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Don Manuel 23.03.2009 08:50

Zitat:

Zitat von LouCypher (Beitrag 2353089)
...
PS: ich will nicht in einer gesellschaft ohne drogen leben, genausowenig wie in einer religiösfanatischen gesellschaft.

Dem stimme ich allerdings genauso zu und möchte noch die Frage aufwerfen, warum Drogen vor allem eine männliche Geschichte sind.
Ich behaupte, das hat etwas mit der unterschiedlichen sexuellen Leistungskraft des Mannes gegenüber der Frau zu tun. In einer monogamen Gesellschaft kommt es zu einer Unausgelastetheit des Mannes und imho dienen Drogen hier einem Ausgleich.
Dieser geht aber häufig zu weit, sodass viele Frauen über die Schwäche von ihrem Alten klagen, der nach dem Saufen keinen mehr hochbekommt.

LouCypher 23.03.2009 11:06

naja weis nicht ob das stimmt, gerade beim alkoholkonsum sind frauen zumindest in meinem bekanntenkreis ziemlich gleich auf. Die müssen halt bei der schwangerschaft und beim stillen zwangspausen einlegen. Nichtrauchende junde mädels hab ich eigentlich auch noch nicht gesehen, ausser mauerblümchen. Junge männer dürfen nicht so oft wie wollen und alte wollen nicht so oft wie sie dürfen, letztendlich treffen sich dann alle beim wirten :D .

Es wird zeit das man sich mal um die artgerechte haltung von menschen sorgt, nicht vorn und hinten alles verbietet und sich dann wundert wenn der eine oder andere durchdreht.

The_Lord_of_Midnight 23.03.2009 11:19

Zitat:

Zitat von Don Manuel (Beitrag 2353087)
Also mal eine Woche nix trinken, LoM, dann redma weiter ;)

Normalerweise hätte ich diese Kommentare von dir als Frechheit gewertet.
Aber da ich hier lesen kann, welch unglaubliches Leid du selbst schon mit Drogen erfahren hast, verstehe ich es noch weniger, wie du zum Nikotinabhängigen werden konnstest, und den Dreck jeden Tag kritiklos "frisst".

Es ist leider eine Tatsache, daß man süchtigen Menschen nicht trauen kann.
Das bestätigt sich immer wieder, da wir gelogen, betrogen, manipuliert, und letztendlich sogar über Leichen gegangen.
Die unzähligen Menschen die jedes Jahr am Rauchen sterben müssten eigentlich Warnung genug sein.

Aber wie gesagt, es erfordert genauso rücksichtloses und unbedingt militantes Verhalten, wenn man süchtige Menschen von ihrer Krankheit befreien will.
Anders wirds nicht gehen, und deswegen bin ich nicht optimistisch, daß jemals ernsthaft gegen das Rauchen vorgegangen wird.

spunz 23.03.2009 11:30

Zitat:

Zitat von The_Lord_of_Midnight (Beitrag 2353072)
Geh bitte, Wikipedia kannst bedienen ?
http://de.wikipedia.org/wiki/Nikotinsucht
Nikotin ist eine der am schnellsten süchtig machenden Substanzen.

deiner aussage nach macht nikotin praktisch sofort süchtig. dem wiki eintrag nach, ist dazu aber wie bei alkohol doch ein deutlich längerer zeitraum notwendig. aus eigener erfahrung kann ich dies nur bestätigen - nach ein paar packerl/wochen bist du keinesfalls süchtig...

LouCypher 23.03.2009 11:46

@Lom: vielen dank das du deine wertvolle drogenfreie zeit opferst um uns lügendes und betrügendes drogensüchtiges gesindel zu bekehren

Don Manuel 23.03.2009 11:58

Ja, Frauen greifen natürlich auch häufig zu Drogen. Nur werden sie um Dimensionen weniger süchtig drauf. Ich bezog mich auf Droge als Problem (=Sucht) und nicht auf das Stadium des noch kontrollierten Genussmittels.

Satan_666 23.03.2009 12:54

Zitat:

Zitat von spunz (Beitrag 2353110)
deiner aussage nach macht nikotin praktisch sofort süchtig. dem wiki eintrag nach, ist dazu aber wie bei alkohol doch ein deutlich längerer zeitraum notwendig. aus eigener erfahrung kann ich dies nur bestätigen - nach ein paar packerl/wochen bist du keinesfalls süchtig...

Du solltest LoM's Worte genauer lesen, bevor Du solche Sachen schreibst. Es war immer und ist die Rede davon, dass Nikotin sehr schnell zu einem abhängigen Verhalten führen kann - was nicht den Schluss auf ein muss zulässt!

Zitat:

aus dem Wikipedia-Eintrag
Laut einer Veröffentlichung der Weltgesundheitsorganisation sind Tabakprodukte die einzigen frei verfügbaren Konsumgüter, die bei einem Großteil ihrer Konsumenten eine Abhängigkeit, Krankheit oder Tod erzeugen.[5]

Nikotin ist verantwortlich für die Abhängigkeit von Tabakerzeugnissen. Nikotin hat ein extrem hohes Abhängigkeitspotenzial und kann sehr schnell zu einem abhängigen Verhalten führen. Nach Meinung von Experten des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit BAG, sowie anderer, beispielsweise der US-Gesundheitsbehörde FDA, „ist das Abhängigkeitspotenzial von Nikotin vergleichbar mit dem vom Heroin“.[6] Es reichen wenige Zigaretten oder wenige Tage mit kleinem Zigarettenkonsum bis zum Eintritt der körperlichen Abhängigkeit.

Don Manuel 23.03.2009 13:33

Steht irgendwie in Widerspruch zu
Alkoholkrankheit – Wikipedia
Man sollte solche verallgemeinernden Behauptungen nicht aus Wikipedia zitieren.
Es gibt genügend Drogenentwöhungs-Kliniken, die nehmen alles außer Alkohol, weil das die schwierigsten Fälle sind.
und @LoM
Das ist ja der Unterschied, was Du für Schlüsse aus einer schlimmen Erfahrung ziehst. Für mich bedeutet derartiges immer differenzierte Auseinandersetzung, die naturgemäß weg vom Schwarz/Weiß-Modell führt.

Baron 23.03.2009 13:55

Das ganze hat aber alles nix mehr mit der abmahn welle gegen die Wirten zu tun.
Kommt mir immer (ist ja immer das gleiche verhalten in den div.Diskussionen) vor wie im Kindergarten: Du Tante der tuts aber auch-nur mit was anderem! Das relativieren der einen sucht durch andere bringt außer unglaubwürdigkeit net amal nix!

alterego100% 23.03.2009 14:24

Also mich amüsiert diese Diskussion königlich.
Vor allem wenn ich lese, daß sich einzelne User überhaupt nicht
in ihrer Argumentation geändert haben.
Da wird immer noch fröhlich pauschaliert, unterstellt und mit
Killerphrasen um sich geworfen.

Jaj, so ein Lernprozess ist schwer - und für Einzelne gar unmöglich. ;)

Satan_666 23.03.2009 14:53

Zitat:

Zitat von alterego100% (Beitrag 2353135)
Vor allem wenn ich lese, daß sich einzelne User überhaupt nicht
in ihrer Argumentation geändert haben.

Warum sollte sich auch die Argumentation ändern? Diese Diskussionen gibt es ja mittlerweile schon lange genug und die Argumente sind ja auch gleich geblieben.

So wie ich mich schon vor über 50 Jahren über den Rauch geärgert habe, so beharren halt die Raucher nach wie vor darauf, dass es ihre alleinige Entscheidung wäre, ob zu zum Glimmstängel greifen oder nicht.

Die Einsichtigkeit der Menschheit (in ihrer Gesamtheit betrachtet) ist ja in den vielen Jahren nicht größer geworden, sondern eher im Gegenteil kleiner. Gewachsen ist ja nur der Egoismus. Und deswegen ist es nun mal unabdingbar, dass man die Mehrheit der Österreicher (immerhin hätten die Nichtraucher eine knappe Verfassungsmehrheit in unserem Lande) vor der Uneinsichtigkeit der Minderheit mit Hilfe eines Gesetzes schützen muss.

Wie LoM schon weiter oben angemerkt hat: einem Süchtigen kannst mit Vernunft nicht beikommen, sondern ausschließlich mit Zwang! Wenn überhaupt ... :rolleyes:

spunz 23.03.2009 15:40

Zitat:

Zitat von Satan_666 (Beitrag 2353127)
Du solltest LoM's Worte genauer lesen, bevor Du solche Sachen schreibst. Es war immer und ist die Rede davon, dass Nikotin sehr schnell zu einem abhängigen Verhalten führen kann - was nicht den Schluss auf ein muss zulässt!


sorry, aber dann ist seine aussage SEHR unglücklick formuliert:

Zitat:

Zitat von The_Lord_of_Midnight (Beitrag 2353022)
Bezüglich des Vergleiches mit dem Alkohol gibt es einen wesentlichen Unterschied:
Rauchen macht praktisch auf der Stelle süchtig.



ich persönlich könnte mit einem modell wie in anderen staaten gut leben. in italien ist es beispielsweise kein problem, alle lokale rauchfrei. der nächste schritt ist aber eine einschränkung des alkohol konsumes. man kann nicht rauchen verbieten ohne auch hier deutliche signale zu setzen.

sollange aber 100x mehr menschen durch rauchen sterben als durch alkolenker, sollte man die prioriäten aber entsprechend konzentrieren. alk und rauchen ist v.a. ein gesellschaftliches problem welches uns wohl noch viele generationen nachhängen wird...

Baron 23.03.2009 15:53

Zitat:

Zitat von spunz (Beitrag 2353146)
ich persönlich könnte mit einem modell wie in anderen staaten gut leben. in italien ist es beispielsweise kein problem, alle lokale rauchfrei. der nächste schritt ist aber eine einschränkung des alkohol konsumes. man kann nicht rauchen verbieten ohne auch hier deutliche signale zu setzen.

Und wieso kann man das nicht -in etlichen EU-Staaten wird ja gerade das Gegenteil bewiesen!:rolleyes:
Und ich hab schon oft von Passivrauchen gehört -aber von Passiv Trinken? Ich mein Raucher müssen ja den Dreck den sie freiwillig Inhalieren wieder ausatmen-in die Umgebungsluft- aber beim trinken -entsorg ich das Maximal in den Kanal!:p

alterego100% 23.03.2009 16:00

Zitat:

Zitat von spunz (Beitrag 2353146)
sollange aber 100x mehr menschen durch rauchen sterben als durch alkolenker...

Sorry, aber jetzt ist deine Aussage SEHR unglücklich formuliert.

Entweder du stellst die Alkolenkerunfälle den Raucheramsteuerunfällen (und zwar nur denen, bei denen das Rauchen die Ursache für den Unfall war) gegenüber, oder du beziehst alle Todesfälle die sich auf das Rauchen und den Alkoholmissbrauch zurückführen lassen aufeinander.

Hier lässt aber die einschlägige Literatur keinen Zweifel daran, das z.B. Alkoholmissbrauch für weit mehr Fälle von Lungenkrebs verantwortlich ist, als das Rauchen.

Ich habe selbst lange geraucht und habe, wie sehr viele Menschen in meinem Umfeld, irgendwann damit einfach aufgehört.
Niemand brauchte eine Entwöhnungskur und das Rückfallspotenzial ist gleich 0.
Das lässt mich am Suchtcharakter von normalen Zigarretten im Gegensatz zu echten Drogen, wie auch Alkohol, doch erheblich zweifeln.

Aber nichts desto weniger war und bin ich der Meinung, daß rauchfreie Speiselokale eine gute Sache sind. Aber ob man mit Ver- und Geboten weiter kommt und ob Strafen ein guter Weg sind, wage ich zu bezweifeln.
Ich persönlich glaube, das jede Generation schliesslich tut, was ihr die vorhergehende Vorlebt.

spunz 23.03.2009 16:15

Zitat:

Zitat von alterego100% (Beitrag 2353150)
Sorry, aber jetzt ist deine Aussage SEHR unglücklich formuliert.

Entweder du stellst die Alkolenkerunfälle den Raucheramsteuerunfällen (und zwar nur denen, bei denen das Rauchen die Ursache für den Unfall war) gegenüber, oder du beziehst alle Todesfälle die sich auf das Rauchen und den Alkoholmissbrauch zurückführen lassen aufeinander.

stimmt.

nach kurzen googeln - es sterben im jahr etwa 8000 alkoholiker in österreich. wieviele jedoch direkt an den folgen ihrer sucht sterben konnte ich nicht ermitteln. dagegen stehen laut selber quelle 12-14.000 leute die an folgen des rauchens versterben.

wegen alko unfälle versterben vergleichseise "nur" 70-100 personen im jahr.


die zahlen sind insgesamt sehr erschreckend ...

Don Manuel 23.03.2009 17:31

Die 8000 Alkoholiker sind in etwa um eine Zehnerpotenz zu niedrig angesetzt, das sind einzig die ausgewiesenen Alkoholleichen. Es sterben aber sehr viele auch an Folgeerkrankungen, wie Bauchspeicheldrüse bis Ösophagusvarizzen-Verblutung, an ominösen "Leberleiden" usw, die in einer auch seitens der Mediziner ziemlich dem Alkohol verfallenen Gesellschaft nur allzugern nicht in die Alk-Statistik kommen. Das habe ich mit eigenen Augen sehr oft beobachten können. Spitäler in Weingegenden haben oft noch geringere dem Alkohol zugewiesene Zahlen, wobei es hart ist, hier wirklich zu präzisen Vergleichen zu gelangen, das wird österreichweit nicht ausreichend kritisch kontrolliert.

An allen illegalen Drogen zusammen genommen sterben um die 2000 in Österreich pro Jahr. In den Medien scheint das Verhältnis nahezu umgekehrt.

Was alles nicht dazu da ist, die Probleme des Mitrauchers zu relativieren. Vielmehr geht es mir darum, wenn schon das Problem Rauchen diskutiert wird, und abgesehen von diskussionsunfähigen Radikalangreifern, dass der ganzen Sache prinzipiell der Umgang der Gesellschaft mit Drogen zugrunde liegt. Ich persönlich neige zur Ansicht, dass Drogen einzig als psychologisches und gesundheitliches Problem aufzufassen sind, und jedenfalls raus aus dem Strafrecht gehören, nicht immer wieder neue Strafen erfinden.

Und Topic ist ja sehr wohl eine juridische Frage zu Drogen.

spunz 23.03.2009 17:51

von den 80.000 österreichern die jedes jahr sterben, sind ~10% alkoholiker. glaubt man orf und co, sind bei den 8000 auch die diverse spätfolgen enthalten.

Don Manuel 23.03.2009 17:57

Naja, Zehnerpotenz war zu hoch gegriffen ;) und im Endeffekt ist's so auch genug. Muss man ja noch die leidenden Angehörigen mitrechnen, die immer in der Vorstellung leben, der andere könne überhaupt anders...

Baron 23.03.2009 18:01

Aha -und wo sind jetzt die 14000 Raucher und die 2000 junkies-abgesehen von deren opfern dies wegen ein paar netsch überfallen haben?
Ich behaupte auch das es um den Faktor 10 zuwenig ist-bei den Rauchern und Giftlern! Und die Opfer letzterer sind auch noch nicht Inkludiert!
Und Trotzdem ists Offtopic!
Tja ich pachte halt auch meine eigene Wahrheit-hat ja keiner ein Monopol drauf!

Don Manuel 23.03.2009 18:09

Baron, sag ich ja. Man sollte immer das ganze Drogenproblem sehen. Ich will genauso wenig, dass da was weggelassen oder falsch gewichtet wird. Und wenn ich mich irre, gebe ich es auch zu ;)

FranzK 23.03.2009 18:38

Zitat:

Zitat von Satan_666 (Beitrag 2353139)
...
So wie ich mich schon vor über 50 Jahren über den Rauch geärgert habe, ...

Welch beneidenswertes Gedächtnis! ;)

Baron 23.03.2009 18:45

Tja , ein Wiener halt, in Graz kommt so was Natürlich nicht vor!:p

Satan_666 23.03.2009 20:17

Zitat:

Zitat von FranzK (Beitrag 2353172)
Welch beneidenswertes Gedächtnis! ;)

Ich weiß ja nicht, wie's Dir ergangen ist - aber MEINE Eltern haben mir halt noch was erzählt von meiner Kindheit ... :p

FranzK 24.03.2009 15:23

Zitat:

Zitat von Satan_666 (Beitrag 2353191)
Ich weiß ja nicht, wie's Dir ergangen ist - aber MEINE Eltern haben mir halt noch was erzählt von meiner Kindheit ... :p

Also NICHT deine Erinnerung! Aber ich finde es dennoch bemerkenswert, dass dir deine Eltern erzählt haben, dass du dich schon vor mehr als 50 Jahren von Zigarettenrauch gestört gefühlt hast (wenn man deine Altersangabe berücksichtigt). Aber wenn's bei den Weanern so üblich ist...

:D

The_Lord_of_Midnight 24.03.2009 21:08

Was mich an der Diskussion stört ist die Entweder/Oder-Mentalität.
Es gibt keinen vernünftigen oder zwingenden Grund, nicht beides als Problem zu sehen.

Aber ist das ein Grund, NICHT gegen das Rauch in Gegenwart anderer Menschen zu sein ?
Nein, ist es nicht !

Der Unterschied zwischen der Alkohol- und Nikotinsucht ist, daß wir beim Erkennen der Alkoholproblematik um Jahrzehnte voraus sind.
Ein Alkoholiker ist in der Gesellschaft geächtet.
Bis es mit der Erkenntnis bezüglich süchtiger Raucher soweit ist, haben wir offensichtlich noch viel vor uns.
Und ich bin wie bereits angedeutet, sehr skeptisch daß es jemals so weit kommen wird.

Macht euch übrigens nicht die Werbung nachdenklich, wo es um das Thema Verhaltensänderungen bei süchtigen Rauchern geht ?
Das müsste doch Denkanstoss genug sein, wie schwer einen die Nikotinsucht im Griff hat und wie extrem abhängig sehr viele Menschen von dem giftigen Zeug sind.

Und bezüglich des Kommentars, daß man sofort vom Rauchen loskommen kann, wenn man nur will.
Ich weiß nicht, ob das in allen Fällen so ist.
Vielleicht ist es wirklich in Einzelfällen so, daß manche Menschen sofort und problemlos aufhören können.
Mir persönlich fehlt zum Glück die Erfahrung am eigenen Leib.

Aber die riesige Anzahl an süchtigen Rauchern in der Welt spricht eine andere Sprache.
Wenn sogar so manche schwangere Frau es nicht schafft davon wegzukommen, muss das schon ein ziemliches Teufelszeug sein.

Don Manuel 24.03.2009 21:28

Zu Deiner Erinnerung LoM, ich z.B. rede nicht von entweder/oder, sondern schlicht davon, dass Drogenprobleme nicht ins Strafrecht gehören. Auch nicht das der Raucher.
Dass das nichts nützt sondern letztlich immer sehr teure unerwünschte soziale Nebeneffekte zeitigt, zeigt eigentlich die ganze Geschichte seit der amerikanischen Prohibition.

Satan_666 24.03.2009 21:43

Zitat:

Zitat von The_Lord_of_Midnight (Beitrag 2353331)
Der Unterschied zwischen der Alkohol- und Nikotinsucht ist, daß wir beim Erkennen der Alkoholproblematik um Jahrzehnte voraus sind.
Ein Alkoholiker ist in der Gesellschaft geächtet.

Also in meinen Augen ist es einfach deutlich differenzierter. Wie schon oben mehrfach geschrieben wurde (nicht nur von mir): mich stört im Prinzip weder der Raucher noch der Säufer oder sonst ein Giftler. Solange er nicht in meine Rechte eingreift. Wenn sich im Lokal am Nebentisch einer voll laufen lässt, dann tangiert mich das überhaupt nicht. Weil meist sind die Trinker ja absolut friedfertig beim Trinken. Fährt er aber sturzbetrunken mit dem Auto und ist somit auch eine Gefahr für mich, hört sich der Spaß einfach auf. Aber das ist ja kaum erwähnenswert, weil diese Tatsache ja sowieso striktest verboten ist und auch - wenn nur stichprobenartig - kontrolliert und gegebenenfalls bestraft wird.
Mir würde es jedoch absolut stören, wenn der Säufer im Lokal seine Drogen in den Mund schüttet, dort nur gurgelt damit und dann seine Umgebung mit der Batz beglückt, weil er ja nur am Geschmack interessiert ist, nicht jedoch am echten Konsum seiner Getränke.

Aber genau das macht ja ein Raucher: er genießt meinetwegen seine Zigarette, behält aber seinen Genuss nicht für sich, sondern lagert das Zeug (sowohl vor als auch nach der Inhalation) in seiner Umgebung ab. Und genau das ist es, wogegen ich vehement auftrete - weil es mir absolut unangenehm ist, diesen Qualm einatmen zu müssen!

Zitat:

Zitat von The_Lord_of_Midnight (Beitrag 2353331)
Und bezüglich des Kommentars, daß man sofort vom Rauchen loskommen kann, wenn man nur will.
Ich weiß nicht, ob das in allen Fällen so ist.
Vielleicht ist es wirklich in Einzelfällen so, daß manche Menschen sofort und problemlos aufhören können.
Mir persönlich fehlt zum Glück die Erfahrung am eigenen Leib.

Naja, sowas geht schon, zumindest in gewissen Situationen. So hat mein lieber Herr Papa wirklich von einem Tag zum anderen mit dem Rauchen aufgehört. Davor hat er knapp 3 Packerln täglich geraucht. Wir waren erstaunt, dass das bei ihm tatsächlich gegangen ist.

Nur - 18 Monate später durften wir ihn dann zu Grabe tragen, weil er an den zig Metastasen, die vom Lungenkrebs ausgegangen sind, elendiglich krepiert ist. Sein Körper hat offenbar noch versucht, die Notbremse zu ziehen, nachdem jahrzehntelanges Husten samt täglichem Kopfweh zu wenig alarmierend gewesen sind (seinen Angaben zufolge war er halt immer verkühlt - eh klar) ... aber da war es einfach schon viel zu spät dafür.

Tja ... :rolleyes:

The_Lord_of_Midnight 24.03.2009 22:46

Ja, praktisch jeder langjährige Raucher bekommt im Laufe seines Lebens Schwierigkeiten mit den Atemwegen.
Aber wie du schon sagtest, das ist den süchtigen Rauchern zu wenig alarmierend.
Begründung ist ganz einfach:
Sie sind einfach schwer abhängig und können das Problem nicht mal sehen.
Das bringt die Abhängigkeit leider so mit sich.

Satan_666 25.03.2009 08:08

Was auch die wenigsten Raucher wissen: es gibt einige wenige Anzeichen dafür, die ziemlich exakt darüber Auskunft geben, ob jemand Lungenkrebs hat oder nicht. Ich habe mir leider nicht alle Anzeichen gemerkt, wie wir uns im Zuge des Endstadiums des Lungenkrebses bei meinem Vater erkundigt haben - aber tägliches intensives Husten, vor Allem nach dem Aufstehen, ist eines dieser untrüglichen Zeichen dafür, dass man bereits Lungenkrebs hat (und nicht erst bekommt). Auch mehrmalige Kopfschmerzen pro Woche sind so ein Anzeichen. Wenn mehrere dieser Anzeichen (es sind glaube ich insgesamt 4) zusammen treffen, kann man mit annähernd 100%iger Sicherheit sagen, dass der Krebst bereits in einem steckt.

Das Interessante dabei: Mit Lungenkrebs kann man uralt werden, weil er im Grunde genommen zu den eher harmlosen Krebsarten zählt. Das Problem ist nur: wenn die Lungen immer und immer wieder weiterhin mit den Krebs verursachenden Schadstoffen konfrontiert wird, wird er irgendwann bösartig und dann wachsen die Metastasen im ganzen Körper. Wenn man also die Anzeigen ignoriert, ist das der sicherste Weg, so wie mein Vater elendiglich zu krepieren.

Übrigens: jedes Spital mit einer Krebsabteilung gibt entsprechende Broschüren gratis aus, die genau über diese Tatsachen informieren. So wie bei meinem Vater erreichen diese Informationen die Betroffenen leider immer viel zu spät.

Karl 25.03.2009 10:04

Zitat:

Zitat von The_Lord_of_Midnight (Beitrag 2353331)
Der Unterschied zwischen der Alkohol- und Nikotinsucht ist, daß wir beim Erkennen der Alkoholproblematik um Jahrzehnte voraus sind.
Ein Alkoholiker ist in der Gesellschaft geächtet.
Bis es mit der Erkenntnis bezüglich süchtiger Raucher soweit ist, haben wir offensichtlich noch viel vor uns.

Das mit geächteter Alkoholiker ist nicht mehr so krass. In meiner Exfirma gab man z.B., wenn eine "ALKOHOLKRANKHEIT" ersichtlich wurde, diesem Betroffenen eine Chance, es mit einer Entwöhnungskur zu versuchen.

Schön langsam geht man über, Suchtverhalten als Krankheit zu erkennen. Es wäre wünschenswert das Raucher ähnliche Unterstützung bei Entwöhnung bekommen würden, wie Alkoholiker.

rev.antun 25.03.2009 10:16

:smoke:

http://www.starclub-online.de/p1/ima...er-raucher.gif

alterego100% 25.03.2009 15:56

http://www.sommerbrodt.de/untersuchu...cherlunge1.jpg

Die Lunge des Rauchers. http://www.bilderkiste.de/phpclipart...ie_rauchen.gif

Baron 25.03.2009 16:03

@rev.a.
Abgelehnt! Nix gibts!

The_Lord_of_Midnight 25.03.2009 19:28

Zitat:

Zitat von Karl (Beitrag 2353394)
Schön langsam geht man über, Suchtverhalten als Krankheit zu erkennen. Es wäre wünschenswert das Raucher ähnliche Unterstützung bei Entwöhnung bekommen würden, wie Alkoholiker.

Ja, das finde ich sehr wichtig, daß man das wirklich als Krankheit sieht.
Ich glaube allerdingt nicht, daß Raucher keine Unterstützung bekommen.
Es gibt unzählige Raucher-Entwöhnungs-Initiativen, "Kurse", Programme, wie auch immer man es nennen möchte.

Das Hauptproblem ist meiner Ansicht nach, daß die Betroffenen selbst absolut davon entfernt sind zu erkennen, daß sie ein Problem haben.
Das merkt man an Kommentaren wie:
Mir schmeckts aber. (obwohls ihnen selbst ekelt, aber sie kommen nicht los von dem Gift)
Ich kann sofort aufhören (aber sie sind oft seit Jahrzehnten schwer abhängig von dem Zeug).

Erst wenn die Betroffenen selbst sehen, daß sie krank sind, werden sie hoffentlich die große Kraft finden, von dem Teufelszeug loszukommen.
Laut meinen Beobachtungen ist es für die meisten Leute alles andere als einfach, damit aufzuhören.
Das belegen schon allein die erschreckend hohen Zahlen der abängigen Menschen.
Da braucht man nicht Herumzureden, es ist evident daß ein sehr großer Anteil der Bevölkerung ein großes Suchtproblem hat.

Karl 25.03.2009 21:04

Zitat:

Zitat von The_Lord_of_Midnight (Beitrag 2353464)
Ja, das finde ich sehr wichtig, daß man das wirklich als Krankheit sieht.
Ich glaube allerdingt nicht, daß Raucher keine Unterstützung bekommen.
Es gibt unzählige Raucher-Entwöhnungs-Initiativen, "Kurse", Programme, wie auch immer man es nennen möchte.

Das stimmt so nicht ganz. Das sind meist auf privater, und natürlich gewinnbringender Basis, Versuche auf verschiedener Art oft den Rauchern das Geld herauszulocken.

Im Gegensatz zum stationären Aufenthalten in div. Entwöhnungsanstalten für Alkoholiker, vom Arzt verordnet. Und von der Krankenkassa bezahlt.

Und dir möchte ich sagen, dass sicher jeder zweite Raucher sofort zu Rauchen aufhören will. Nur sollte es halt leicht gehen. Das spielt es aber nicht.

enjoy2 25.03.2009 21:12

Arbeitskollege war auf so einen Kurs, mit 100%iger Erfolgsgarantie

naja, lange hat es nicht angehalten, allerdings raucht er jetzt in der Fastenzeit auch nichts

rev.antun 26.03.2009 08:49

ich würde schußwaffen verbieten ...

holzi 26.03.2009 08:50

Ich würde Betten verbieten! >80% der Leute sterben im Bett!


;)

rev.antun 26.03.2009 09:08

... ja beim rauchen ;)

holzi 26.03.2009 09:13

....auch beim bum*en :D


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