kann No. 5 schon nachvollziehen. Ich meine nur: Wenn halt der Gott des Fliegens (der Fliegerarzt ;) ) den langen Weg nach vorne links verbarrikadiert hat, gibt's ja immer noch ein paar Wege zum Fliegen :)

Viele Grüsse
Peter

Frank_IVAO 29.03.2004 14:41

Ach ja, und

".....HEAVY on ILS25R" klingt einfach besser als

".....Info D-E..., C152, Im gegenanflug 25" :hehe:

Aber wenn der Fliegerarzt natürlich Strich durch macht, da kann keiner was für (außer der Fliegerarzt vielleicht :hehe: )

Betto 30.03.2004 20:21

Naja,

was mich daran hindert, neidisch auf Berufspiloten zu sein ist nicht zuletzt meine Gleitzeit :p .

Und dann die freie Auswahl: Europalegs - Streß pur, ständig andere Kollegen, wenig Freunde unter ihnen, wenig mittelfristig berechenbare Freizeit. Oder Langstrecke - nur was für Leute, die falsch geheiratet haben. Also nix für mich. :D

Nee, neidisch bin ich nicht mehr, seit ich mal versucht habe, hinter die coole Brille zu schauen. Und wie schon gesagt: Man kann ja immer noch PPL machen, die Einzugsermächtigung befreit dann von allen weiteren Geldsorgen. :hehe:

Dann hindert einen auch nix, genauso präzise zu fliegen wie die Profis, außer man selbst natürlich. Ein VFR-Flieger hat auch Instrumente. Naja, bis auf die berühmte Fertigungsqualität einer Firma in Wisconsin (wahlweise Reims). :rolleyes: Und wenn man sich steigern will, fliegt man eine Aquila 210. Als I-Tupfen wird man dann auch mit einer A310 im Funk verwechselt.... :lol:

Grüße,

Betto




PS. Frank, ich wünsche mir nur den Moment, in dem ich sage: "Bla INFO, Saratoga im Gegenanflug 25". Die Wahrscheinlichkeit, daß es sich dann um meinen Flieger und Freizeit handelt ist ungleich größer als in einer Heavy. ;) I'll keep you informed.... :D

spooky_763 01.04.2004 02:04

Zitat:

Muss es denn......unbedingt der Verkehrspilot sein?

warum muss es denn immer gleich Ab Initio sein?

Bin auch nicht viel jünger als Forster und "Träume auch davon mit einer 763 auf Langstrecke zu gehen", hab kein Abi aber eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Ob ich es bis zur ATPL jemals schaffen werde, oder letztendlich auch will weiss ich noch nicht aber ich spare schon mal auf eine PPL hin.
Und womöglich gehts dann irgendwann mit CPL und IFR weiter.
Das sind zwar kleine Schritte und dauert länger als Ab Initio, vor allem bis man das Geld zusammengekratzt hat, doch solange die Chancen auf einen Piloten Job so gering sind hätte es auch keinen sinn sich für eine ATPL zu verschulden.

(Oder warum eigentlich nicht mit UL oder einem Segelflugschein anfangen, hauptsache fliegen.)

keule 01.04.2004 11:46

Zitat:

Original geschrieben von Airbus3103
Wenn man denn doch mal ein Platz im Cockpit bekommt, dann zu einem Hungerlohn.
mfG Claus


Morgen Claus, morgen Forster, morgen alle anderen...

Zum Thema Hungerlohn muss man mal amerikanische Piloten bei den Regionalflugesellschaften fragen! Bei Continental Express verdient ein Kapitän 22000€/Jahr. Brutto versteht sich. "Copis" fangen mit 14000€/Jahr an. DAS sind Hungerlöhne....und kein Aprilscherz

Thomas

TooLowFlap 01.04.2004 12:14

Hallo Thomas,

denkst Du in Deutschland sieht das anders aus? Schonmal gesehen, was ein F/O auf F50 (Contact Air) verdient? Da sind 1.400€ p. Monat schon hoch gegriffen.

Jo

Airbus3103 01.04.2004 12:17

Hi Thomas,
ich gebe dir im gewissen Sinne Recht, aber man muß auch die Lebenshaltungskosten usw in dem jeweiligen Land sehen. Ich bin zufällig an den neusten Tarifvertrag von einer deutschen low Cost Airline ran gekommen (nicht Air Berlin). Cap. Einstieg mit allen Zulagen 4700€ Brutto
Endanschlag 5400€ Brutto und da muß man erst mal hinkommen. Co.
Einstieg mit allen Zulagen 2900€ Brutto, Endanschlag 3800€ Brutto. Kann sich jeder ausrechnen was da Netto übrig bleibt und das bei c. 60.000€ Schulden, wenn denn finanziert. Die renomierten Airlines schielen natürlich auf diese Gehälter und auch dort ist Bewegung drin aber kräftig nach unten. Viele Airlines in Deutschland holen sich mittlerweile Free lencer auf Stundenbasis aus dem europäischen Ausland. Sind pflegeleichter und fliegen für wenig Geld der JAR und EU sei Dank:( .

mfG Claus

keule 01.04.2004 13:28

Hallo Claus, hallo Jo!


@ Jo

Ich weiß, dass es in Deutschland nicht anders aussieht. Die Gehälter sind eines der wenigen Felder, wo die Regionalfluggesellschaften sparen können, um wirtschaftlich zu fliegen.
Fliegst Du als F/O bei Contact Air?


@ Claus

Glaub mir, ich weiß, wie das aussieht, wenn die Bank das Geld für die Ausbildung wieder haben will. Meine beiden Brüder (der eine fliegt Boeing 737-800/900 für Continental, der jüngere Embraer 135/145 für Continental Express) kennen das auch. Obwohl der ältere nicht soviele finanzielle Probleme hat, wie mein jüngerer Bruder
Die Lebenshaltungskosten sind ungefähr die selben wie in Deutschland. Nur, dass Du hier eine Krankenversicherung hast, die Du in den USA für teuer Geld extra abschliessen musst.
Fazit:
Wenn Du nicht bei einer großen Flugesellschaft fliegst (Lufthansa,etc), hast Du in den meisten Fällen, sorry, die Arschkarte gezogen!


Im Großen und Ganzen stimmen wir aber über ein - denke ich! Korrigiert mich, wenn ich falsch liege.


Euch noch einen schönen Tag

Thomas

P.s. Zum Glück hat ein Lottogewinn meine finanzielle Situation entschärft. Trotzdem hab ich die Bodenhaftung nicht verloren und erinnere mich immer wieder dran, wie es am Ende der "finanziellen Nahrungskette" ausgesehen hat/aussieht/aussehen wird.

TooLowFlap 01.04.2004 18:54

Nein, fliege ich nicht.

Jo

Rolf 01.04.2004 22:47

Hallo Jo!
Schön Dich mal wieder im Forum zu "sehen" und das gleich mehrfach, immer noch auf A340?
Gruß
Rolf

Bengel 02.04.2004 15:54

Bezüglich der finanzieller Situation von Piloten ist in der neuen Aero ein kleiner Artikel. Unbestritten sind die goldenen Jahre vorbei, aber dies galt zu entsprechender Zeit ja für jeden Beruf.

Was mir zu denken geben würde ist, daß Piloten bei Arbeitslosigkeit und schlechter Konjunktur auf der Straße sitzen, und die Chancen auf einen neuen Job mit jedem Monat der Arbeitslosigkeit allein schon wegen des Nachwuchses sinken. Ein Wirtschaftsunternehmen wird im Zweifel Kosten höher werten als Erfahrung, Ausnahmen bestätigen nur die Regel.

Traumjob Pilot? Meiner Meinung nach schon lange nicht mehr......

Hohes Einkommen? ich war überrascht als ich sah, daß ein Kapitän der oberen Einkommensklasse weniger verdient als ich vor Jahren schon hatte.......

Bedenkt man dann noch die Familienfeindlichkeit (speziell auf Langstrecke), dann bin ich froh, daß mein Jugendtraum unerfüllt blieb.

hpfranzen 02.04.2004 20:06

......und aus meiner Sicht kann ich den Job heute auch nicht mehr empfehlen!

HP

Leo 02.04.2004 21:14

Also wenn man das Geld für die Ausbildung über hat und sich nicht voll in Schulden stürzt und gerne fliegen will, naja, dann ists schon das Richtige. Ich würde den Schritt garantiert wieder machen obwohl ich auch zugeben muss, dass ich mir hier und da mehr erwartet habe.

Nicht nur in finanzieller Hinsicht...:rolleyes:

Leo

Bengel 02.04.2004 21:42

Geld ist nicht alles, trotz seiner existenziellen Bedeutung.

Aber wie seht Ihr die anderen Aspekte wie Beziehungs-/Familienfeindlichkeit (Abwesenheit von zuhause), eventuelle Arbeitslosigkeit und Wiedereinstieg, täglich mehr oder weniger der gleiche Trott trotz verschiedener Destinationen (so man 3 x täglich Salzburg-Amsterdam für Air Alps fliegt ;)), unbezahlte Wartezeiten (=Freizeitverlust), .....

Andererseits denke ich, gibt auch Benefits wie verbilligte (gratis?) Privatflüge, .....

keule 03.04.2004 02:29

Zitat:

Original geschrieben von Bengel
Geld ist nicht alles, trotz seiner existenziellen Bedeutung.

Aber wie seht Ihr die anderen Aspekte wie Beziehungs-/Familienfeindlichkeit (Abwesenheit von zuhause), eventuelle Arbeitslosigkeit und Wiedereinstieg, täglich mehr oder weniger der gleiche Trott trotz verschiedener Destinationen (so man 3 x täglich Salzburg-Amsterdam für Air Alps fliegt ;)), unbezahlte Wartezeiten (=Freizeitverlust), .....

Andererseits denke ich, gibt auch Benefits wie verbilligte (gratis?) Privatflüge, .....

Guten Abend Bengel!

Ich schreib aus eigener Erfahrung.....

Beziehungs/Familienfeindlichkeit:

Selbst wenn man nicht Langstrecke fliegt, ist die Abwesenheit ein riesen Problem.
Es kommen immer mal wieder Dienste, wo Du 10-12 Tage unterwegs bist.
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass Freundinnen das eine gewisse Zeit
mitmachen, dann aber die Krallen ausfahren. Was ich aber auch verstehen kann.
Termine/Veranstaltungen die deiner Freundin wichtig sind, kannst Du manchmal nicht wahrnehmen, weil Du entweder in einem Hotel in Atlanta schläfst oder Du zwischen Houston und New Orleans hin und her pendelst, sie aber in New Jersey auf Dich wartet.

Eine andere Unwägbarkeit sind Stand-By-Dienste. Du hängst zuhause rum und wartest drauf, dass das Telefon klingelt.
Ich hatte 6-7x Stand-By im Monat und war praktisch gelähmt, weil man an das Telefon zuhause "gebunden" war. Es konnte jederzeit deine Operations anrufen und dir mitteilen, dass Du in 1 Stunde am Flughafen sein musst.

Und dann sind da noch die unterschiedlichen Arbeitszeiten. Montags stehst Du um 4 Uhr morgens auf und bist um 3 Uhr nachmittags wieder daheim. Am Dienstag checkst Du aber um 9 Uhr abends und kommst am Mittwoch morgen pünktlich nach Hause, um deiner Freundin noch einen Kuß zu geben!
Hast Du dann mal ein paar Tage off, muss deine Freundin arbeiten. Hat sie frei, sitzt Du auf dem Bock. Viele Menschen mit Schichtdienst kennen das Problem. Manchmal ist es doch von Vorteil, wenn Du geregelte Arbeitszeiten hast.


Arbeitslosigkeit und Wiedereinstieg:

Arbeitslos bin ich nur einmal geworden. Das war am 15.09.2001, als ich einen sehr kurzen Anruf erhielt, in dem mir eine gewisse Jane mitteile, dass ich aufgrund der Anschläge mir einen neuen Job suchen kann/darf/muss. Um mir die Übergangszeit (finanziell) zuerleichtern, zahlte man mir noch 2 Monatsgehälter. Insgesamt hat Continental in 2 Tagen 15000 Kollegen (Cockpit -, Cabin - und Groundcrew) gekündigt.
Alles in allem haben die Anschläge 150000 Jobs in der amerikanischen Luftfahrtindustrie vernichtet. Wieviele es weltweit waren, weiß ich nicht.
Bewerbungen hab ich zwar geschrieben, wurde aber nie zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Ehrlich gesagt, hab ich auch nicht mit einer Antwort gerechnet.
Durch Vitamin B, einem selbst bezahlten Type-Rating für einen Learjet und äußerst geringen Gehaltsvorstellungen hab ich dann in meiner alten Heimat Deutschland einen Job gefunden.
Seit März weiß ich, dass ich zum 1.9.2004 wieder bei Continental anheuern kann. Mein Type-Rating für die "PMDG-Collection" (Boeing 737-800/900) darf ich zwar selbst bezahlen, aber das kann ich mir, Gott sei es getrommelt, leisten.

Sehr vielen anderen geht es aber weiß Gott schlechter.
Da wären die jungen Flugschüler. Für 60000€ haben die eine Ausbildung gemacht und warten auf Jobs, während die Bank die Kohle für die Ausbildung wieder haben will.
Vielen fehlt das Geld um ihre Lizenz nach einem Jahr zuerneuern. Die Bank als Geldgeber können sie vergessen, weil die ja sowieso noch Geld bekommt. Wer bleibt da noch? Mama und Papa? Oma und Opa?
Dann erwarten einige Fluggesellschaften, dass man das Type-Rating selbst zahlt. Das wären dann nochmal ca. 25000€.
Es ist ein Teufelskreis, aus denen viele nicht mehr herauskommen.
Haben dann einige das Glück, einen Job zu bekommen, fliegen die oft für ein Appel und ein Ei. Tja, wenn viele einen Job haben wollen, wird halt der genommen, der gut ist und dessen Gehaltsvorstellungen am niedrigsten sind.
Manche Fluggesellschaften überbrücken auch so personelle Engpässe während dem Sommerflugplan. Zu Beginn des Sommerflugplans bekommen einige einen Job und zum Winter werden sie wieder gefeuert.
Kommt man nicht mehr rein, bleibt der Umstieg auf einen anderen Beruf - und die Schulden.


Benefits:
Ich, wie alle anderen Kollegen auch, bin, als ich noch bei Continental war, für 10% geflogen. Das hört sich toll an, aber wenn Du stressige Wochen hattest, ist das Letzte was Du willst, in den Urlaub zu fliegen - ging mir jedenfalls so.

Der gleiche Trott- Tag für Tag:

Dadurch, dass (fast) alles in der Luftfahrt standadisiert ist, ist es schon ein gewisser Trott. Unterschiedliche Ziele tragen nicht gerade zur Abwechslung bei. Ob Du eine After-Start-Checklist in Los Angeles oder Austin liest, macht es nicht interessanter. Nur der Ort ist anders.
Wenn Du dann noch einen dieser dollen Tage hast, und zwischen Newark und Cleveland pendeln darfst, bist Du vollends bedient. Diese Tage nehmen kein Ende.

Fazit:

Ich, genau wie meine beiden Brüder die auch fliegen, können uns keinen anderen Beruf vorstellen. Werden wir allerdings gefragt, ob es sinnvoll ist, Pilot zu werden, raten wir allen davon ab. Nur unsere kleine Schwester (18 Jahre alt) ist beratungsresistend. Die will auf Deivel komm raus Pilotin werden.
Jedem, der auch Pilot werden will, muss aber klar sein, dass die goldenen Zeiten endgültig vorbei sind und die Luftfahrtbranche im Umbruch ist.



Puuh. Ist doch mehr geworden, als ich gedacht habe!


Schönen Abend noch

Thomas

Bengel 03.04.2004 07:31

Hallo Thomas,

danke für Deine ausführliche Antwort, na so stellte ich es mir ungefähr vor.......

viel Glück für Deine berufliche Zukunft!

PS: wäre es angesichts der allgemeinen Situation nicht erstrebenswert, bei einer europ. Gesellschaft anzuheuern (Arbeitsrecht, finanz. Situation der amerik. Airlines,...)?


PPS: Habe gerade nochmals Deinen Beitrag gelesen, bin nun richtig glücklich, doch in meinem Job gelandet zu sein!

Marcus Füchtenschnieder 03.04.2004 11:46

Linie ist nicht alles,......
 
aber die Alternativen sind auch nicht gerade in Gold verpackt.

Moin erstmal.:hallo:

Nun ist die Linienfliegerei ja bei weitem nicht das einzige Feld in der Luftfahrt.
Ich habe bei einer Flugschule gelernt, die ausnahmslos in der Executive Charter unterwegs war. Dort flogen Metro's durch Europa.
Ist natürlich vom Job her eine Alternative, allerdings gilt auch hier schon länger, was in der Linie jetzt gegriffen hat:
Viel Zeitaufwand für wenig Geld bei einem nicht unbedingt sicheren Job.
Nur interessanter ist die Executive auf jeden Fall.
Heute fliegst Du eine Fracht nach Schottland, morgen einen Kunden nach Paris und und und.
Heißt aber auch um 4 aus den Federn geholt zu werden, weil ein Kunde dringend um 6 starten muß.
Genau so kann der Pleitehammer schnell zuschlagen, wie in diesem fall passiert: Da bricht ein großer Kunde weg, die Sache gerät ins straucheln und wenn's dann einen zweiten großen Kunden erwischt bleibt nur noch der Konkurs.
Aber was bleibt, ist ein auf jeden Fall interesanter Job, für den nicht unbedingt ein ATPL nötig ist (hier waren auch viele mit CPL/IFR dabei), dessen Zeitaufwand allerdings genau so familienunfreundlich ist, wie die Linie. Aber immerhin ist man zumeist am nächsten Tag wieder zu Hause ;)
Und man hat direkten Kontakt zu den Passagieren, macht noch einen großen Teil der Flugplanung selbst und wenn der Kunde sich verspätet, kümmert man sich selbst um all die Slots, Flugplanänderungen und und und. Und so maches mal versorgt man auch die Passagiere selbst, der direkte Kontakt schlechthin, ... hat schon was.

Und es gibt natürlich viele Firmen mit eigenem Learjet (oder 'ner Citation) und eigenen Firmenpiloten, auch keine schlechte Sache, die Kunst ist nur, da ran zu kommen ;)

So long,
Marcus

keule 03.04.2004 12:46

Guten Morgen zusammen....

@Marcus

Ein Grund, warum ich den Job auf dem Learjet bekommen habe, war, dass ich da einen kenne, der einen kennt, der wiederrum einen anderen kennt.....;)

Executive-Fliegerei hab ich immer als etwas stressig empfunden. Eben, weil Du mehr Sachen selber erledigen musst, die bei einer Airline ein Mitarbeiter der Ops für dich macht, Du die eben schnell überfliegst und unterschreibst. Auch wenn das Gebiet, wo ich damals geflogen bin, für etwas Entschädigung gesorgt hat - Florida und die Bahamas.
Die Zeit in der Executive-Branche waren aber auch sehr lehrreich - im posiviten wie im negativen Sinne.
Trotzdem bin ich froh, wenn ich das Kapitel ab August wieder schliessen kann.

@Bengel

Logischer und richtiger wäre es gewesen, wenn ich mir bei einer europäischen Fluggesellschaft einen Job gesucht hätte. Es gibt halt sehr viele Aspekte, die gegen die USA sprechen - Stichwort hire and fire!
Die finanzielle Situation bei Continental sieht zum Glück besser aus, als bei anderen Branchenriesen - United und American. Die kämpfen immer noch mit Überkapazitäten. Und eine von denen wird in den nächsten 2 Jahren auf der Strecke bleiben (müssen).
Schade, dass ich meine Pro - und Contraliste nicht mehr finde. Da waren einige sehr gute Punkte drauf, die mir im Moment nicht einfallen wollen.

Auch wenn einiges gegen ein Engagement in Amerika spricht, freue ich mich drauf.

Vielen Dank für die Wünsche

Euch allen noch einen schönen Tag

Thomas

Frank_IVAO 03.04.2004 18:02

@ Marcus,

das ist ja das Problem heute, wer jetzt nen ATPLmacht, bekommt gar keinen ATPL sondern nur noch CPL/IFR mit "ATPL Theorie Cedit"... erst wenn man 1500 Std auf Verkehrsflugzeuge hat, dann bekommt man den JAR-ATPL (bei ATPL´ern nach altem Recht Long Range vorrausgesetzt). Da kannste dann so viele stunden auf Learjet oder sowas reißen, ATPL bekommste dann nie :(

(mit den 1500Std mir ich mir jetzt nich ganz sicher, aber so um den dreh war das;) )

Marcus Füchtenschnieder 03.04.2004 19:24

Ja , natürlich,...
 
Hi Frank,

Zitat:

Original geschrieben von Frank_IVAO
@ Marcus,

das ist ja das Problem heute, wer jetzt nen ATPLmacht, bekommt gar keinen ATPL sondern nur noch CPL/IFR mit "ATPL Theorie Cedit"...

Ach ja, richtig,,.... womit wir wieder bei meinem Haßfach JAR-FCL sind ;) die hatte ich schon wieder verdrängt. Stimmt, full Ack.

An die JAR-FCL werde ich mich wohl nie gewöhnen :confused: (wollen:rolleyes: ;) ).

Viele Grüße,
Marcus

FO Niko 03.04.2004 23:50

Sehr interessanter Link zum Thema Job aussicht nach der Ausbildung

http://www.pccb.de/jobs2004.htm

Das heisst in Deutschland werden gerade mal 265 Piloten gesucht, jedoch sollen alle erfahrung haben.
HLX will Minimum 250h, wenn unter 29 Jahren. Wenn drüber 500h.

Bengel 04.04.2004 02:25

Das wär was für mich, ich hab mehrere 1000 Stunden auf diversen Mustern, B737-400, -600, -700, B777, B767, A319-321,.......

.... die anerkennen doch meine Stunden am PC, oder?

Leo 04.04.2004 09:19

Wozu auch einen praktischen ATPL? Die 1500 h stimmen schon, nur frage ich mich was ein praktischer ATPL gegenüber den theoretischen für einen Vorteil hat. (Ausser dass man in Ö dann 2 x im Jahr zum Medical muss und dergleichen) Wenn man nicht als Kapitän einsteigen will, reicht ein CPL IFR mit der theoretischen Berechtigung vollkommen aus.
(Hab ja im Moment auch nicht mehr weil nicht gebraucht)

250h Minimum Flugerfahrung ist ja eh noch gnädig. Ich glaube Emirates fordert 2000h mit Erfahrung auf Jets mit mind. 40.000kgs. :cool:

Also wenn man hier den ganzen Beruf nur schlecht reden will klick ich mich aus. Denn das mit der Familienfeindlichkeit und dergleichen hast du in vielen anderen Berufen, und wo man letztendlich eine Anstellung bekommt hat natürlich auch viel mit Glück zu tun. Und wenn man von allem ein bisserl hat, dann verdient man auch genug Geld, hat genug Freizeit und gewöhnt sich an den Lebensrhytmus. Es gibt so viele andere Berufssparten die teilweise auch tagelang von daheim weg sind, im Schichtdienst arbeiten und weniger verdienen als Piloten...

Bengel 04.04.2004 11:34

@Leo:

Da liegt ein Mißverständnis vor, es geht ja gar nicht ums kaputtreden, sondern um Informationen. Und um Desillusionierung....

Natürlich hat jeder Job zwei Seiten, und ebenso selbstverständlich empfindet jeder anders, findet jeder etwas andere Umstände vor.

Den Beruf des Piloten ebenso wie den des Arztes beispielsweise umgibt ein besonderes Image aus der Vergangenheit heraus. Das junge Menschen, sich der modernen Probleme durchaus bewußt, nun Informationen suchen und diese ungeschönt haben möchten, weil sie darauf ihre Berufsentscheidung mitbegründen, ist verständlich und sogar begrüßenswert, oder? Und dann muß man mit der ganzen Wahrheit raus, auch mit den weniger schönen Begleitumständen des Berufes.

Und die Familienfeindlichkeit - auch anderer Berufe, selbst meiner gehört dazu - ist schon ein gewichtiges Thema, denke ich. Es macht keinen Sinn sich was aufzubauen, um genau dies nach ein paar Jahren zu verlieren, und ich glaube auch nicht, daß der Beruf dann Trost bietet nach dem Motto "naja, Frau ist weg, Haus auch, aber das Cockpit gehört noch immer mir".

Geld stelle ich in der Diskussion hintenan, es gibt immer Berufe, wo man weniger verdient, aber auch solche, wo man mehr verdient. Glaubt man aber der neuen Aero (april 2004, Seite 56), dann ist es schwer einen Beruf zu finden mit äquivalentem Ausbildungsniveau, bei dem man weniger verdient denn ein Kopilot (mittleres Gehalt in Tabelle unter € 4000,-). So üppig ist dies nicht...... und nicht jeder landet bei Lufthansa.

keule 04.04.2004 11:49

@Leo

Guten Morgen.

Es ging nicht darum, den Beruf des Piloten zu zerreden oder schlecht zu machen. Dann wäre ich wohl in der falschen Branche. Bengel wollte mal ein paar negative Aspekte hören, und die hab ich aus eigener Erfahrung aufgeschrieben.
Und dazu gehört nun mal, dass der Job z.B. in einem gewissen Maße Familienfeindlich ist. Aber Feuerwehrleute, Polizisten, Ärzte, Lokführer, eigentlich jeder der Schichtdienst hat, kennt solche Probleme.

Vielleicht ist es aber auch mal gut, wenn man aus erster Hand erfährt, wie der Traumjob im realen Leben und nicht in einer Hochglanzbroschüre einer Flugschule aussieht, oder?
Gerade wenn man mit dem Gedanken spielt, sich mit 60000€ zuverschulden, sollte man wissen, worauf man sich einlässt.

Euch einen schönen Tag noch

Thomas

Leo 04.04.2004 21:15

@keule und Bengel

Ja, das sehe ich auch so. Das mit der Verschuldung kann ich verstehen und mit einer rosaroten Sonnenbrille sollte man auch nicht herumlaufen.

Wenn alles gut geht, ists fein. Sehr fein wie ich meine. Das man das aber vorher nicht unbedingt wissen kann und gerade die Luftfahrt eine Branche mit Höhen und Spitzen ist macht die Sache nicht leichter.

Also meine Meinung daher:

Pilot werden ja. Vieles dran setzen auch. Um jeden Preis? Sicher nicht...

Leo

Rolf 05.04.2004 02:00

Bei der ganzen Diskussion wird vergessen, daß sich außerhalb der Luftfahrt in der Verdienstkategorie von der wir hier sprechen auch allerhand getan hat und zwar zum Negativen hin . Freizeit im Management?? Das ich nicht lache. Abends bis in die Puppen, Arbeit mit nach Hause nehmen, auch am Wochenende und ggf. in der Weihnachtsruhe damit man zu Hause sein Gewissen beruhigt. Eine der Haupttätigkeiten ist mit verpflichtender Unterschrift Jahr für Jahr Personal zu reduzieren, das macht unheimlich Spaß!! Zusätzliche Altersversorgung? Für Neueinsteiger lange nicht mehr so lukrativ wie in der Vergangenheit.
Da war noch der Hinweis auf firmeneigenem Flugdienst bei dem es sich einzusteigen lohne: Auch hier weiß ich aus Erfahrung, daß die Neueinsteiger ziemlich klein gehalten werden und lange nicht mehr die Privilegien haben wie noch vor einiger Zeit.
Will damit sagen: Es ist überall nicht mehr so rosig.
Gruß
Rolf

Marcus Füchtenschnieder 05.04.2004 08:12

nicht ganz,......
 
Moin Moin,

Zitat:

Original geschrieben von Rolf
Da war noch der Hinweis auf firmeneigenem Flugdienst bei dem es sich einzusteigen lohne: Auch hier weiß ich aus Erfahrung, daß die Neueinsteiger ziemlich klein gehalten werden und lange nicht mehr die Privilegien haben wie noch vor einiger Zeit.

Das sich das lohne habe ich nicht geschrieben, sondern lediglich die Executive- und Firmenfliegerei als Alternative zur Linienfliegerei mit eingebracht und dazugeschrieben, daß es sich auch hier um keinen sichereren Job trotz großen Zeitaufwandes bei wenig Geld handelt. ;)
(Was das Thema Management angeht, so beiße ich mir jetzt ganz dezent auf die Zunge ;););):D:D:D:))

Viele Grüße,
Marcus


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