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jayjay 15.10.2003 14:55

Sinn von Gewerkschaften im 21. Jahrhundert
 
da ich nicht nur über religionen diskutieren mag mal ein anderes thema :D

ich bin der meinung, dass sie gewerkschaften heute eigentlich nichts mehr ausrichten können und auch nicht sollten - wenn ein betrieb bestreikt wird, dann wandert er einfach ab (in ein sowieso billigeres land) und die leidtragenden sind dann eh wieder die arbeitnehmer, sprich der grossteil der bevölkerung. ganz egal wo: aua, öbb, voest usw. gewerkschaften schaden dem wirtschaftsstandort österreich, va. wenn sie so wie in österreich höchst (spö-)politisch agieren.

auf die meinung eines herr klestil, dass die gewerkschaften das gewissen der arbeitswelt sind möchte ich ihm antworten: einem toten nützt sein gewissen auch nichts mehr.

Bardstale 15.10.2003 15:55

Was die Gewerkschaften ausrichten sollen? Gute Frage!
Tja, die Streiks gehen ja grösstenteils in die Hose und bewirken nicht wirklich etwas. Nachdem Streiks aber gesetzlich erlaubt sind, warum soll dann eine Partei nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen, die ihr zur Verfügung stehen. Und dass wegen der Streiks eine ÖBB,Voest oder AUA in ein Billiglohnland abwandert, kann ich auch nicht ganz glauben.

Ein bissl Lebensberechtigung sollte man den Gewerkschaften halt schon einräumen, wie sollten denn z.B. Kollektivvertragsverhandlungen ohne die Gewerkschaften über die Bühne gehen? Soll aus jedem Betrieb ein Dienstnehmervertreter (ev. der Betriebsrat, soweit vorhanden) zu den Verhandlungen pilgern? Da hast du wahrscheinlich hunderte Wünsche, Meinungen und Vorstellungen, jeweils nur für den eigenen Betrieb vorliegen und im Endeffekt keine Lösungen. Also im Sinne der Arbeitnehmer ist es sicher günstiger, wenn ein "Verhandlungsteam" auftritt als wenn Hunderte oder noch mehr Vertreter erscheinen. Auf der Gegenseite hast du ja auch die Wirtschaftskammer, die als Standesvertretung fungiert und wo nicht jeder Selbständige persönlich erscheint.

Bardstale

pc.net 15.10.2003 16:02

es gibt als gesetzliche interessensvertretung die arbeiterkammer (genauso wie du schon die wirtschaftskammer für die arbeitgeberseite angesprochen hast) ...

frazzz 15.10.2003 16:02

gewerkschaften als institution sind (noch) ein garant für das grundrecht des streiks.
das dies auch heute noch notwendig ist, sieht man an den drohungen des aua-vorstandes.

jayjay 15.10.2003 16:06

Zitat:

Original geschrieben von Bardstale
Was die Gewerkschaften ausrichten sollen? Gute Frage!
Tja, die Streiks gehen ja grösstenteils in die Hose und bewirken nicht wirklich etwas. Nachdem Streiks aber gesetzlich erlaubt sind, warum soll dann eine Partei nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen, die ihr zur Verfügung stehen. Und dass wegen der Streiks eine ÖBB,Voest oder AUA in ein Billiglohnland abwandert, kann ich auch nicht ganz glauben.

Ein bissl Lebensberechtigung sollte man den Gewerkschaften halt schon einräumen, wie sollten denn z.B. Kollektivvertragsverhandlungen ohne die Gewerkschaften über die Bühne gehen? Soll aus jedem Betrieb ein Dienstnehmervertreter (ev. der Betriebsrat, soweit vorhanden) zu den Verhandlungen pilgern? Da hast du wahrscheinlich hunderte Wünsche, Meinungen und Vorstellungen, jeweils nur für den eigenen Betrieb vorliegen und im Endeffekt keine Lösungen. Also im Sinne der Arbeitnehmer ist es sicher günstiger, wenn ein "Verhandlungsteam" auftritt als wenn Hunderte oder noch mehr Vertreter erscheinen. Auf der Gegenseite hast du ja auch die Wirtschaftskammer, die als Standesvertretung fungiert und wo nicht jeder Selbständige persönlich erscheint.

Bardstale


naja, zum thema gewerkschaftsverhandlungen (lohnerhöhungen usw.) sei erwähnt, dass es gerade diese verhandlungen sind, die eigentlich die inflation bewirken ...
ausserdem wäre mir als arbeitsnehmer lieber, keine lohnerhöhung zu erhalten und dafür einen sicheren arbeitsplatz zu haben. was hab ich denn davon, wenn ich 1% mehr verdiene - ich so aber langfristig für den betrieb zu teuer werde? den schaden trägt wiederum die allgemeinheit (arbeitslosenunterstützung).

zb. die öbb wird nicht abwandern, aber sie wird nicht mehr konkurrenzfähig sein - den schaden tragen dann alle, weil die höheren subventionen eh wieder die allgemeinheit zahlt, bei der voest detto.
die aua wird langfristig als eigenständige marke sowieso nicht überleben mit streiks wird die restlebensdauer halt verkürzt, aber bitte ...

jayjay 15.10.2003 16:13

Zitat:

Original geschrieben von frazzz
gewerkschaften als institution sind (noch) ein garant für das grundrecht des streiks.
das dies auch heute noch notwendig ist, sieht man an den drohungen des aua-vorstandes.


naja, und was nutzt dir das grundrecht auf streik, wenns den betrieb dann gar nicht mehr gibt? dann gibts bald niemanden mehr zu bestreiken und ein paar arbeitslose mehr ...
die streiks heute bei der aua wurden nicht einmal genehmigt, deshalb ist es arbeitsrechtlich legitim die leute zu entlassen, es gibt ja genügend piloten, die für weniger geld fliegen (das nennt sich wettbewerb am arbeitsmarkt). ausserdem finde ich es schon interessant, wenn leute dafür streiken, damit sie weiterhin das doppelte verdienen als ihre kollegen von lauda und co. während das unternehmen am internationalen markt untergeht. das nenn ich solidarität in wirtschaftlich harten zeiten ...
bei der öbb wird ja auf dafür gestreikt, dass man mit 50 in pension geht, nicht benötigte arbeiter weiterhin nichts tun müssen usw. - also ich habe dafür absolut kein verständnis.

bevor ich mir als unternehmer mein unternehmen kaputtstreiken lässte würde ich ins sowieso billigere ausland abwandern - dank eu ja absolut kein problem mehr.

Bardstale 15.10.2003 16:23

Zitat:

Original geschrieben von pc.net
es gibt als gesetzliche interessensvertretung die arbeiterkammer (genauso wie du schon die wirtschaftskammer für die arbeitgeberseite angesprochen hast) ...
Das ist schon richtig, nur Kollektivverträge schliesst nicht die Arbeiterkammer, sondern die Gewerkschaft mit der jeweiligen Standesvertretung in der Wirtschaftskammer ab.

Bardstale

Bardstale 15.10.2003 16:36

Zitat:

Original geschrieben von jayjay
naja, zum thema gewerkschaftsverhandlungen (lohnerhöhungen usw.) sei erwähnt, dass es gerade diese verhandlungen sind, die eigentlich die inflation bewirken ...
ausserdem wäre mir als arbeitsnehmer lieber, keine lohnerhöhung zu erhalten und dafür einen sicheren arbeitsplatz zu haben. was hab ich denn davon, wenn ich 1% mehr verdiene - ich so aber langfristig für den betrieb zu teuer werde? den schaden trägt wiederum die allgemeinheit (arbeitslosenunterstützung).

Du kannst ja freiwillig auf einen Teil deines Bezuges oder auf Lohnerhöhungen verzichten, wenn du Bedenken hast, dass du langfristig zu teuer für deinen Betrieb wirst. Es stellt sich nur die Frage wie lange du dann deinen Lebensstandard halten kannst, wenn rundherum immer alles teurer wird und du ein Einkommen hast, dass sich z.B. 10 Jahre nicht erhöht hat. Leidtragender wird die Wirtschaft dann sein, wenn du anfangen musst einzusparen, nicht mehr Essen gehen, kein Kino, kein Gewand usw.

Bardstale

Cindy 15.10.2003 16:44

warum wusste ich nur als ich das thema dieser diskussion las schon vorher wer das thema eröffnet hat...

lg
cin

jayjay 15.10.2003 16:49

Zitat:

Original geschrieben von Bardstale
Du kannst ja freiwillig auf einen Teil deines Bezuges oder auf Lohnerhöhungen verzichten, wenn du Bedenken hast, dass du langfristig zu teuer für deinen Betrieb wirst. Es stellt sich nur die Frage wie lange du dann deinen Lebensstandard halten kannst, wenn rundherum immer alles teurer wird und du ein Einkommen hast, dass sich z.B. 10 Jahre nicht erhöht hat. Leidtragender wird die Wirtschaft dann sein, wenn du anfangen musst einzusparen, nicht mehr Essen gehen, kein Kino, kein Gewand usw.

Bardstale


das ist ja genau der grosse denkfehler ;)

die inflation steigt weil die gewerkschaften lohnerhöhungen fordern und nicht weil sich die preise erhöhen.

mehr lohn -> mehr einkommen -> kaufkraft soll die selbe bleiben -> preiserhöhungen -> mehr lohn -> ... ein teufelskreis, der jedes jahr aufs neue eben DURCH die gewerkschaftlichen lohnverhandlungen ausgelöst wird.

was ich damit sagen will: lohnverhandlungen bringen langfristig sowieso nichts (sind nur "show").
konsequenz: eine hohe inflationsrate schadet der wettbewerbsfähigkeit eines staates in einer globalisierten welt...

jayjay 15.10.2003 16:50

Zitat:

Original geschrieben von Cindy
warum wusste ich nur als ich das thema dieser diskussion las schon vorher wer das thema eröffnet hat...

lg
cin


sind bei den gewerkschaften zu wenig (emanzipierte) frauen an der spitze?

:lol:

Bardstale 15.10.2003 17:22

Zitat:

Original geschrieben von jayjay
das ist ja genau der grosse denkfehler ;)

die inflation steigt weil die gewerkschaften lohnerhöhungen fordern und nicht weil sich die preise erhöhen.

mehr lohn -> mehr einkommen -> kaufkraft soll die selbe bleiben -> preiserhöhungen -> mehr lohn -> ... ein teufelskreis, der jedes jahr aufs neue eben DURCH die gewerkschaftlichen lohnverhandlungen ausgelöst wird.

was ich damit sagen will: lohnverhandlungen bringen langfristig sowieso nichts (sind nur "show").
konsequenz: eine hohe inflationsrate schadet der wettbewerbsfähigkeit eines staates in einer globalisierten welt...

Also zu behaupten, die Gewerkschaften wären an einer steigenden Inflation schuld, ist ein bissl eine schräge Aussage. Da sind wichtigere Faktoren am Werk, als die Gewerkschaft, die für dich ein Prozentpunkterl bei den Lohnverhandlungen herausholt.

Aber keine Angst, es gibt ja Gott sei Dank die Zentral- und Notenbanken, die stabilisierend eingreifen, wenn die Gewerkschaften eine Inflation anleiern wollen.
;)

Bardstale

jayjay 15.10.2003 17:41

Zitat:

Original geschrieben von Bardstale
Also zu behaupten, die Gewerkschaften wären an einer steigenden Inflation schuld, ist ein bissl eine schräge Aussage. Da sind wichtigere Faktoren am Werk, als die Gewerkschaft, die für dich ein Prozentpunkterl bei den Lohnverhandlungen herausholt.

Aber keine Angst, es gibt ja Gott sei Dank die Zentral- und Notenbanken, die stabilisierend eingreifen, wenn die Gewerkschaften eine Inflation anleiern wollen.
;)

Bardstale


sicherlich gibt es mehrere ursachen, aber die gewerkschaftlichen lohnverhandlungen tragen auch ihren (grossen) teil zur inflation bei.

inflation targeting wirkt zeitverzögert und kann zu zahlreichen unerwünschten nebeneffekten führen. ausserdem ist eine niedrige inflation nicht das einzige geldpolitische ziel einer zentralbank.


TheltAlpha 15.10.2003 17:57

Off Topic
 
Zitat:

Original geschrieben von jayjay
ausserdem finde ich es schon interessant, wenn leute dafür streiken, damit sie weiterhin das doppelte verdienen als ihre kollegen von lauda und co. während das unternehmen am internationalen markt untergeht.
Darf ich dich hierzu auf unseren AUA-Thread umlenken (http://www.wcm.at/forum/showthread.p...hreadid=112607), nach dessen Lektüre du erkennen wirst, wie falsch und unfundiert deine Aussage ist?

Dimitris

Dr. Acula 15.10.2003 21:08

gehören endlich ausgemistet.
überhaupt die "fetten" betriebsräte.
von arbeit null-ahnung,aber die pappe gross aufreissen.
siehe AUA.
da würde ich sofort dem Betriebsrat 500 Kuverts mit Kündigungen der streikenden übergeben,die er dann selbst austeilen darf.
nachdem alle gekündugt sind,kann man dann den nicht mehr benötigten betriebsrat gleich auch kündigen.
gewerkschaften sollen mal auf den boden der realität zurückgeholt werden.

pc.net 16.10.2003 00:25

Zitat:

Original geschrieben von Bardstale
Das ist schon richtig, nur Kollektivverträge schliesst nicht die Arbeiterkammer, sondern die Gewerkschaft mit der jeweiligen Standesvertretung in der Wirtschaftskammer ab.

Bardstale

wenn es keine gewerkschaft gibt ist aber die AK dafür zuständig ;)

und dort zahlen ALLE ARBEITNEHMER pflichtbeiträge!!!

DIE SOLLEN GEFÄLLIGST WAS TUN FÜR IHR GELD!!! :D


jayjay 16.10.2003 00:29

Zitat:

Original geschrieben von pc.net
wenn es keine gewerkschaft gibt ist aber die AK dafür zuständig ;)

und dort zahlen ALLE ARBEITNEHMER pflichtbeiträge!!!

DIE SOLLEN GEFÄLLIGST WAS TUN FÜR IHR GELD!!! :D


ich würde sowieso ALLE kammern abschaffen ;)

pc.net 16.10.2003 00:33

full ACK :ja:

Karl 16.10.2003 01:00

In Zeiten wo der Kapitalismus wieder beginnt sein wahres Gesicht zu zeigen, sind Gewerkschaften und das Streikrecht unbedingt notwendig.

Damit beginnt wieder eine Zeit, die man schon bewältigt glaubte. Streik als ungesetzlich zu bezeichnen.

zed 16.10.2003 08:45

Zitat:

Original geschrieben von Cindy
warum wusste ich nur als ich das thema dieser diskussion las schon vorher wer das thema eröffnet hat...

lg
cin


ja, und?

stört dich das, wenn jayjay ein thema eröffnet?

ich finde seine themen und die daraus resultierenden diskussionen nicht so schlecht. es ergeben sich sogar sehr oft sehr interessante dinge.


dieses posting ist genauso sinnvoll, wie dein aktueller artikel im WCM

ich finde es generell nicht okay, dass manche permanent über alles und jeden herziehen, was ihnen nicht in den kram passt. sehr nette einstellung, wirklich. vielleicht sollte man mal akzeptieren, dass es nicht nur eine meinung gibt.

jayjay 16.10.2003 09:45

Zitat:

Original geschrieben von Karl
In Zeiten wo der Kapitalismus wieder beginnt sein wahres Gesicht zu zeigen, sind Gewerkschaften und das Streikrecht unbedingt notwendig.

Damit beginnt wieder eine Zeit, die man schon bewältigt glaubte. Streik als ungesetzlich zu bezeichnen.


ich bezeichne streik nicht als ungesetzlich und habe dies auch nie getan. ich finde streik in einer globalisierten welt lediglich sinnlos und sogar schädlich für die wettbewerbsfähigkeit einer region!

in einer geschlossenen nationalen volkswirtschaft haben streiks (mehr oder weniger) sinn gemacht - es wäre dem unternehmen praktisch immer teurer gekommen abzuwandern (als folge davon wurden so auch immer die preise konstant hoch gehalten, vgl. nur telekompreise vor 20 jahren und heute).
mittlerweile sind die migrationskosten ins ausland weit aus geringer. know-how gibt es nicht nur in österreich und gute infrastrukturen hab ich auch schon in anderen ländern gesehen.
dies ist auch der grund, warum die ganze verstaatlichte privatisiert wird - der staat wäre viel leichter zu bestreiken als ein privates unternehmen ...

ich bin für eine soziale abfederung in einem gewissen rahmen, über preise und löhne soll aber grossteils der markt entscheiden. weiters bin ich der meinung, dass in einem funktionierenden unternehmen jeder einzelne mitarbeiter sich auch in den betrieb einbringen kann (zb. prämien für gute ideen usw.) - und jeder unternehmer wäre schlecht beraten würde er seine arbeitnehmer nur als irgendwelche arbeiter sehen (zufriedene mitarbeiter leisten wesentlich mehr als unzufriedene, deshalb ist es auch eine aufgabe des "chefs", für zufriedene, weil produktivere arbeitnehmer zu sorgen). heute ist es nicht mehr zeitgemäss ein unternehmen in arbeiter/angestellte und führungsetage aufzuteilen, die sich ständig eins auswischen.

wizard 16.10.2003 10:34

Auch meinen Senf dazugeb:

Ich finde, die Gewerkschaften sollten sich schön langsam überlegen (sowie manche Parteien), dass sich einfach (für die Zukunft gesehen) was ändern MUSS.

Und das es nicht so weitergehen kann, die "fetten" Jahre sind einfach vorbei.
Ich sage aber hiermit nicht, dass ich ALLES billige was die Regierung oder diverse Parteien so vorhaben.
Nur finde ich es lächerlich, dass genau die Leute (Partei) die es jetzt seit 30 Jahren ver**** haben, sich aufregen, das jemand versucht was zu ändern.

Des weiteren möchte ich bei der derzeitige Gesetzeslage, in Österreich KEIN Umternehmer sein. Ich verstehe (bei den Lohnnebenkosten) dass etliche Firmen ins Ausland abwandern.

Soweit ich weiß, müssen ab dem dritten Tag des Streikes, die Gehälter durch die Gewerkschaft bezahlt werden, kann das wer bestätigen.
Das wäre für mich eine Erklärung, warum die Streiks (so wie jetzt bei der AUA), nach 2 Tagen wieder beendet werden.

Auch so kann man eine Firma killen. BRAVO

mfG:

Karl 16.10.2003 12:45

@wizard!
Weil du von AUA sprichst. Ist zwar ein bisserl OT aber indirekt mit der Gewerkschaft hat es zu tun.

Es wird doch von immer mehr Firmen praktiziert einfach zuzusperren und unter anderem Namen gleich wieder eine neue Firma zu gründen.

Zum Teil wird dabei auch die alte Belegschaft mit übernommen. Ich sagte zum Teil. Ältere Mitarbeiter die Naturgemäss schon ein höheres Gehaltsniveau haben werden natürlich auch "mitübernommen".

Aber jetzt kommts. Zu einem Gehalt der einem Neueintritt entspricht. Was bleibt einem 50~55 jährigem dann den anderes über als dem zuzustimmen? Er hätte ja wo anders keine Chance mehr.

Bei der AUA versucht man etwas ähnliches. Und das man sich dagegen wehrt finde ich in Ordnung.


@jayjay!
Da hast du schon recht das es in den Betrieben so eine Art Partnerschaft gibt. Und eine Harmonisierung Arbeiter/Angestellte/Führungsetage zu bestehen scheint.

Händeschütteln vom Chef, gute Worte über das Wohlbefinden in der Familie, Betriebsausflüge ect. fördern die Zufriedenheit. Kannst ja alles bei Seminaren für Unternehmensführung lernen.

Wenn es dann aber ums Geld geht ist es aus mit Partnerschaft. Der Klassenkampf hat nur ein anderes Gesicht bekommen.

Shadow 16.10.2003 12:47

Ich finde, dass gerade in der heutigen Zeit Gewerkschaften immer wichtiger werden. In dieser Zeit, wo die Welt nur mehr von Großkonzernen regiert wird und die Reichen immer reicher und der Mittelstand/die Armen immer ärmer werden sind Gewerkschaften der einzige Weg um für die arbeitende Bevölkerung etwas mehr Gerechtigkeit zu schaffen.

Natürlichen spreche ich dabei nicht von so Kasperl-Gewerkschaften wie in Österreich die alleine politisch motiviert sind. Ein "echte" Gewerkschaft dürfte mit einer politischen Partei nix zu tun haben.
Und ganz wichtig wäre auch ein globaler Zusammenschluss von Gewerkschaften, damit die Abwanderung von Arbeitskräften in Billiglohnländer verhindert werden kann und die Lebensstandards in diesen Ländern auch steigen.

jayjay 16.10.2003 13:03

Zitat:

Original geschrieben von Karl

Wenn es dann aber ums Geld geht ist es aus mit Partnerschaft. Der Klassenkampf hat nur ein anderes Gesicht bekommen.


ich seh das naturgemäss vielleicht ein bisschen anders und bin einfach gern der anwalt des teufels ;)

die meisten unternehmen laufen mit fremdkapital (zb. eine ag), dh. die unternehmung ist auf langfristige renditen ausgelegt, sprich der vorstand MUSS daran interessiert sein, dass seine arbeiter für ihn möglichst profitabel arbeiten (sonst ist er bald seinen vorstands-posten los). damit sie das tun muss er sie motivieren - mit ständigen lohnkürzungen wird er das wohl eher nicht erreichen. es steht ja schliesslich auch jedem arbeitnehmer frei zu kündigen und sich eine andere, besser bezahlte, arbeitsstelle zu suchen (und da hätte der unternehmer dann ja wiederum nichts davon, wenn ihm eingeschulte leute davonrennen).

wenn jemand alleineigentümer einer unternehmung ist (oder sehr grosses eigenkapitalvolumen) bin ich einfach der meinung, dass dann der "chef" auch mehr zu melden haben sollte als irgendwelche gewerkschaften - schliesslich handelt es sich ja um sein geld, das er in die unternehmung steckt. wie würden sich die leute darüber aufregen, wenn man einem zwingt wie man sein geld anlegt? der unternehmer könnte ja sein geld auch sicher auf die bank tun und zinsen kassieren...


ps. wenns den produzierenden unternehmern wirklich rein ums geld ginge und alle reine kapitalisten wären, dann wäre mit ziemlicher sicherheit keiner mehr in österreich ...

jayjay 16.10.2003 13:07

Zitat:

Original geschrieben von Shadow

Natürlichen spreche ich dabei nicht von so Kasperl-Gewerkschaften wie in Österreich die alleine politisch motiviert sind. Ein "echte" Gewerkschaft dürfte mit einer politischen Partei nix zu tun haben.
Und ganz wichtig wäre auch ein globaler Zusammenschluss von Gewerkschaften, damit die Abwanderung von Arbeitskräften in Billiglohnländer verhindert werden kann und die Lebensstandards in diesen Ländern auch steigen.


sehe ich im prinzip genauso. nationale gewerkschaften machen KEINEN sinn und schaden nur dem jeweiligen wirtschaftsstandort. die österr. gewerkschaften haben nicht kapiert, dass der markt nicht mehr eine geschützte österr. volkswirtschaft sondern ein globaler geworden ist
(globale gewerkschaften könnten wiederum was ausrichten und würden prinzipiell sinn machen!).

dass die gewerkschaften höchst parteipolitisch agieren ist nur zeugnis davon, dass sie die globalisierung noch immer nicht begriffen haben.

Dr. Acula 16.10.2003 20:39

Zitat:

Original geschrieben von Karl
In Zeiten wo der Kapitalismus wieder beginnt sein wahres Gesicht zu zeigen, sind Gewerkschaften und das Streikrecht unbedingt notwendig.

Damit beginnt wieder eine Zeit, die man schon bewältigt glaubte. Streik als ungesetzlich zu bezeichnen.

sei froh das der sozialismus endlich tot ist.
denn endlich hört sich das schmarotzertum auf.

streik ist sicher net ungesetzlich,aber arbeitsrechtlich nennt sich sowas arbeitsverweigerung,und ist normal mit fristloser zu beantworten.
da kann dir keiner helfen,von den angeblich so tollen betriebsratskaisern.
deren unkündbarkeit ist sowieso das ärgste.

Karl 16.10.2003 21:28

Herr Karl!
Sozialismus ist ein anderes unseliges Kapitel in der Geschichte der Menschheit.

Im Zusammenhang mit dem immer dreister werdenden Kapitalismus war aber dieser Sozialismus wenigstens ein Gegengewicht. Das ist aber die einzige positive Seite, die ich dieser Weltanschauung abgewinnen kann.

Es ist ja eine Ironie des Schiksals, dass gerade in diesen ehemaligen sozialistischen Ländern, das Schmarotzertum aufgehört hat und eben jetzt statt Parteibonzen, einige Superreiche an der Macht sind.

Für das Volk hat sich nichts geändert. Ungehorsame werden statt ins Bergwerk nach Sibierien, von den Mafiosi beseitigt.

Das nur weil du Sozialismus erwähnt hast.

Zum Streikrecht und Arbeitsrecht gibt es eine einfache Regelung. Ist es ein genehmigter Streik so hat das Arbeitsrecht darauf keine Wirksamkeit.

Dr. Acula 16.10.2003 22:20

Zitat:

Original geschrieben von Karl
Herr Karl!
Zum Streikrecht und Arbeitsrecht gibt es eine einfache Regelung. Ist es ein genehmigter Streik so hat das Arbeitsrecht darauf keine Wirksamkeit.

und wer genehmigt den?
etwa der betriebsrat?

sicher nicht,daher auch niemand.
den die gewerkschaft ist nichts anderes als ein privatverein.

Guru 17.10.2003 23:02

Zitat:

Original geschrieben von Bardstale
Das ist schon richtig, nur Kollektivverträge schliesst nicht die Arbeiterkammer, sondern die Gewerkschaft mit der jeweiligen Standesvertretung in der Wirtschaftskammer ab.

Bardstale

Das ist Guru aber neu, dass die Gewerkschaft kollektivvertragsfähig sei - noch sind es Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer...

Guru

Guru 17.10.2003 23:15

Zitat:

Original geschrieben von jayjay
ich bezeichne streik nicht als ungesetzlich und habe dies auch nie getan. ich finde streik in einer globalisierten welt lediglich sinnlos und sogar schädlich für die wettbewerbsfähigkeit einer region!
Gerade im globalen Umfeld sind die Grundrechte wichtiger denn je, wollen nicht alle auf das soziale Umfeld des wirtschaftlich schwächsten Gliedes gebracht werden. In einer Welt, in der sich multinationale Unternehmen bereits selber die passenden Gesetze aussuchen, ist es notwendig, dass auch Arbeitnehmer vernetzt und globalisiert gegen solche "Untergriffe" vorgehen. Es kann doch nicht sein, weil es irgendwo auf der Welt ein paar Menschen gibt, die mit niedersten sozialen Standards leben müssen, auch alle anderen Menschen auf diese Standards zu bringen.

Zitat:

in einer geschlossenen nationalen volkswirtschaft haben streiks (mehr oder weniger) sinn gemacht - es wäre dem unternehmen praktisch immer teurer gekommen abzuwandern (als folge davon wurden so auch immer die preise konstant hoch gehalten, vgl. nur telekompreise vor 20 jahren und heute).
mittlerweile sind die migrationskosten ins ausland weit aus geringer. know-how gibt es nicht nur in österreich und gute infrastrukturen hab ich auch schon in anderen ländern gesehen.
dies ist auch der grund, warum die ganze verstaatlichte privatisiert wird - der staat wäre viel leichter zu bestreiken als ein privates unternehmen ...

Die Verstaatlichte zu privatisieren, ist vom Prinzip her sicher kein Fehler. Es aber genau dann zu tun, wenn die Börsen im Keller sind, DAS ist die Dummheit schlechthin.


Zitat:

ich bin für eine soziale abfederung in einem gewissen rahmen, über preise und löhne soll aber grossteils der markt entscheiden. weiters bin ich der meinung, dass in einem funktionierenden unternehmen jeder einzelne mitarbeiter sich auch in den betrieb einbringen kann (zb. prämien für gute ideen usw.) - und jeder unternehmer wäre schlecht beraten würde er seine arbeitnehmer nur als irgendwelche arbeiter sehen (zufriedene mitarbeiter leisten wesentlich mehr als unzufriedene, deshalb ist es auch eine aufgabe des "chefs", für zufriedene, weil produktivere arbeitnehmer zu sorgen). heute ist es nicht mehr zeitgemäss ein unternehmen in arbeiter/angestellte und führungsetage aufzuteilen, die sich ständig eins auswischen.
Wenn die Unternehmen das anerkennen würden, dann hätten wir die Probleme nicht. Solange "Manager" (und Guru schreibt es bewußt in Anführungszeichen) als erstes lernen, das Rationalisierung dann erfolgt, wenn man Leute feuert, solange kann vom vernünftigen Umgang mit Arbeitnehmern nicht gesprochen werden.
Unsere derzeitigen "Manager" haben als erstes das (schon lange überholte) 'Hire & Fire-Prinzip' gelernt. Kann sich noch wer an die letzte IBM-USA-Krise erinnern? IBM hat die Leute nicht gefeuert, sondern einen sehr großen Anteil der Mitarbeiter zu Vertriebsmitarbeitern gemacht - dieser konzentrierte Einsatz hat IBM immerhin wieder in die Spitzenposition gebracht. Intelligente Lösungen sollen Manager beibringen - undnicht einfach nur das Rasenmäherprinzip...

Guru

pc.net 17.10.2003 23:17

Zitat:

Original geschrieben von Guru
Das ist Guru aber neu, dass die Gewerkschaft kollektivvertragsfähig sei - noch sind es Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer...

Guru

Arbeitsverfassungsgesetz (ArbVG)
Zitat:

Kollektivvertragsfähigkeit

§ 4.
(1) Kollektivvertragsfähig sind gesetzliche Interessenvertretungen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer, denen unmittelbar oder mittelbar die Aufgabe obliegt, auf die Regelung von Arbeitsbedingungen hinzuwirken und deren Willensbildung in der Vertretung der Arbeitgeber- oder der Arbeitnehmerinteressen gegenüber der anderen Seite unabhängig ist.

(2) Kollektivvertragsfähig sind die auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhenden Berufsvereinigungen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer, welche
1. sich nach ihren Statuten zur Aufgabe stellen, die Arbeitsbedingungen innerhalb ihres Wirkungsbereiches zu regeln;
2. in ihrer auf Vertretung der Arbeitgeber- oder des Arbeitnehmerinteressen gerichteten Zielsetzung in einem größeren fachlichen und räumlichen Wirkungsbereich tätig werden;
3. vermöge der Zahl der Mitglieder und des Umfanges der Tätigkeit eine maßgebende wirtschaftliche Bedeutung haben;
4. in der Vertretung der Arbeitgeber- oder der Arbeitnehmerinteressen gegenüber der anderen Seite unabhängig sind.

(3) Für Arbeitsverhältnisse zu Vereinen, die vermöge der Zahl ihrer Mitglieder, des Umfanges ihrer Tätigkeit und der Zahl ihrer Arbeitnehmer eine maßgebende Bedeutung haben, sind diese selbst kollektivvertragsfähig, soweit sie nicht für Arbeitsverhältnisse bestimmter Betriebs- oder Verwaltungsbereiche einer kollektivvertragsfähigen Körperschaft der Arbeitgeber angehören.
;)

jayjay 17.10.2003 23:32

Zitat:

Original geschrieben von Guru
Gerade im globalen Umfeld sind die Grundrechte wichtiger denn je, wollen nicht alle auf das soziale Umfeld des wirtschaftlich schwächsten Gliedes gebracht werden. In einer Welt, in der sich multinationale Unternehmen bereits selber die passenden Gesetze aussuchen, ist es notwendig, dass auch Arbeitnehmer vernetzt und globalisiert gegen solche "Untergriffe" vorgehen. Es kann doch nicht sein, weil es irgendwo auf der Welt ein paar Menschen gibt, die mit niedersten sozialen Standards leben müssen, auch alle anderen Menschen auf diese Standards zu bringen.

Guru


ich sag ja lediglich, dass "unsere" gewerkschaften - die nur auf nationaler ebene und äusserst parteipolitisch agieren - schädlich sind. gerade weil andere länder niedrigere soziale standards haben werden unternehmen, die in österreich bestreikt werden ins billigere ausland abwandern.

weiters bin ich der meinung, dass es globale gewerkschaften wahrscheinlich nie geben wird (kann ich mir mal schwer vorstellen).

The_Lord_of_Midnight 18.10.2003 02:01

Zitat:

Original geschrieben von Guru
Das ist Guru aber neu, dass die Gewerkschaft kollektivvertragsfähig sei - noch sind es Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer...

Guru

aua !

http://www.oegb.at/servlet/ContentSe...=1060188968581
Entgegen weit verbreiteter Meinungen gibt es keine gesetzlichen Gehalts- oder Lohnerhöhungen. Auch diese werden bei den Kollektivvertragsverhandlungen von Ihrer Gewerkschaft für Sie ausverhandelt.

The_Lord_of_Midnight 18.10.2003 02:09

wurde zwar von manchen leuten bereits richtig erkannt, aber ich möchte meinen standpunkt auch noch bekanntgeben.

ich habe nichts gegen gewerkschaften. ich finde, das diese nach wie vor wichtig sind und eine lebensberechtigung haben. nur so wie es momentan in österreich gehandhabt wird, das ist ein skandal. reine partei- und machtpolitik.

so kanns nicht sein, denn schließlich zahlen wir doch auch wir privatangestellten regelmäßig unsere beiträge. haben wir da nicht auch ein recht, daß die gewerkschaft sich z.b. für sparsamen umgang mit steuergeldern einsetzt ?

sozusagen wenn eine gruppe ein privileg hat, sollte man sich zuerst dafür einsetzen, daß dieses privileg auch andere bekommen, bevor diejenigen, die bereits fett drinsitzen noch mehr kriegen ? oder umgekehrt, wenn eine gruppe ein ungerechtfertigtes privileg hat, das uns alle teuer zu stehen kommt, sollte man diese privilegien nicht auch als arbeitnehmervertreter verurteilen ?

aber was machen unsere gewerkschaftler ? sie kämpfen weiter für lebenslange arbeitsplatzgarantien für eine kleine extrem privilegierte minderheit. und vergessen dabei, daß sie 3 millionen menschen damit für jahrzehnte verpflichten, für diese minderheit mit ihrem steuergeld geradezustehen. es ist wirklich ein wahnsinn.

Guru 18.10.2003 08:47

Zitat:

Original geschrieben von The_Lord_of_Midnight
wurde zwar von manchen leuten bereits richtig erkannt, aber ich möchte meinen standpunkt auch noch bekanntgeben.

ich habe nichts gegen gewerkschaften. ich finde, das diese nach wie vor wichtig sind und eine lebensberechtigung haben. nur so wie es momentan in österreich gehandhabt wird, das ist ein skandal. reine partei- und machtpolitik.

so kanns nicht sein, denn schließlich zahlen wir doch auch wir privatangestellten regelmäßig unsere beiträge. haben wir da nicht auch ein recht, daß die gewerkschaft sich z.b. für sparsamen umgang mit steuergeldern einsetzt ?

sozusagen wenn eine gruppe ein privileg hat, sollte man sich zuerst dafür einsetzen, daß dieses privileg auch andere bekommen, bevor diejenigen, die bereits fett drinsitzen noch mehr kriegen ? oder umgekehrt, wenn eine gruppe ein ungerechtfertigtes privileg hat, das uns alle teuer zu stehen kommt, sollte man diese privilegien nicht auch als arbeitnehmervertreter verurteilen ?

aber was machen unsere gewerkschaftler ? sie kämpfen weiter für lebenslange arbeitsplatzgarantien für eine kleine extrem privilegierte minderheit. und vergessen dabei, daß sie 3 millionen menschen damit für jahrzehnte verpflichten, für diese minderheit mit ihrem steuergeld geradezustehen. es ist wirklich ein wahnsinn.

Bist Du Gewerkschaftsmitglied?

Guru

jayjay 18.10.2003 10:55

meines wissens sind die gewerkschaften der mit abstand reichste "verein" in österreich mit mehreren milliarden euro gebunkert (es wurde ja 50 jahre lang praktisch nie gestreikt und heute auch nur gerade so lange, dass die gewerkschaftskassen nichts zahlen müssen...).

ein teil dieses geldes würde reichen um einen pensionsfond zu gründen und so das umlageverfahren zu entschärfen. da ein gerechtes pensionssystem auch im interesse der gewerkschaften sein muss fände ich es sinnvoll einen teil des gewerkschaftsgeldes (das ja den millionen mitgliedern gehört) für solche sachen heranzuziehen.

Guru 18.10.2003 13:15

Zitat:

Original geschrieben von jayjay
meines wissens sind die gewerkschaften der mit abstand reichste "verein" in österreich mit mehreren milliarden euro gebunkert (es wurde ja 50 jahre lang praktisch nie gestreikt und heute auch nur gerade so lange, dass die gewerkschaftskassen nichts zahlen müssen...).

ein teil dieses geldes würde reichen um einen pensionsfond zu gründen und so das umlageverfahren zu entschärfen. da ein gerechtes pensionssystem auch im interesse der gewerkschaften sein muss fände ich es sinnvoll einen teil des gewerkschaftsgeldes (das ja den millionen mitgliedern gehört) für solche sachen heranzuziehen.

Du kannst ja an den Gewerkschaftstag einen Antrag stellen, so vorzugehen. Wenn Du dafür eine Mehrheit erhältst, dann wird so vorgegangen.
Nur: der noch viel reichere Verein in Österreich ist die römisch-katholische Kirche. Soll die jetzt auch für ihre Mitglieder einen Pensionsfond gründen? Dann hätten wir schon zwei Fonds.
Wie lösen wir nun das Problem, wenn einer römisch-katholisch UND Gewerkschaftsmitglied ist? Kriegt der dann zwei Fonds?

Guru

jayjay 18.10.2003 13:32

Zitat:

Original geschrieben von Guru
Du kannst ja an den Gewerkschaftstag einen Antrag stellen, so vorzugehen. Wenn Du dafür eine Mehrheit erhältst, dann wird so vorgegangen.
Nur: der noch viel reichere Verein in Österreich ist die römisch-katholische Kirche. Soll die jetzt auch für ihre Mitglieder einen Pensionsfond gründen? Dann hätten wir schon zwei Fonds.
Wie lösen wir nun das Problem, wenn einer römisch-katholisch UND Gewerkschaftsmitglied ist? Kriegt der dann zwei Fonds?

Guru


die kirche ist ja nicht vertreter der arbeitenden bevölkerung ;)

The_Lord_of_Midnight 18.10.2003 17:13

Zitat:

Original geschrieben von Guru
Bist Du Gewerkschaftsmitglied?

Guru

warum nicht ? ich zahl schon solange ich arbeite. nur bin ich zu einer zeit beigetreten wo die situation noch anders als heute war. so wie es momentan lauft, fühle ich mich von der gewerkschaft nicht mehr vertreten. ich überlege auch schon seit einiger zeit auszutreten. nur ist das eine entscheidung, die man nicht so schnell treffen sollte. denn ich kann ja nicht bei jeder positiven aktion der gewerkschaftsführung beitreten und das nächste mal wieder austreten. so ein engagement sollte man langfristig zeigen, vielleicht sogar ein leben lang.

ich bin noch immer der meinung, daß gewerkschaften gut und richtig sind. nur mit der momentanten führung bin ich überhaupt nicht einverstanden.

rückfrage: bist du auch gewerkschaftsmitglied ?


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