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-   -   WCM197: Wann stoppt die EU den Arbeitsplatzexport in die Billiglohnzonen? (http://www.wcm.at/forum/showthread.php?t=108981)

Flink 16.09.2003 01:10

WCM197: Wann stoppt die EU den Arbeitsplatzexport in die Billiglohnzonen?
 
Zitat:

WCM197 schrieb auf Seite 10:

Aber wo bleiben die zielführenden Aktionen der politischen und gewerkschaftlichen Funktionäre, dass wir unseren Lebensunterhalt auch demnächst noch verdienen können?

Das tut weh!

Kevin Shermans, 36, Systemadministrator einer großen Investmentbank, letzte Aufgabe bestand darin, indische "IT-Experten" für die Jobs auszubilden(!), von denen seine Kollegen gekündigt wurden. Und er hatte keine andere Wahl, weil auch in den Staaten der Arbeitsmarkt stagniert, sei Clinton nicht mehr am Ball ist. Nunmehr hat er seinen Job gekündigt, obwohl damit sein 65.000 $-Kontrakt hinfällig ist. Denn nun verlangte man von ihm, die PCs dieser "Experten" wieder in Schwung zu bringen, sobald einer einen Absturz vollbrachte. Schöne Experten. Aber nicht nur dieses Bank bedient sich der sogenannten L-1-Visas, um "preiswertes" Personal zu rekrutieren. Und da sind nicht nur IBM, Hewlett-Packard, Cisco, Oracle, Texas Instruments oder Microsoft dabei. Zwischen Oktober 2002 und März wurden über 28.000 L-1-Visas ausgestellt.
Sunil Mehta, Vizepräsident der NASSCOM, einer SOftwarehandelsfirma in Neu Delhi, weiß, dass seit 1970 1.500.000 US-Jobs an Inder vergeben wurden. Zahlen über Europa wurden bislang nicht veröffentlicht, es wird da aber keineswegs "besser" aussehen.

Wo bleiben bloß die politischen Vertreter, die sich dafür einsetzen, dass die Arbeitsplätze in Europa erhalten bleiben können, und das Heer an Arbeitslosen nicht noch weiter anwachsen muss und den Sozialstaat allmählich überstrapaziert? :confused: :ms:
Es ist echt ärgerlich, dass gut und teuer ausgebildete europäische Computer-Leute sich wegen der Blindheit der europäischen Politiker anderswo eine Arbeit suchen müssen. :motz:

-----
Vielen Dank an den WCM, der sich dieses uns alle betreffenden Themas annimmt! :hallo:

Dr. Acula 16.09.2003 08:22

ganz einfach,selber zum billiglohnland werden.
od noch einfacher gesagt,lohnnebenkosten senken.

aber eins müssen wir uns im klaren sein,die im osten sind wirklich net blöder als wir,od. schon mal nachgedacht warum die auch mit computer umgehen können?

The_Lord_of_Midnight 18.09.2003 02:20

ja, das ist sicher eine der wichtigsten fragen überhaupt in diesen tagen. solange wir keine gemeinsame sache mit den usa machen wird das nix bringen, befürchte ich. denn wenn wir sozial- und umweltstandards setzen, die von anderen nicht eingehalten werden müssen, zu welchem ergebnis wird das führen ? ganz einfach, die arbeitsplätze werden weiter und immer schneller abwandern.

nur ein zusammenschluss oder eine zusammenarbeit aller grossen wirtschaftsblöcke weltweit könnte wirklich effektiv etwas zum wohle aller menschen verändern.

interessanterweise sind bei der beantwortung dieser frage die ganzen oppositionellen immer schmähstad. denn dann müssten sie zugeben, daß das die wirklichen probleme sind, an denen die regierungen auch nicht wirklich schuld sind.

wäre es bei solchen überlebenswichtigen themen nicht entscheidend, daß alle zusammenhalten ? ich habe bis jetzt noch nichts von einer diesbezgüglichen gemeinsamen initiative gehört oder gelesen. konkrete (nicht polemische) hinweise sind natürlich sehr erwünscht.

jayjay 24.09.2003 01:04

gelöscht.

xyladecor 10.10.2003 16:53

auch mir brennt dieses thema nun schon seit jahren
auf der seele!

in kürze werden wir einen europäischen wirtschafts-
raum von fast 500 mio. menschen (!) haben, und lang-
sam, nein ganz rasch notwendig wird es sein, endlich
diesen wirtschaftsraum zu schützen.

es kann nicht sein, dass sich permanennt in allen (!)
branchen die firmen in "billiglohnländer" absetzen,
dort billig wirschaften und produzieren, und dann
diese produkte hier im EWR ohne jegliche konsequenzen
verkaufen können, und dann noch jammern dürfen warum
sie um 0,4 % weniger umsatz haben, sprich die leute
nix mehr kaufen.

mittlerweile ist der EWR so gross geworden, dass kein
unternehmen mehr an diesen markt vorbei kann, denn
einen markt von fast 500 mio. will niemand aulassen,
wenn diese unternehmen also hier waren verkaufen wollen,
dann müssen sie auch hier arbeitsplätze schaffen, all
jenen unternehmen die es vorziehen weiterhin z.b. ihre
reifen in rumänien, albanien, etc. zu produzieren
sollten in zukunft damit rechnen müssen, dass sie bei
der einführ dieser waren einen enormen "strafzoll"
berappen müssen, der das produzieren in diesen ländern
fast zur gänze unattraktiv macht.

ich bin überzeugt, dass sich so ganz schnell wieder
viele unternehmen, ob kleine oder konzerne in der EU
niederlassen und arbeitsplätze schaffen.

ich denke anders kann es nicht gehen, um gegen das
grösste problem in europa, der arbeitslosigkeit,
entgegen zu treten!

The_Lord_of_Midnight 11.10.2003 00:24

prinzipiell sollte das ziel dort hingehen, daß in billiglohnländern auch umwelt- und sozialstandards geschaffen werden. dann müssten wir auch nicht mehr über den schutz unseres eigenen marktes nachdenken. wenn wir versuchen, diese länder weiterhin sozusagen "klein zu halten", ist das langfristig nicht gut. z.b. für unser aller sicherheit.

ein weiteres problem mit dem "dichtmachen der eu-grenzen": was tust du z.b. mit amerikanischen firmen, die in billiglohnländern arbeit einkaufen und dann den eu-markt mit dieser konkurrenz schwer schädigen wenn nicht sogar vernichten würden ? den markt auch gegenüber amerika dichtzumachen wäre meiner ansicht nach unsinnig. denn amerika hat alleine weit mehr als die hälfte des geldvermögens auf der ganzen welt. da würden wir uns selbst mehr schaden, als wir verkraften können.

also ich bin der meinung, ohne amerika werden wir niemals einen weg gegen die abwanderung von arbeitsplätzen finden können.

die frage, wo die politiker mit antworten oder zumindest mit initiativen in diese richtung bleiben, stelle ich mir auch schon lange. nicht mal die opposition, die immer alles besser weiß, getraut sich dieses thema anzuschneiden. ist doch viel bequemer und vor allem machtpolitisch einfacher, wenn man der aktuellen regierung die schuld an allen problemen in die schuhe schiebt. denn sonst könnten vielleicht die leute draufkommen, daß sie überhaupt keinen tau haben, wie man die wirklichen probleme lösen könnte.

DiabloII 11.10.2003 00:48

mit strafzöllen udgl wird man nicht weit kommen viel besser wär es wenn die eu bürger einfach die produkte von firmen die in billiglohnländern produzieren nicht mehr kaufen würden.

über einen umsatzrückgang von 0.4% kann man nich raunzen aber bei 20% wird man wohl umdenken müssen.
aber naja dan müsste man ja ein paar euro mehr ausgeben da nimmt man dann lieber made in malaysia.

The_Lord_of_Midnight 11.10.2003 00:56

und ja, noch was, einen konkreten maßstab für politiker mit einem blick für die zukunft habe ich auch schon:
so ein politiker müsste alles daran setzen, um in billiglohnländern die vielzitierten umwelt- und sozialnormen zu verbessern. das ist wirklich eine priorität 1 aufgabe, der man vieles (aber natürlich nicht alles) unterordnen muss.

damit meine ich natürlich nicht, daß wir mit unseren steuern das sozialnetz für alle armen ländern der welt zu finanzieren haben. das wäre unmöglich und sicher auch nicht sinn der sache.

die positiven effekte wären vielfältig.
beispielsweise:
der menschliche aspekt, daß man das leid der mitmenschen nicht tatenlos hinnehmen muss.
unsere umwelt würde es uns allen danken, wenn z.b. keine dreckschleuder-autos mehr verkauft werden könnten.
und natürlich darf man auch egoist sein: unserer eigenen wirtschaft würde es unendlich gut tun, wenn endlich eine entlastung von der billiglohn-konkurrenz erfolgen würde.

man stelle sich nur vor, was das heißen würde, wenn unsere gewerkschaftler, die jedes jahr milliarden von den mitgliedern kassieren, sich wirklich weltweit genau dort engagieren würden, wo unsere konkurrenz sitzt ! und nicht nur praktisch zu 100% bei uns zuhause, wo eh alles doppelt oder dreifach abgesichert ist. der hauptpunkt des gewerkschaftlichen engagements müsste global gesehen immer dort sein, wo das "schwächste glied der kette" ist.

aber ich träume wohl wieder einmal. das ist natürlich nicht das ziel, wenn man es sich in einem sozialstaat bequem machen will, wo man sich nur ausreichend absichern muss, und milch und honig fließt für alle zeiten. leider nicht, wenn nicht endlich etwas gegen die abwanderung von arbeitsplätzen gemacht wird...

The_Lord_of_Midnight 11.10.2003 01:08

Zitat:

Original geschrieben von DiabloII
mit strafzöllen udgl wird man nicht weit kommen viel besser wär es wenn die eu bürger einfach die produkte von firmen die in billiglohnländern produzieren nicht mehr kaufen würden.

über einen umsatzrückgang von 0.4% kann man nich raunzen aber bei 20% wird man wohl umdenken müssen.
aber naja dan müsste man ja ein paar euro mehr ausgeben da nimmt man dann lieber made in malaysia.

sorry, da kann ich überhaupt nicht zustimmen. natürlich wäre das die einfachste lösung. leider zu einfach. schau dir mal an, wie die leute wirklich sind, nicht wie wir sie gerne hätten. selbstverständlich wird das billigste produkt am liebsten gekauft. das ist so und wird sich nicht so einfach ändern, nur weil wir uns das so wünschen.

genauso falsch finde ich es, wenn einem nichts weiter einfällt, als die unternehmer persönlich dafür verantwortlich zu machen, daß sie in billiglohnländer abwandern. bitte, was sollen sie denn sonst tun ? einer macht den ersten schritt und alle anderen müssen nachfolgen, sonst gehen sie ein. wirtschaft kann nur dann positiv sein, wenn es gleiche bedingungen für alle gibt, und davon sind wir weit entfernt.

die wahren schuldigen sind natürlich einfalls- oder rücksichtslose politiker und bequeme gewerkschaftler, die schnell beim kassieren der großen gehälter und der mitgliedsbeiträge sind, aber nicht wirklich etwas für ihre mitglieder tun. eben leute, denen es nur um ihre persönliche macht und bequemlichkeit geht, aber nicht um das wohl der wähler und mitglieder.

wir werden erst dann einen forschritt machen können, wenn die leute endlich begriffen haben, daß das wahre "schlachtfeld" nicht in unserem sozusagen wohlbehüteten mitteleuropa ist. und wenn unsere vertreter endlich aufhören sich den ganzen tag mit sich selbst zu beschäftigen.

xyladecor 11.10.2003 01:53

ich habe nie behauptet, dass man die USA oder andere länder
die in etwa den gleichen "westlichen standard" haben wie
wir aussperren sollten, das ist komplett falsch.

nur man muss jetzt RASCH etwas tun, und das kann nur lauten
erstmal seinen eigenen wirtschaftsraum und den seiner partner
zu schützen, ansonsten haben all diese zusammenschlüsse keinen
sinn.

was unternehmen tun sollen?, das kann ich dir schon verraten,
endlich damit aufhören einzig und allein der profitgeilheit,
dem dividenausschütungwahn zu unterliegen, heutzutage wandern
unternehmen ab, die statt 20 % gewinn "nur" 15 % gewinn machen
und entlassen mit einem schlag mal 300 mitarbeiter!, das kann
es nicht sein, bei aller liebe nicht!

natürlich müssen wir jene länder, die jetzt billiglohnländer
sind unterstützen, und dies sollte auch weiterhin getan werden,
aber das sich am rücken von millionen arbeitslosen konzere
in diesen ländern eine goldene nase verdienen kann es auf
dauer und wird es auf dauer auch nicht sein.

mann muss ja die strafzölle nicht so ausrichten, dass es
komplett unmöglich ist dort zu produzieren, da muss man
einfach einfallsreich und fexibel sein, aber dass grosse
konzere, aber leider auch schon viele mittelbetriebe
dort ungehindert produzieren lassen und dann dieses zeugs
in den westlichen wirtschaftsraum zu befördern und fürs
teure geld verkaufen, das darf nicht recht sein.

der vorschlag einfach jene produkte die aus diesen ländern
kommen nicht zu kaufen ist schwachsinn, mann kann dies im
einzelnen ja versuchen, was ich im übrigen auch tue, aber
erstens ist es für den einzelnen fast unmöglich so zu handeln,
und zweitens haben die letzten jahre gezeigt, dass dies in
der masse nicht getan wird, sprich da kein effekt entsteht.

leider stimmt es, dass kaum ein politiker in kaum einen land
dieses thema tatsächlich angreift, das ist der grösste
jammer, da werden millionen euro als "wachstumsankurbler"
ausgegeben, ohne zu merken, dass das nix bringt.

The_Lord_of_Midnight 11.10.2003 02:02

bei den wünschen bin ich zu 100% bei dir. nur ich muss dir wirklich unterstellen, daß das reines wunschedenken ist. du kannst einen unternehmer nicht zu einem gewerkschaftler machen oder umgekehrt. jeder von beiden soll seine arbeit machen, aber um gottes willen nicht dem anderen vorwerfen, daß er nicht die eigene arbeit erledigt hat. solche aussagen von bestimmten verantwortlichen leuten zeigen eigentlich nur, daß sie völlig hilflos sind. sowas zeigt nur, daß die betreffende person zwar ihr gehalt kassiert hat, aber nichts dafür getan hat.

zum thema strafzölle hätte ich eine alternative oder ergänzung: man könnte sozusagen ein rating einführen. jedes land muss je nach ökosozialem status bestimmte exportabgaben leisten. dadurch könnte man den vorteil der billiglohnländer ausgleichen, aber auf der anderen seite auch wirkliche gewichtige impulse schaffen, damit diese länder sich möglichst schnell weiterentwickeln.

nur wie soll das funktionieren, wenn nicht einmal die usa solche standards erfüllen ? :(

wo bleiben die politiker, die wirklich bereit sind, für die zukunft unserer gemeinsamen welt etwas zu arbeiten ? ich seh keinen einzigen :(

die frage und das problem ist klar. die antwort darauf wäre eigentlich auch nicht so schwer. nur irgendwie ist alles ganz still. bzw. hektisch, aber in den falschen bereichen. :(

DiabloII 11.10.2003 02:32

genau so wenig sind politiker so wie wir sie wollen.
die politker der billiglohnländer und die firmenchefs werden zu verhindern wissen das umwelt- und sozialnormen angepasst werden.
und unsere politiker werden sich weiter nicht trauen das heisse eisen anzufassen oder am widerstand scheitern.

und natürlich haben die meisten firmen(einige ausnahmen gibts ja) keine andere wahl. aber sollten die leute wirklich vermehrt eu wahren oder von vergleichbarer herkunft kaufen so hätten sie eine wahl weil die leute müssen ja dan auch etwas kaufen.

drauf zu warten das irgendjemand was ändert und zu diskutieren is noch einfacher. und nur weil es nicht genug tun ist es kein schwachsinn, das wär ja wie nicht wählen.

edit:
viel schöner wärs natürlich wenns so wie von lom beschrieben passieren würde. vorallem langfristig und für die billiglohnländer. aber ich glaube auf so etwas müssen wir noch sehr lange warten.

Flink 11.10.2003 09:13

Zitat:

Original geschrieben von DiabloII
unsere politiker werden sich weiter nicht trauen das heisse eisen anzufassen oder am widerstand scheitern.
Warum trauen sich die mächtigen EU-Politiker nicht an dieses Thema, sondern fördern durch ihre Beschlüsse sogar die Öffnung des EU-Wirtschaftsraums? Sie passen sich einfach an die Forderungen der Großkonzerne an und verlieren dabei etliche Steuereinnahmen, wenn die Produktion abwandert. Es sieht so aus, als bekämen die EU-Politiker später einen guten Posten in einem Großkonzern bzw. sie hoffen auf solche Posten. Es bräuchte also Politiker, die nicht in Hinblick auf ihre eigene spätere Karriere in Großkonzernen ihre Beschlüsse fassen und internationale Verträge abschließen.
Zitat:

der vorschlag einfach jene produkte die aus diesen ländern
kommen nicht zu kaufen ist schwachsinn, mann kann dies im
einzelnen ja versuchen, was ich im übrigen auch tue, aber
erstens ist es für den einzelnen fast unmöglich so zu handeln,
und zweitens haben die letzten jahre gezeigt, dass dies in
der masse nicht getan wird, sprich da kein effekt entsteht.

Ich habe mir selber bereits vorgenommen, keine Produkte 'Made in China' mehr zu kaufen. Jedoch schaffe ich es vielfach nicht, weil bei den Produkt-Beschreibungen eine amerikanische oder europäische Firma genannt wird (Markenname), und ich bei Bestellungen über das Internet erst nach dem Erhalt des Produkts auf der Rückseite das Herstellungsland China ablesen kann. Meist wird auch nur das Verpackungsland (Italien) angeführt und das Erzeugerland fehlt überhaupt.

XAVER 11.10.2003 12:57

Globale Wirtschaft
 
Politiker sind nur die System Admins die wahre macht ist die Wirtschaft .Das Wirtschaftbestreben zur Zeit das da heißt minimaler Aufwand bei größtem Gewinn.Und dabei ist in der IT Branche Asien nicht mehr der günstigste Markt .Da ist die ehemalige Sovietunion und die Ostblockländeer auf der Überholspur.IBM Deutschland läßt via Satellit Servicearbeiten durchführen.Die Benz Daimler Tochter Debis läßt in St. Peterbug Programme erstellen u.s.w.
Das Problem ist die Steuerflucht der Großkonzerne und Mittelbetriebe
ins Steuergünstigere Ausland.
Ich weiß nur Daten von BMW:
1988 Steueraufkommen in Deutschland 545 Milli. DM
1992 nur noch 31 Milli.Dm
1993 wies BMW trotz steigender Gewinne und unveränderter Dividende-im Inland sogar Verluste aus und ließ sich 32 Milli.Dm vom Finanzamt zurückerstatten.Aufwendungen werden dort getätigt wo die Steuern am höchsten sind und die Gewinne ins Steuergünstige Ausland verschoben.
Außerdem wir alle übernehmen doch widerspruchslos seit Jahren amerikanische Gebräuche und da gehört Taglohn eben auch dazu nicht nur MC -Donald und Counter stricke.
Das Zeitalter der globalen Wirtschaft heißt Brutalität am Arbeitsmarkt und kein Job ist mehr sicher.
Außer man denkt um und wird Energie so verteuern das die händische Arbeit günstiger als maschinelle Produktion wird dann gibts sicher wieder genug Jobs.:heul:

xyladecor 11.10.2003 21:08

bei all diesen aspekten wird mir richtiggehend übel und
schwarz vor den augen zugleich!

und als konsument produkte aus gewissen ländern nicht
mehr zu kaufen soll unsere einzige option sein?, bei
all diesen vorraussetzungen sieht es fast danach aus,
da stösst es einem ja gleich nochmals auf.

maxb 12.10.2003 00:23

nur eine Anmerkung


in China gibt es auch schon extrem viele Arbeitslose

Flink 15.10.2003 00:05

WCM198 - S. 12: Outsourcing nach Indien
 
Zitat:

Nicht weniger als 20% ihrer IT-Budgets wollen deutsche Konzerne nach Indien auslagern.
Das entspricht einer Summe von 14 Euromilliarden jährlich. Milliarden, die nicht im Inland verdient und ausgegeben werden können.
Dass dies auch 14 Milliarden geringerer Eigenumsatz ist, ist all den weltgewandten Superbossen noch nicht aufgefallen. Aber vielleicht haben sie sich zum Ausgleich an den indischen Firmen beteiligt?
Denn da gibt es Renditen zwischen 25 und 28%. Angeblich sogar risikolos.
Hier fehlen ja noch die Euromilliarden, die in Russland und China investiert werden.
Früher hatten die deutschen Konzerne sehr stark in Österreich investiert und hier zur Schaffung von Arbeitsplätzen beigetragen. Die deutsche Autoindustrie wandert jetzt allmählich nach China ab.
Da bleibt dann die Frage, in welchen Gebieten die Europäer in der nächsten Zukunft dann noch ihr Geld verdienen wollen? :confused:
Und natürlich die Frage, ob die Firmenchefs damit rechnen, dass die Inder sich dann die von ihnen erzeugten Produkte leisten werden können oder träumen sie weiterhin von Europa als Absatzmarkt? :confused:

xyladecor 15.10.2003 01:46

ich denke diese wahnsinnigen denken das in aller
deutlichkeit, denn solange auf EU-ebene diesbe-
züglich unternommen wird, werden sie das wohl auch
beinhart durchziehen.

bin schon gespannt wann und welches unternehmen
als erstes am "steuerfreien" mond produzieren
wird, das wird dann in 30 jahren so kommen...

ciao ciao

maXTC 18.10.2003 12:54

es geht auch anders...

Zitat:

AT&S noch heuer aus Ungarn weg
Der steirische börsenotierte Leiterplattenproduzent AT&S mit Sitz in Leoben-Hinterberg will sich noch in diesem Jahr aus Ungarn zurückziehen. Die ungarische Produktion soll in das Klagenfurter Werk zurückverlagert werden.

Unsichere rechtliche Bedingungen
AT&S-Aufsichtsratschef Hannes Androsch gab als Grund die schlechten und unsicheren rechtlichen Rahmenbedingungen in Ungarn an. Dadurch würde die Produktion trotz der günstigeren Lohnkosten teurer sein, weil immer wieder zusätzliche Kosten anfallen.
http://steiermark.orf.at/oesterreich...el=8&id=288672

The_Lord_of_Midnight 18.10.2003 17:05

ja, solche meldungen sind balsam auf die seele und geben hoffnung für die zukunft.

Flink 19.10.2003 10:54

Ford investiert kräftig in China - FAZ vom 18.10.2003
 
Aus der FAZ vom 18.Oktober 2003:
Zitat:

Der amerikanische Automobilhersteller Ford Motor Co. will mehr als eine Milliarde Dollar in China investieren. Erst zu Wochenbeginn hatte Ford-Chairman William Clay Ford angekündigt, seine Fertigung in Südostasiens Automobilmetropole Thailand gemeinsam mit Partner Mazda Motor Corp. für rund 500 Millionen Dollar auszubauen. Die Produktion solle damit von 135 000 auf mehr als 200 000 Einheiten jährlich aufgestockt werden. "Die automobile Zukunft Chinas strahlt, und wir werden in vollem Maße an ihr teilhaben", sagte Ford.
Werden alle Planungen und Ankündigungen der weltweiten Hersteller in die Tat umgesetzt, summierte sich die existierende, gerade im Bau befindliche und zugesagte Produktionskapazität zwischen 2007 und 2009 auf dann 15 Millionen Einheiten. Im vergangenen Jahr war die Herstellung von Personenwagen in China um 55 Prozent angestiegen, der Absatz zog auf mehr als eine Million Einheiten an. In der ersten Jahreshälfte verdoppelte sich die Produktion von Personenwagen und dürfte im Gesamtjahr 1.8 Millionen Einheiten erreichen.
Weitere Autohersteller, die in China produzieren: Daimler-Chrysler, BMW, General Motors, Volkswagen
Angesichts des massiven Arbeitsplatz-Abbaus in Europa bahnt sich eine Wirtschafts-Katastrophe für Europa an. Die Renten-Kassen Deutschlands sind jetzt schon leer. Die Chinesen erhalten kostenlos das Know-How für die Herstellung von Autos und anderem, und können ihre Waren nun kostengünstiger nach Europa transportieren. In Europa hätten diese Firmen große Subventionen verlangt, wogegen sie in China zu Konzessionen bereit sind. Im Sog der Abwanderung der Autoindustrie werden viele andere Firmen nachziehen müssen. Obwohl die politische Lage in China nach wie vor unsicher ist (Enteignungen wären möglich), investieren die Großkonzerne in diesem kommunistischen Land und bewirken dort ein großes Wirtschaftswachstum (9 % in diesem Jahr, ohne lästige Umweltauflagen etc.).

Flink 31.10.2003 01:11

GFT kauft indisches Softwareunternehmen
 
Zitat:

Aus FAZ vom 30.Oktober 2003:
GFT Technologies AG, St. Georgen. Der Spezialist für E-Business hat ein Softwareunternehmen in Indien gekauft. Die eQuadriga Software Private Limited mit Sitz in Trichy in Südindien beschäftigt nach Angaben von GFT 68 Mitarbeiter, die vor allem über Expertise im Bereich moderner Internettechnologien verfügen und Erfahrungen aus der Produktentwicklung im Bereich "Intuitives Lernen" haben. Die Softwareentwickler haben bereits in den vergangenen drei Jahren Lernprogramme für den Stuttgarter Klett-Verlag produziert - künftig werden sie durch GFT mit der Weiterentwicklung dieser Materialien für Klett betraut sein. Daneben sollen sich die indischen Spezialisten dem technologischen Umbau zweier Softwarelösungen von GFT annehmen, heißt es. GFT hat im ersten Halbjahr einen Umsatz von 70.6 Millionen Euro erziel und im Verlauf des zweiten Quartals auf GBasis des Ebitda nach 18 Verlustmonaten die Gewinnschwelle erreicht. Um die Kosten zu senken, betreibt GFT vom Standort im Schwarzwald aus vor allem das Projektmanagement, während der Großteil der Softwareentwicklung in Spanien und Ungarn bewältigt wird. Großaktionäre des Unternehmens sind neben der Familie des Gründers und Vorstandschefs Ulrich Dietz die Deutsche Bank sowie die Post. (sup.)
Während die deutschen Softwareentwickler und Administratoren zunehmend in die Arbeitslosigkeit abschlittern, dürfen sich die Kollegen aus Indien über neue Aufträge freuen. Das ist es, wie sich Großaktionäre Kostensenkungen vorstellen. Auf diese Weise wird die Gewinnschwelle für das Unternehmen erreicht, während diese Entwicklung eben zu einigen Kündigungen in Deutschland führen muss. Die europäischen Staaten werden infolge dieser Arbeitsplatzexporte niemals mehr die Gewinnschwelle erreichen können. Jede noch so mühsam herbeigeführte Budget-Konsolidierung wird letztlich nichts bringen, wenn die Europäer arbeitslos werden.


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