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Don Manuel 09.02.2009 08:29

Irgendwie scheint für LoM die merkwürdige Formel zu gelten Staat = Kommunismus = Diktatur.
Und dann noch mehrdimensionales Denken einfordern, genau, Toni!

LouCypher 09.02.2009 08:44

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 2345041)
Das ist vielleicht die einzige Chance! Wenn es einmal auch jene trifft, die es (mit)-verursacht haben. Wenn dann die Spielwiese für ihre Spekulationen nicht mehr existiert...


Genau das passiert doch, überall steigen die arbeitslosenzahlen, überall steigen die staatsausgaben, somit werden über kurz oder lang die steuern steigen, und damit trifft es die verursacher nämlich alle die die zb.

-ihr auto bei der billigsten versicherung versichern
-sofort die bank wechseln wenns wo um 0,1% mehr zinsen gibt
-gleich den Povider wechseln wenn einer billiger ist

usw.

die ganze "geiz ist geil" gesellschaft bekommt damit eine am deckel ist doch perfekt.

TONI_B 09.02.2009 08:49

Ich habe aber weniger die kleinen Leute (Gauner?) gemeint als jene Manager, "Börsengurus" usw., die jetzt auch um die eigene Existenz fürchten müssen.





Auch wenn mir LoM immer wieder andere Aussagen unterstellt: es gibt sicher genug Manager, die verantwortungsvoll handeln, die schauen, das Arbeitsplätze erhalten bleiben usw. Aber viele ganz große kann man wohl nur als Gauner bezeichnen...

Don Manuel 09.02.2009 09:09

Toni, was die Differenzierung kleine Leute/Manager betrifft, will ich Dir mal saftig widersprechen und mich etwas auf Lous oder LoMs Seite schlagen, und ich hätte es eigentlich selbst in einem Posting auch schon untergebracht:

Der große mentale Unterschied zwischen Leuten mit und ohne Macht existiert nicht.

Die Manager und die kleinen Leute haben, alle in ihrem Einflussbereich, den gleichen Geisteshaltungen der kurzsichtigen Gewinnmaximierung gefrönt, im Grunde auf Basis der gleichen Formel, die da lautet "Ich bin doch nicht blöd". Solange z.B. eine Mehrheit wirtschaftlich durch Umweltzerstörung prosperiert, gilt der einzelne weitblickende ökologisch handelnde Mensch als Depp. Und dieses Prinzip lässt sich ebenso auf Staaten wie Firmen übertragen.
Geradezu ein Beweis für den fetten Satz findet sich imho am besten am Beispiel einer sogenannten Revolution: die sich als Anführer der unterdrückten Massen aufschwingenden sind nach etwaiger Machtergreifung noch alle den gleichen Mechanismen verfallen, die sie vorher bekämpften - und wiederum nicht, weil das in erster Linie so letztklassig schlechte Menschen sind, sondern weil jedes Volk die Regierung bekommt, die es mehrheitlich erdenken kann. In meiner Auffassung ist auch eine Diktatur eine quasi Demokratie des Nichtaufstandes. Nur der Aufstand alleine ist noch kein funktionierender Bewußtseinswandel eines Volkes: alle glauben zu wissen, einig zu sein, wogegen man sei, und vergessen dabei, dass damit noch keine Einigung für etwas begründet wird.

TONI_B 09.02.2009 10:06

Im Grund genommen kann ich dir auch recht geben. Aber: bei allen Revolutionen haben danach EINZELNE wiederum die Macht an sich gerissen und die, die die Revolution getragen haben, sind wieder auf der Strecke geblieben.

Dass es beim jetzigen Dilemma natürlich eine Mitschuld aller jener gibt, die das System "Geiz ist geil" ausreizen, ist auchklar.

Weiters ist mir auch klar, dass man sich diesem System defakto auch nicht gänzlich entziehen kann! Wenn ich mir ein Produkt kaufe, dass eigentlich sinnvoll ist, dass ich mir leisten kann und auch leisten könnte, wenn es wesentlich teurer wäre - dieses aber nur in China hergestellt wird, wo vielleicht Menschrechte, Umweltschutz, Arbeiterschutz etc. viel zu kurz kommen. Da kann ich durch einen Kaufverzicht genau nichts bewirken.

Don Manuel 09.02.2009 10:27

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 2345173)
Da kann ich durch einen Kaufverzicht genau nichts bewirken.

Genau bei diesem Gedanken solltest Du einmal innehalten:
Ok, Dein Verzicht "bewirkt" nicht viel, das würde er erst in der Masse. Auf die hast Du keinen Einfluss. Glücklicherweise, denn die Verantwortung würde Dich als denkenden Menschen ohnedies erdrücken.
Aber vielleicht hat bei dieser Deiner Entscheidung nicht die Frage Deines "Bewirkens", also wiederum das Ausmaß Deiner MACHT Priorität, sondern vielmehr das Ausmaß Deines Bewusstseins für VERANTWORTUNG basierend auf Deinem persönlichen Erkenntnisstand.
Und da eben die Masse der Konsumenten hier die Macht hat, etwas zu verändern, folgt daraus, dass die Macht auf der Entwicklung des Bewußtseins für Verantwortung beruht und die Entwicklung durch die Verbreitung von Information geschieht. Eigentlich seit der Steinzeit.
Du hast da als Lehrer ja eine schöne gesellschaftliche Aufgabe in diesem Sinn, vielleicht eine der wesentlichsten, und im allgemeinen bin ich, seit ich begriffen habe, was Internet ist, in dieser Frage eigentlich recht optimistisch:
Zu unseren großen globalen Schwierigkeiten, der Korrektur von schwerwiegenden Fehlern unserer Zivilisationsentwicklung, gesellt sich glücklicherweise zur rechten Zeit die Errungenschaft einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit der Verbreitung von Information, das Informationszeitalter in all seinen Facetten.

Alex1 09.02.2009 11:19

Zitat:

Zitat von Guru (Beitrag 2345073)
...

Da lobt sich Guru doch Wirtschaftsmanager, die zB. wie Guru der Meinung sind, dass es primär auch ohne Entlassungen ("Freisetzung" :kotz: ) von Personal möglich sein muss, ein Wirtschaftsunternehmen anzukurbeln. Weil es genau diese Manager auch in Wirklichkeit gibt. Beispiele können gern nachgefragt werden...

LG
Guru

Gut, dass du das schreibst. Ich kenne persönlich den Besitzer eines doch recht großen Betriebes (ca. 600 Mitarbeiter), und der setzt alles daran, dass es seiner Firma gut geht. Und das bedeutet nicht, das Unternehmen auszupressen wie eine Zitrone.

The_Lord_of_Midnight 09.02.2009 11:22

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 2345133)
Dann fang doch endlich selber einmal an damit!

Das ist genau dein Problem.
Weil es in deiner persönlichen Wahrnehmung so ist, meinst du daß es bei allen anderen auch so sein muss.

Jetzt könnten wir unseren ausgebildenten Soziologen, den Don Manuel, auch noch fragen, welches Gebiet in der Sozilogie sich mit dieser Problematik befasst ;)

Don Manuel 09.02.2009 11:32

Lieber LoM, was Dir als Ausbildung erscheint, ist für mich persönlich eigentlich nur Allgemeinbildung ;)

The_Lord_of_Midnight 09.02.2009 11:34

Ach weisst du, es ist nicht so wichtig, wie man was lernt oder ob man ein Zertifikat hat.
Es ist nur wichtig, daß man sich zeit seines Lebens mit neuen Dingen beschäftigt und sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruht.


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