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TheltAlpha 29.06.2003 18:46

So,
 
jeder der noch an diese Regierungskindermärchen wie "Der Staat kann sich keine Pensionen leisten" oder "aufgrund der demographischen Verhältnisse ist das Umlageverfahren unbrauchbar geworden" soll den Artikel aus dem gestrigen Standard lesen, der auch hier zu finden ist: Zum Artikel; danach eher rechts unten auf "Eine kleine Pensionenmythologie" klicken und dann nocheinmal.
Nach Lektüre des Artikels ist diese "Pensionsreformdebatte" wohl ein für alle mal beendet!


Dimitris

The_Lord_of_Midnight 29.06.2003 22:28

Zitat:

Original geschrieben von brigh



Stimmt!

Das Kindergeld hat für mich auch ganz den Beigeschmack, dass Frauen doch lieber zu hause bei den Kindern (unbedingt Mehrzahl!) sein sollten. Ich unterstelle unserer Regierung einfach mal, dass sie ein Weltbild vertritt in dem das Leben ungefähr so aussieht:
In der glücklichen Familie mit mehreren Kindern bringt der Mann das Geld heim. Die Frau versorgt die Kinder, macht die Hausarbeit und unterstützt ihren Mann wo es nur geht bei seiner Karriere. Abgesehen davon soll sie gut aussehen, damit ihr Mann sie auch 'herzeigen' kann. Zum Beispiel wenn am Sonntag alle gemeinsam in die Kirche gehen. Angenehmer Nebeneffekt: sie erwirbt dabei keinen Pensionsanspruch und kostet später kein Geld. (Oder ist das mittlerweile anders? - ich weiß es nicht.)

Wenn ich den Gedanken weiterpinne kommt mir noch eine schreckliche Idee:
Ausbildung wird ja auch immer teurer. Die Studiengebühr wirkt sich dahingehend aus, dass eher die Kinder reicher Eltern studieren. War es nicht früher schon mal so, dass sich Familien nur für ein Kind (wenn überhaupt) eine gute Ausbildung leisten konnten? Dann war es doch so dass der (älteste) Sohn studieren durfte. Töchter wurden verheiratet. Ich hätte eigentlich gehofft, dass solche Zeiten ein für alle mal vorbei sind.


Das hatte jetzt eigentlich nichts mit der Überalterung zu tun. Oder eigentlich doch - wenn man das Problem mal von der Seite angeht, dass es nicht zu viele alte Menschen gibt, sondern zu wenig junge.

Gruß
brigh

wie kommst du darauf, daß durch eine gute familienförderung die frauen zu irgendetwas gezwungen werden ? hast du schon einmal überlegt, daß die familienförderung vielleicht die einzige chance ist, daß du auch einmal eine pension bekommst ? was ist deine alternative bzw. die der opposition ? wir bekommen überhaupt keine kinder mehr und ergötzen und nur mehr an geld und konsum ? ehrlich gesagt ist das für mich eine erbärmliche vision.

wie kommst du auf die schwachsinnige idee, daß die studiengebühren, die reiche zahlen, arme leute, die sie *NICHT* bezahlen davon abhalten könnte, zu studieren ?

bei solchen argumenten kann jeder klardenkende mensch erkennen, daß es dir nur um (oppositions) parteipolitik geht.

oder wenn es dir nicht um oppositionspolitik geht, muss ich dir unterstellen, daß du z.b. das system der studiengebühren überhaupt nicht verstanden hast.

The_Lord_of_Midnight 29.06.2003 23:26

Re: So,
 
Zitat:

Original geschrieben von TheltAlpha
jeder der noch an diese Regierungskindermärchen wie "Der Staat kann sich keine Pensionen leisten" oder "aufgrund der demographischen Verhältnisse ist das Umlageverfahren unbrauchbar geworden" soll den Artikel aus dem gestrigen Standard lesen, der auch hier zu finden ist: Zum Artikel; danach eher rechts unten auf "Eine kleine Pensionenmythologie" klicken und dann nocheinmal.
Nach Lektüre des Artikels ist diese "Pensionsreformdebatte" wohl ein für alle mal beendet!


Dimitris

ich wollte mir den artikel durchlesen, allein schon deswegen, weil ich gerne viele verschiedene standpunkte kennen will. nur finde ich den jetzt leider nicht. kannst du noch mal checken, wo sich dieser jetzt befindet ? aber ich wehre mich dagegen, daß nur weil irgendjemand beim standard irgendeine ansicht hat, sofort alle dieser ansicht folgen müssen. mit welcher begründung soll der standard die allein wissende und allein glücklichmachende institution sein ? damit will ich nicht sagen, daß ich nicht gerne deren meinung lesen will.

The_Lord_of_Midnight 29.06.2003 23:38

so, jetzt habe ich den beitrag gefunden, unter album.

na, eine ärgere fear, uncertainty and desinformation kampagne kann man sich fast gar nicht vorstellen ! alleine schon die schwachsinnige behauptung, unsere einkommen würden sich in den nächsten jahren verdoppeln ist derartig weltfremd, daß sie stark nach einem realitätsfernen linken klingt. (nein, damit behaupte ich nicht, daß ALLE linken realitätsfern sind, aber es gibt doch einige, die am mond leben)

haben diese leute eigentlich nicht begriffen, daß wir gerade einen massiven einschnitt in unsere erfolgsverwöhnte wachstumsgeselltschaft akzeptieren müssen ? haben die noch nichts vom aktuellen trend und von der schwerstwiegenden konkurrenz durch billiglohnländer gehört ? von den dort nicht vorhandenen umwelt- und sozialstandards ?

wie lautet die antwort des standard auf diese brennende frage für unsere zukunft ?

mit hemmungslosem "hurra, wir werden die verchwendungssucht der vorigen generation noch bei weitem übertreffen", werden wir sicher keine zukunft haben.

brigh 30.06.2003 19:56

Zitat:

Original geschrieben von The_Lord_of_Midnight

1.)
wie kommst du darauf, daß durch eine gute familienförderung die frauen zu irgendetwas gezwungen werden ?
2.)
hast du schon einmal überlegt, daß die familienförderung vielleicht die einzige chance ist, daß du auch einmal eine pension bekommst ?
3.)
was ist deine alternative bzw. die der opposition ?


4.)
wie kommst du auf die schwachsinnige idee, daß die studiengebühren, die reiche zahlen, arme leute, die sie *NICHT* bezahlen davon abhalten könnte, zu studieren ?


ad 1.) Hab ich nicht behauptet. Was ist denn eine gute Familienförderung?

ad 2.) Nein hab' ich nicht. Soll mir das zu einer Pension verhelfen weil mehr Kinder auf die Welt kommen, die dann meine Pension zahlen? Was ist denn mit den Frauen die die Kinder kriegen? Wird ihnen die Kindererziehungszeit irgendwie angerechnet (ein bisschen glaube ich, aber wohl kaum genug für eine Pension von der man leben kann) - oder sind sie davon abhängig, dass sich jemand um sie kümmert?

ad 3.) Ich bin froh, dass ich kein Politiker bin und darauf keine Antwort wissen muß.

ad 4.) Es ist für (normal verdienende) Eltern mit Sicherheit eine finanzielle Belastung wenn sie studierende Kinder unterstützen. Da muß man nicht besonders arm und unterstützungswürdig sein. Es ist schon ein Unterschied ob ein Kind eine Lehre macht und mit 18 finanziell auf eigenen Beinen steht, oder ob es ein Studium anfängt und nur ein bisschen was dazuverdienen kann. Da kann so eine Studiengebür schon der Tropfen auf den heißen Stein sein!
Allerdings: kombiniert mit einen vernünftigen Stipendiensystem könnte ich mir Studiengebühren auch vorstellen. Auf jeden Fall kann man Geld nur für eine entsprechende Leistung verlangen.

The_Lord_of_Midnight 30.06.2003 23:15

Ich glaub du hast es immer noch nicht verstanden. Sozial Bedürftige bezahlen keine Studiengebühren. Wie um alles in der Welt kann dann eine Studiengebühr eben diese vom Studieren abhalten, wenn sie sie gar nicht zahlen müssen ?

Zum Thema Stipendium: http://www.help.gv.at
Das "Normalstipendium" dürfte in etwa bei 600 Euro monatlich sein, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe. Soweit ich gelesen habe, ist das höchstmögliche Stipendium 1000 Euro.

brigh 01.07.2003 18:53

Hi,
da mußte ich natürlich jetzt nachschauen wie viel es wirklich ist... (ich wußte es nämlilch auch nicht)

Naja, die Höchststudienbeihilfe sind € 424,- monatlich. Wenn man Vollwaise ist, oder am Studienort wohnen muß (weil man nicht von den Eltern aus pendeln kann) oder vorher mindestens 4 Jahre für sich selbst gesorgt hat , oder selbst Kinder hat (und ein paar Kriteien gibt es noch). Dann kann man maximal € 606,- im Monat bekommen. Dazu muß man dann aber aufpassen dass man nebenbei nicht zu viel verdient, sonst ist sie ganz schnell wieder weg, die Beihilfe.

Ich habe jetzt leider auf die Schnelle nicht rausgefunden wie viele Prozent der Studenten eine Beihilfe bekommen. Ich glaube aber mich zu erinnern, dass es um die 10% sind. Man muß nämlich ziemlich bedürftig sein um da was zu kriegen und dadurch in weiterer Folge auch von der Studiengebühr befreit zu werden. Wie hoch die Durchschnittliche Beihilfe ist habe ich auch nicht gefunden.


Ich glaube nicht, dass es den Studenten "hinten reingeschoben" wird, ehrlichgesagt .

sg
brigh

Cindy 01.07.2003 19:05

Zitat:

Original geschrieben von The_Lord_of_Midnight
Ich glaub du hast es immer noch nicht verstanden. Sozial Bedürftige bezahlen keine Studiengebühren. Wie um alles in der Welt kann dann eine Studiengebühr eben diese vom Studieren abhalten, wenn sie sie gar nicht zahlen müssen ?
mooooment, so is ja nicht. jeder studierende muss erst mal die studiengebühren bezahlen. und DANN kann er einen antrag auf rückerstattung stellen. und der wird dann VIELLEICHT genehmigt.
oder auch nicht.

pc.net 01.07.2003 19:08

Zitat:

Original geschrieben von Cindy
oder auch nicht.
das eher :rolleyes::o

The_Lord_of_Midnight 01.07.2003 20:26

ich hab meine informationen von da:
http://www.help.gv.at/16/Seite.160000-17431.html
Beihilfen und Unterstützungen
Studienbeihilfe

Studienbeihilfe
Auf staatliche Studienbeihilfe besteht ein Rechtsanspruch.

Zielgruppe:

* österreichische StaatsbürgerInnen
* EWR-BürgerInnen (unter bestimmten Voraussetzungen)
* AusländerInnen, die in Österreich mit zumindest einem Elternteil für fünf Jahre einkommensteuerpflichtig waren
* Konventionsflüchtlinge

Voraussetzungen:

* soziale Bedürftigkeit
o Bestimmungsgrößen dafür sind Einkünfte und Familienstand des/der Studierenden, seine/ihrer Eltern und seiner Ehegattin bzw. ihres Ehegatten.
* günstiger Studienerfolg
o ist für einzelne Studienrichtungen unterschiedlich, muss nach zwei Semestern jedenfalls vorgelegt werden
* Beginn des Studiums vor Vollendung des 30. Lebensjahres
o Ausnahme: SelbsterhalterIn bis max. 35. Lebensjahr
* kein abgeschlossenes Studium bzw. kein Abschluss einer gleichwertigen Ausbildung
o Ausnahme: Doktoratsstudium, wenn es innerhalb von 12 Monaten nach dem Diplomstudium aufgenommen wird
* höchstens zwei Studienwechsel nach maximal zwei Semestern einer Studienrichtung
* Einhaltung der im Studienförderungsgesetz (StudFG) vorgesehenen Studienzeiten
o d.h. grundsätzlich: gesetzliche Studienzeit plus ein Toleranzsemester pro Abschnitt

usw. usf.

so wie es manche leute formulieren, hört es sich so an, als ob bei der studienbeihilfe eine willkür der behörde vorherrschen würde. wenn man bedenkt, daß auf studienbeihilfe ein rechtsanspruch besteht, kann das sicher nicht so sein. das kann nur heißen, daß in österreich sehr viele leute doch (zumindest einen gewissen) wohlstand genießen. und das kann doch nichts negatives sein, oder ?


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